Schulterverletzungen

Die menschliche Schulter ist ein ganz besonderes Gelenk, dessen spezieller Aufbau eine einzigartige Beweglichkeit des Armes ermöglicht. Doch gerade dieser Aufbau macht das Schultergelenk auch besonders anfällig für Verletzungen.

Zu den häufigsten Schulterverletzungen und Erkrankungen, die wir in unserer Klinik behandeln, gehören:

  • Schulterluxation (Ausrenkung des Schultergelenks)
  • Rotatorenmanschettenruptur (Rotatorenmanschettenriss)
  • Impingement-Syndrom (Funktionsbeeinträchtigung der Gelenkbeweglichkeit)
  • Frozen Shoulder („schmerzhafte Schultersteife“)
  • Oberarmkopffraktur (Oberarmkopfbruch)
  • Fraktur (Bruch) von Glenoid (Schultergelenkspfanne) und Scapula (Schulterblatt)
  • Sprengung des Schultereckgelenks

Schulterluxation

Knapp 2 % der Gesamtbevölkerung sind von einer Schulterluxation betroffen. Unter dem Begriff „Luxation“ versteht man das sogenannte „Auskugeln“ der Schulter – der Oberarmkopf verliert seinen Kontakt mit der Schulterpfanne. In der überwiegenden Zahl der Fälle (ca. 95 %) luxiert der Oberarmkopf nach vorne-unten, was beispielweise durch einen Sturz mit abgespreiztem und nach außen gedrehtem Arm verursacht sein kann. Deutlich seltener ist die hintere Luxation, die nur in ca. 2 bis 3 % der Fälle auftritt. Für die weitere Therapie, auch aus Sicht der Aussichten zum Behandlungserfolg, ist zu unterscheiden zwischen einer sogenannten traumatischen Luxation und einer Instabilität, hervorgerufen durch die sogenannte Hyperlaxität.

Durch die Luxation entstehen oftmals Begleitverletzungen. Diese haben eine bleibende Schulterinstabilität mit dem Risiko der erneuten Luxation zur Folge. Zu diesen Begleitverletzungen gehören:

  • Abriss des Labrum glenoidale (knorpeliger Pfannenrand), die sogenannte Bankart-Läsion
  • knöcherne Verletzung der Schulterpfanne, sogenannte knöcherne Bankart-Läsion
  • Impression am Oberarmkopf, die sogenannte Hill-Sachs-Läsion
  • Riss des unteren Pfannen-Kopf-Bandes (Ligamentum glenohumerale inferius)
  • Sonderformen: ALPSA-Läsion, HAGL-Läsion und GLAD-Läsion
  • Abrissfraktur des großen Muskelansatzhöckers (Tuberculum majus)

Bevor wir die für Sie am besten geeignete Therapieform wählen können, müssen wir zunächst Ihre individuelle Krankengeschichte erheben. Diese umfasst die auslösende Ursache der Luxation, die Häufigkeit und die Richtung, die Art der Reposition (Zurückbringen in die ursprüngliche Lage), die willentliche Kontrolle, die bislang erfolgte Therapie, Ihre sportliche Aktivität sowie Ihre berufliche Tätigkeit.

Anschließend führen wir eine umfassende klinische Untersuchung durch, die uns Aufschlüsse über das Ausmaß und die Form der Schulterinstabilität gibt. Die weiterführende apparative Untersuchung mittels Röntgenbild, Sonografie (Ultraschall) und Kernspintomografie (MRT: Bildgebungsverfahren mithilfe von Magnetfeldern) deckt Begleitverletzungen auf und ermöglicht uns schlussendlich die genaue Diagnose.

Wenn nach einer Schulterluxation eine Verletzung des knorpeligen Pfannenrandes (Ausriss der vorderen Gelenkkapsel) vorliegt, sollte bei jungen, aktiven Patienten eine Refixation des Pfannenrands erfolgen, um eine erneute Luxation zu verhindern.

Insbesondere bei Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 16 und 30 Jahren ist das Risiko, eine 2. Luxation zu erleiden, so hoch, dass fast immer eine operative Stabilisierung der Schulter erforderlich ist.

Wir führen diese in unserer Klinik vorwiegend in arthroskopischer Technik (Eingriff erfolgt über sehr kleine Einschnitte mithilfe eines optischen Instruments) durch. Diese Technik hat den Vorteil, dass der Patient nur wenig, beziehungsweise keine, Schmerzen nach der Operation hat und es normalerweise nicht zu überschießenden Vernarbungen kommt.

