Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs ist fast immer heilbar und nimmt damit eine Sonderstellung unter den Krebserkrankungen ein.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Schilddrüsenkrebs wächst meist langsam und wird manchmal erst erkannt, wenn er sich im Körper ausgebreitet hat.

Häufiger wird die Diagnose jedoch nach der Entnahme einer Gewebeprobe gestellt, der die Identifikation eines potentiell malignen (bösartigen) Schilddrüsenknotens vorausgegangen ist. Ob ein Schilddrüsenknoten bösartig ist, kann nie ohne Untersuchung einer Gewebeprobe festgestellt werden.

In bestimmten Situationen kann eine Schilddrüsenpunktion mit zytologischer Untersuchung des Punktats den Verdacht erhärten. Jedoch entbindet auch eine negatives Punktionsergebnis („der Knoten ist gutartig“)  nicht  von weiteren regelmäßigen Kontrollen, denn Punktionen sind mit erheblichen Unsicherheiten belastet. So kann zu wenig Material gewonnen worden sein, die Lokalisation der Punktion nicht stimmen oder der Knoten inhomogen (ungleichförmig) aufgebaut sein.

Ein positives Punktionsergebnis („der Knoten kann bösartig sein“) muss immer durch eine Gewebeprobeentnahme bestätigt werden. Eine Punktion kann eine Bösartigkeit nie ausschließen oder beweisen, sondern gibt uns lediglich Hinweis auf den möglichen Gewebecharakter.

Weitaus häufiger wird die Bösartigkeit eines Schilddrüsenknotens durch eine intraoperative Schnellschnittuntersuchung erkannt. Bei der Schnellschnittuntersuchung erhält der Pathologe das Gewebe, während der Patient weiter in Narkose verbleibt. Dazu unterbrechen wir die Operation für 15 bis 20 Minuten und können sie dann gezielt fortführen. Ist der Knoten gutartig, wird der kleine Schnitt  verschlossen. Ist der Knoten dagegen bösartig, wird die Operation fortgesetzt.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Der Umfang der Operation beim Schilddrüsenkrebs wird nach strengen Regeln durchgeführt und beinhaltet die vollständige Entfernung der Schilddrüse (totale Thyreoidektomie), wenn eine bestimmte Tumorgröße überschritten ist.

Sind Nachbarorgane befallen, muss die Operation auch dieses berücksichtigen. Wenn Lymphknoten befallen sind, entfernen wir diese ebenfalls (Neck Dissektion). Die Entfernung von metastatisch befallenen Halslymphknoten stellt eine häufige Operation in unserer Abteilung für Hals- Nasen- Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie dar, sodass wir was auch für diesen Eingriff eine sehr hohe Sicherheit gewährleisten können.

Bei unvollständiger Tumorentfernung sind Lokalrezidive häufig, die dann in die Umgebung einbrechen oder metastasieren. Als spezialisierte Kopf- Hals-Chirurgen verfügen wir über detaillierte Kenntnisse der Nachbarorgane und können so auch für diese schwierigen Situationen operative Strategien anbieten. Dieses betrifft die Primärtumorentfernung ebenso wie die Entfernung von Metastasen.

Die Schilddrüsenentfernung und Lymphbahnausräumung stellt den ersten Schritt der Behandlung dar. Danach erfolgt beim papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinom die Radiojodtherapie. Die Radiojodtherapie erfolgt 3 bis 4 Wochen nach der Schilddrüsenoperation.  Dabei wird radioaktives Jod eingesetzt, das einzelne Schilddrüsen- und Tumorzellen zerstört, die möglicherweise bei der Operation belassen wurden. 

Die Kombination von totaler Thyreoidektomie, Neck- Dissektion und Radiojodtherapie bietet das derzeit höchste erreichbare Sicherheitsniveau, um papilläre und follikuläre Schilddrüsenkarzinome zu heilen.

Wir verfügen über eine jahrzehntelange Expertise und behandeln Patienten aus der ganzen Welt.

Schilddrüsenkarzinomrezidive

Schilddrüsenkarzinomrezidive (Rezidiv / Wiederauftreten des Karzinoms) stellen eine besondere Herausforderung dar, da die anatomischen Gegebenheiten durch die Voroperationen verändert sind. Umso wichtiger wird die exakte präoperative Lokalisation von Tumorresten oder Metastasen mit nuklearmedizinischen Methoden, um diese sicher und über begrenzte operative Zugänge erreichen zu können. Hierzu bietet unser Schilddrüsenzentrum  hervorragende Bedingungen.

Seite teilen: