Beinachsenkorrektur (Umstellungsosteotomie)

Bei Fehlstellungen der Beinachsen kommt es häufig zu einer Fehlbelastung im Kniegelenk, welche frühzeitig zu einer Arthrose (sogenannter Gelenkverschleiß) führen kann.

Für die Diagnostik und Behandlung stehen Ihnen in unserer Abteilung erfahrene Experten zur Seite. Wir stimmen das Vorgehen individuell mit Ihnen ab und beantworten gerne Ihre Fragen.

Diagnostik und Behandlung

Die häufigste Fehlstellung der Beinachsen ist das O-Bein. Bei den Betroffenen verschleißt der Gelenkknorpel auf der Innenseite des Kniegelenks, in manchen Fällen kommt es zusätzlich zu einem Verschleiß des Innenmeniskus. Beschwerden und Schmerzen treten vor allem auf der Innenseite des Kniegelenks auf, gelegentlich auch auf der Außenseite. Dies liegt dann oftmals an einer zunehmenden Überdehnung des Außenbands bei fortschreitender Fehlstellung.

Neben einer Schuhaußenranderhöhung im Anfangsstadium ist häufig, je nach Ausmaß der Fehlstellung, eine operative Korrektur der Beinachse notwendig. Beim O-Bein erfolgt diese meist im kniegelenknahen Unterschenkel, beim X-Bein meist im kniegelenknahen Oberschenkel. Unsere Experten raten dringend dazu, die operative Korrektur rechtzeitig vor einem vollständigen Verschleiß des Kniegelenks durchzuführen.

Neben O-Bein- oder X-Bein-Fehlstellungen können auch Fehlstellungen der Rotation von Ober- oder Unterschenkelknochen (sogenannte Torsionsfehlstellungen) zu Beschwerden führen. Drehfehlstellungen können nach schlecht verheilten Knochenbüchen entstehen oder auch angeboren sein. Ein sehr seltenes, aber häufig übersehenes Krankheitsbild stellt hier das sogenannte Inwardly Pointing Knee dar. Hierbei hat das gesamte Knie einen „Innendrehfehler“. Durch die vermehrte Innendrehung steht die Kniescheibe relativ gesehen zu weit außen (lateral). Durch die verstärkte außenseitige Reibung zwischen der Kniescheibe und der außenseitigen Kniescheibengleitbahn (Trochlea) kann es zu Schmerzen um die Kniescheibe kommen, teilweise auch zum Herausspringen der Kniescheibe (Patellaluxation).

Zur Beurteilung von Drehfehlstellungen bedarf es einer Torsionsmessung in der Computer- oder der Magnetresonanztomografie (bildgebende Verfahren). Für die Therapie der Torsionsfehlstellung existieren keine einheitlichen Therapierichtlinien. Umso wichtiger sind umfassende Erfahrungswerte in der Behandlung, die wir Ihnen zusichern können.

Zum Teil treten Drehfehlstellungen in Kombination mit Achsfehlstellungen auf. Die Behandlung solch komplexer Deformitäten bedarf einer detaillierten Planung, die wir individuell für Sie durchführen.

Bei größeren Rotationsabweichungen von mehr als 20 °C ist nach unserer Erfahrung eine Durchtrennung (Torsionsosteotomie) notwendig, bei entsprechenden Beschwerden kann dies auch schon bei geringerer Ausprägung notwendig sein. Die Lokalisation der Osteotomie sollte von der Fußstellung abhängig gemacht werden. Als vereinfachte Faustregel sollte die Ausrichtung des Fußes zum Schenkelhals berücksichtigt werden. Handelt es sich eher um ein „innengedrehtes Bein“ oder ein „normal“ ausgerichtetes Bein, sollte eine Drehung des knienahen Oberschenkelknochens (Außentorsionsosteotomie des distalen Femurs) durchgeführt werden. Handelt es sich eher um ein „außengedrehtes Bein“, ist eine kniegelenksnahe Drehung des Schienbeins zu erwägen (supratuberositäre Innentorsionsosteotomie). Bei größeren Torsionsabweichungen ist in Abhängigkeit vom Ausmaß der Fehlstellung gegebenenfalls beides zu kombinieren. Letztlich bestimmen wir die Beingeometrie unseres Patienten jeweils individuell und passen die Lokalisation und das Ausmaß der Korrektur „maßgeschneidert“ an die jeweilige Herausforderung an.

Die kurz- und mittelfristigen Ergebnisse sind sehr gut, langfristige Ergebnisse sind jedoch noch nicht bekannt.

In einer gründlichen Untersuchung ermitteln wir Art und Grad Ihrer Fehlstellung und leiten die passende Therapie ein. Diese besprechen wir ausführlich mit Ihnen. Unser Ziel ist, alle Ihre Fragen zu beantworten, bis alle etwaigen Unsicherheiten oder Unklarheiten geklärt sind. 

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