Nach der Operation, für die ein stationärer Aufenthalt von 2 bis 3 Tagen erforderlich ist, müssen Sie für 3 Wochen einen Verband tragen. Die Ausführung von sportlichen Aktivitäten, die die Schulter belasten (insbesondere Wurfsportarten), ist frühestens nach 6 Monaten möglich. Schulterschonender Sport wie zum Beispiel Joggen ist schon 6 Wochen nach der Operation im Allgemeinen kein Problem.

Rotatorenmanschettenruptur

Die Rotatorenmanschette bezeichnet eine Muskelgruppe des Schultergelenks und deren flächenhaften Sehnenansätze am Oberarmkopf. Auf der Vorderseite findet sich der Musculus subscapularis und auf der Rückseite der Musculus infraspinatus sowie der Musculus teres minor. Über den Oberarmkopf hinwegziehend befindet sich der Musculus supraspinatus. Diese Muskeln sichern die korrekte Position des Oberarmkopfs zur Gelenkpfanne und drehen den Oberarm nach außen und innen oder heben diesen zur Seite sowie nach vorne an.

Verletzungen der Rotatorenmanschette entstehen entweder durch erhebliche Gewalteinwirkungen, wie zum Beispiel einen Sturz auf den ausgetreckten Arm, oder bei Verschleiß durch Bagatellunfälle.

Der Muskel beziehungsweise der Sehnenansatz kann teilweise oder komplett einreißen. Meistens reißen zunächst die dem Oberarmkopf anliegenden Anteile.

Neben einer sorgfältigen Anamnese und körperlichen Untersuchung stehen uns die Ultraschalluntersuchung und die Kernspintomografie (Bildgebungsverfahren mithilfe von Magnetfeldern) zur Verfügung. Die früher häufig angewendete invasive Kontrastmitteluntersuchung des Schultergelenkes (sogenannte Arthrografie) wird heute meist nicht mehr durchgeführt.

Meistens ist bei einem Riss in der Rotatorenmanschette eine operative Behandlung erforderlich. Häufig können unsere Experten diese Operation in arthroskopischer Technik, also mit nur sehr kleinen Hautschnitten, durchführen. Hierin verfügen wir über umfassende Erfahrungen.

Neues arthroskopisches Verfahren zur Behandlung von massiven irreparablen Rotatorenmanschettendefekten

Irreparable Rotatorenmanschettendefekte stellen weiterhin ein ungelöstes Problem in der Schulterchirurgie dar. Im langfristigen Verlauf entsteht hierdurch eine Defektarthropathie, der Oberarmkopf stößt hierbei am Schulterdach an und verursacht starke Schmerzen.

Durch die Implantation eines bestimmten Ballons wird zwischen den knöchernen Strukturen des Oberarmkopfes und des Schulterdachs ein Abstand geschaffen. Hierdurch kann ein reibungsfreies Gleiten des Schultergelenks wiederhergestellt werden. Der Ballon ermöglicht bei massiven, irreparablen Defekten der Rotatorenmanschette die Kompensation ihrer Funktionen durch andere Muskeln des Schultergürtels.

Folgende Indikationen deckt der InSpaceTM Ballon ab:

  • vernarbtes oder gerissenes Sehnengewebe der Rotatorenmanschette nach Trauma oder degenerativer Veränderung
  • Fehlen von Sehnen/Muskeln oder nicht funktionsfähige Sehnen/Muskeln sowie rupturierte Sehnen.

Der Ballon kann arthroskopisch (2-3 kleine Hautschnitte von ca. 1 cm Länge) implantiert werden. Die bislang vorliegenden Untersuchungen zeigen auch nach 5 Jahren positive langanhaltende Effekte auf die Schulterfunktion und die Schmerzen. Kontraindikationen stellen aktive oder latente Infektion oder Gewebenekrose, Allergie auf das Material sowie Läsion der Nervenbahnen im Schulterbereich dar. Der Ballon stellt keine Kontraindikation für einen möglichen späteren endoprothetischen Ersatz des Schultergelenkes bei fortschreitender Schultergelenksarthrose dar.

Unser Fachbereich für Orthopädie, Sektion Schulter- und Ellengelenkchirurgie, im Chirurgisch-Traumatologischen Zentrum in der Asklepios Klinik St. Georg, ist eine der ersten Kliniken in Deutschland, die dieses neue Verfahren zur Behandlung von massiven irreparablen Rotatorenmanschettendefekten einsetzt.

In einem persönlichen Gespräch erläutern wir Ihnen ausführlich das Verfahren und beantworten Ihre Fragen.

 

Sie erreichen uns

Mo
8.00 - 16.00 Uhr
Di
8.00 - 16.00 Uhr
Mi
8.00 - 16.00 Uhr
Do
8.00 - 16.00 Uhr
Fr
8.00 - 16.00 Uhr

Seite teilen: