Hirntumore


Wir behandeln in unserer Abteilung Hirntumore und Metastasen mit den Methoden der modernen Neurochirurgie und Neuroonkologie interdisziplinär. Dabei arbeiten wir eng und vertrauensvoll mit den Abteilungen für Radiologie, Neurologie, Innere Medizin und Strahlentherapie zusammen.

Wir helfen Ihnen bei

Meningeome

Meningeome sind meist langsam wachsende Tumore, die ihren Ursprung in den Hirnhäuten haben und häufig verdrängend wachsen, das heißt, sie wachsen nicht in das Gehirn oder das Rückenmark hinein, sondern verdrängen das umgebende Gewebe. Dabei können allerdings enge Verwachsungen zwischen dem Tumorrand und dem Gehirn oder dem Rückenmark entstehen, die wir dann äußerst vorsichtig unter dem Mikroskop lösen. Kann ein Meningeom komplett (also auch mit seiner gesamten Ansatzstelle) entfernt werden, so ist das Risiko eines erneuten Wachstums gering. Dennoch sollten während der nächsten 10 Jahre regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.

Unsere Experten verfügen sowohl über qualifiziertes Fachwissen als auch über umfassende Erfahrungswerte. Unser oberstes Ziel ist eine sicher verlaufende, erfolgreiche Operation – und somit Ihre Gesundheit.

Neurinome

Neurinome sind meist langsam wachsende Tumore, die ihren Ursprung in den „Hüllzellen“ von Nerven haben. Im Kopfbereich werden sie häufig im Bereich des Hörbeziehungsweise Gleichgewichtsnervs gefunden, im Bereich der Wirbelsäule meist an den sogenannten „sensiblen“ Nerven. Nach einer vollständigen Entfernung – die wir erfolgreich in unserer Klinik durchführen – ist das Risiko für ein erneutes Wachstum sehr gering.

Gliome

Gliome stellen mit mehr als 60 % aller Hirntumore die häufigsten intrakraniellen (innerhalb des Schädels lokalisierten) Tumore dar. Jährlich erkranken 5  bis 7 von 100.000 Menschen neu an einem Gliom. Gliome sind sogenannte „hirneigene Tumore“, das heißt, sie entstehen aus den Stütz- und Isolierzellen des Gehirns. Typischerweise wachsen diese Tumore „infiltrierend“, sie durchdringen das umgebende Gewebe mit Tumorausläufern. Sie treten in erster Linie im Bereich der beiden Großhirnhälften auf. Meistens sind Patienten jenseits des 30. Lebensjahres betroffen.

In der Neurochirurgischen Abteilung der Asklepios Klinik St. Georg behandeln wir Gliome mit den Methoden der modernen Neurochirurgie und Neuroonkologie interdisziplinär, also fachübergreifend. Es besteht eine enge Kooperation mit der Neurologischen Abteilung, der Strahlentherapie und der Internistischen Abteilung in unserem Hause.

Pilozytische Astrozytome (WHO I)

Pilozytische Astrozytome kommen hauptsächlich im Kindes- und Jugendalter vor. Wenn diese Tumore komplett entfernt werden können, so ist das Risiko eines Rezidivs (Rückfall) relativ gering.

Niedermaligne Gliome (WHO II)

Niedermaligne Gliome werden meist erstmals im jüngeren Erwachsenenalter diagnostiziert und zeigen im Vergleich zu den Gliomen WHO III und Glioblastomen ein langsameres Wachstumsverhalten. Abhängig vom Ort des Tumorwachstums und der Tumorgröße können wir ganz unterschiedliche therapeutische Maßnahmen anwenden (zum Beispiel Operation oder Bestrahlung, eventuell auch Sonderformen der Bestrahlung). In einigen Fällen führen wir zunächst nur eine Biopsie zur Diagnosesicherung durch und beobachten dann das Tumorwachstum.

In jedem Fall stimmen wir die Behandlung individuell auf Sie ab und wir besprechen die geplanten Schritte ausführlich mit Ihnen.

Maligne Gliome (WHO II)

In der Gruppe der malignen Gliome werden die Gliome Grad III (zum Beispiel Anaplastisches Astrozytom oder Oligodendrogliom) und Grad IV (Glioblastoma multiforme) zusammengefasst. Die Blutgefäße dieser Tumore sind „durchlässiger“ als das normale Gefäßsystem im Gehirn. So kann  eine Wasseransammlung (Schwellung, Ödem) rund um den Tumor entstehen, in diesem ödematösen Bereich können auch ausgeschwemmte Tumorzellen gefunden werden.

Die Maßnahmen für Diagnostik und Behandlung besprechen wir persönlich mit Ihnen. Bitte stellen Sie uns dabei auch alle Ihre Fragen.

Gliome (WHO III)

Diese Gliome entsprechen den Anaplastischen Astrozytomen und den Anaplastischen Oligodendrogliomen (sie werden oftmals auch als höhergradige Gliome bezeichnet). Sie sind charakterisiert durch ein beschleunigtes Wachstum und können sich in Glioblastome (WHO IV) wandeln.

Das mittlere Erkrankungsalter bei der Erstdiagnose beträgt etwa 41 Jahre, Männer sind fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Im Kernspintomogramm (durch die Kerntspintomografie erzeugtes Diagnosebild) kommt es nach der Kontrastmittelgabe meist zu einer unregelmäßigen Kontrastmittelaufnahme.

Diagnostik und Behandlung gestalten unsere Experten für Sie ganz individuell. Wir erläutern Ihnen beides umfassend und stimmen das Vorgehen intensiv mit Ihnen ab.

