Behandlung der Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist eine der häufigsten Erkrankungen des Herzens und der wichtigste Grund für Krankenhausaufnahmen in Deutschland und Europa.
Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung leiden unter einer massiven Einschränkung der Mobilität und Lebensqualität mit Luftmangel bei geringster körperlicher Anstrengung und einer starken Neigung zu Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme), zudem drohen anfallsartig auftretende Verschlechterungen Ihrer Belastbarkeit.

Zielgerichtete Ursachenforschung und Diagnostik

Die medizinische Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz stellt eine Herausforderung dar. Schon die erfolgreiche Ursachenfindung erfordert Erfahrung und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, denn die Gründe für das Entwickeln einer Herzschwäche sind vielfältig. Sie reichen von der koronaren Herzerkrankung, einer familiären genetischen Veranlagung über Herzklappenerkrankungen, entzündliche Prozesse bis hin zu Stoffwechselerkrankungen.

In den vergangenen 25 Jahren konnte die Behandlung der Herzschwäche durch bahnbrechende Innovationen der Medizin grundlegend verbessert werden. Dies betrifft insbesondere sehr wirksame Medikamenten-Therapien sowie die Entwicklung von medizinischen Implantaten wie Defibrillatoren (ICDs) und spezielle Herzschrittmacher-Systeme zur „kardialen Resynchronisation“ (CRT). Mit dem richtig gewählten Therapie-Konzept leben Patienten heute länger und mit deutlich verbesserter Lebensqualität.

Eine Voraussetzung dafür, dass Patienten vom medizinischen Fortschritt in diesem Bereich profitieren können, ist jedoch die frühzeitige und umfassende Diagnose-Stellung und eine stets individuell auf die Schwere der Erkrankung angepasste Therapie-Strategie für den Patienten unter Berücksichtigung aller kardiovaskulären Begleiterkrankungen.

Stationäre Behandlung

Die kardiologische Abteilung der Asklepios Klinik St. Georg kann im stationären Bereich ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten anbieten, um bei Patienten mit Herzinsuffizienz eine spürbare Verbesserung Ihrer Erkrankung zu erzielen. Dazu gehören:

  • die Implantation eines Defibrillators bzw. eines Implantats zur kardialen Resynchronisation (CRT), ggf. mit telemedizinischer Anbindung
  • interventionelle Therapieansätze wie beispielsweise die Behandlung von sekundären Herzklappenschwächen (der Mitral- und Trikuspidalklappe), z.B. durch das Mitral-Clipping
  • Katheterablationsverfahren zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), die eine Herzschwäche auslösen bzw. den Verlauf verschlechtern können (u.a. Vorhofflimmer-Ablation bzw. Ablation von ventrikulären Arrhythmien)

Fachärztliche Spezialambulanz (nach §116b)

Im Rahmen unserer fachärztlichen Spezialambulanz für Herzinsuffizienz nach Paragraph 116b bieten wir zudem eine intensivierte ambulante Betreuung von Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung an. Unsere Herzinsuffizienz-Spezialisten arbeiten hier interdisziplinär vernetzt mit Kollegen anderer Fachrichtungen (u.a. Diabetologen, Nephrologen, Rheumatologen, Radiologen). Zu unserem Leistungsspektrum gehören:

die leitliniengerechte umfassende Abklärung noch unklarer Kardiomyopathien mit Hilfe multimodaler Bildgebung (u.a. Echo, CT, MRT), sowie ggf. Myokardbiopsie und humangenetischer Beratung

die spiroergometrische Erfassung der körperlichen Leistungsfähigkeit von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (ggf. mit Empfehlungen zur Steuerung des körperlichen Trainings) sowie die Abklärung unklarer Luftnot-Symptome

  • die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit unseren kooperierenden Diabetologen,  Nephrologen sowie Rheumatologen zur Erkennung und bestmöglichen Behandlung relevanter Begleiterkrankungen (Diabetes, Eisenmangelzustände u.a.) 
  • Angebote zur innovativen pharmakologischen Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz sowohl mit erhaltener (HFpEF) als auch reduzierter (HFrEF) Pumpfunktion im Rahmen von Studien

Für diejenigen Patienten, bei denen mit interventionellen Verfahren keine ausreichende Stabilität ihrer Erkrankung erreicht werden kann, bieten wir zudem in Kooperation mit den Kollegen der Abteilung für Herzchirurgie die Versorgung mit einem Herzunterstützungssystem (linksventrikuläres Assist Device, kurz LVAD) an.

Kontakt

Tel. 040 181885-4172

Fax 040 181885-4407

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