Glioblastome

Die Glioblastome entsprechen den Gliomen WHO IV (sie werden ebenfalls häufig als höhergradige Gliome bezeichnet). Sie können aus Gliomen WHO II und III entstehen, die meisten Glioblastome entstehen aber ohne Vorläufertumor. Glioblastome machen etwa 50 bis 60 % aller astrozytären Tumore aus, 2 bis 3 von 100.000 Menschen erkranken jährlich neu daran.

Das mittlere Alter bei der Erstdiagnose ist 53 Jahre, Männer sind 1,5-mal so häufig betroffen wie Frauen. Im Kernspintomogramm (durch die Kerntspintomografie erzeugtes Diagnosebild) kommt es nach Kontrastmittelgabe meist zu einer randständigen oder girlandenförmigen Kontrastmittelaufnahme. Insbesondere nach längerer Erkrankung werden manchmal mehrere voneinander unabhängige Tumore beobachtet.

Für Ihre Behandlung ziehen wir Erfahrungen und Fachwissen von Experten unterschiedlicher Fachrichtungen hinzu – für Ihre bestmögliche Therapie.

Metastasen

Unter Metastasen versteht man Absiedelungen von Tumoren, welche in anderen Köperorganen entstanden sind. Eine Operation ist dann sinnvoll, wenn es sich um eine relativ große Metastase handelt, die so gelegen ist, dass durch die Operation keine wichtigen Funktionen des Gehirns gefährdet werden. Wir empfehlen den operativen Eingriff meist dann, wenn eine Metastase im Bereich der Wirbelsäule das Rückenmark einengt beziehungsweise die Stabilität der Wirbelsäule gefährdet. Bei mehreren kleinen Gehirn-Metastasen ist häufig eine stereotaktische oder konventionelle Bestrahlung günstiger als eine Operation.

Unsere Empfehlungen für die für Sie beste Diagnostik und Behandlung erläutern wir Ihnen umfänglich. Ihre Fragen möchten wir umfassend beantworten – bitte zögern Sie nicht, uns diese zu stellen.

Diagnostik und Behandlung

Wichtigste Voraussetzung für die Planung der weiteren Maßnahmen sind eine ausführliche klinische Untersuchung und ein Kernspintomogramm (MRT: durch die Kerntspintomografie erzeugtes Diagnosebild) mit und ohne Kontrastmittel in drei Ebenen.

Das therapeutische Vorgehen hängt stark vom Ort des Tumorwachstums und dem Zustand unseres Patienten ab. Prinzipiell kommen eine Biopsie (Untersuchung einer Gewebeprobe) oder eine operative Entfernung des Tumors in Betracht.

Bei rasch wachsenden Hirntumoren wird sich daran eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie (Behandlung mit chemotherapeutischen Mitteln) anschließen. Da es sich um rasch wachsende Tumore handelt, sollte die jeweilige Therapie zügig begonnen werden. Der Abstand zwischen Operation und Strahlentherapie sollte nicht länger als 5 Wochen betragen.

Biopsie

Bei einer Biopsie entnehmen wir über einen sehr schmalen Kanal, geführt durch ein Navigationssystem, eine kleine Gewebeprobe, damit wir nach einer feingeweblichen Untersuchung eine sichere Diagnose stellen können.

Operation

Unser Ziel bei der Operation ist es, soviel Tumorgewebe wie möglich zu entfernen, ohne die Lebensqualität unseres Patienten zu verschlechtern. Liegt der Tumor in einer Hirnregion, die eine Operation nicht erlaubt, müssen wir auf eine Entfernung ganz verzichten, stattdessen führen wir eine Biopsie durch. Für eine möglichst optimale Tumorresektion (Tumorentfernung) stehen uns verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung:

  • Selbstverständlich führen wir alle Eingriffe am Gehirn mikrochirurgisch (also mit Spezialmikroskopen) durch.
  • Die Neuronavigation (computergestützte Operation) ermöglicht es, den Tumor zielgerichtet anzusteuern und gefährdete Bezirke des Gehirns zu schonen.
  • Mit dem Ultraschall lassen sich eventuell noch vorhandene Tumorreste während und am Ende der Operation darstellen und somit auch entfernen.
  • Die fluoreszenzgestützte Resektion basiert auf der Tatsache, dass sich maligne Gliome nach Verabreichung eines bestimmten Medikaments und nach Bestrahlung mit „blauem Licht“ leuchtend rot darstellen und sich damit gut vom normalen Hirngewebe (blassblau) abheben. So ist eine  Entfernung von Tumorrandanteilen möglich, die sich sonst kaum vom normalen Hirngewebe unterscheiden.
  • Den Laser setzen wir hauptsächlich dann ein, wenn sich die Ansatzstelle von Meningeomen nicht vollständig entfernen lässt. Diesen Bereich behandeln wir dann mit dem Laser, um so die dort noch vorhandenen Tumorzellen zu vernichten.
  • Die Ultraschallresektion mit dem CUSA hat den Vorteil, dass wichtige Blutgefäße geschont und die Tumorareale rasch zerkleinert und abgesaugt werden können. Dies trägt zu  einer Verminderung des Blutverlustes und zum Schutz des benachbarten normalen Gewebes bei.

Das bei der Operation oder Biopsie entfernte Tumorgewebe wird von unserer Abteilung für Pathologie untersucht, dort wird die eigentliche Diagnose (histologischer Befund) gestellt.

Innerhalb von 72 Stunden nach der Operation lassen wir meist ein neues MR (Kernspintomogramm) mit und ohne Kontrastmittel anfertigen, das als Basis für weitere Verlaufs-Untersuchungen dient.

Bei einem komplikationslosen Verlauf können unsere Patienten am ersten oder zweiten Tag nach der Operation erstmals aufstehen. Der stationäre Aufenthalt nach der Operation beträgt ein bis zwei Wochen.

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