Katheter-gestützte Behandlung von Herzklappenerkrankungen

Minimalinvasive Eingriffe

Unsere Abteilung ist spezialisiert auf die Behandlung von Patienten mit Herzklappenerkrankungen. Im Jahr 2006 begann unsere Klinik als eine der ersten Kliniken in Deutschland die sogenannte perkutane Therapie von Herzklappeneingriffen. Aktuell führen wir diese Eingriffe mehrmals täglich durch.

Herzklappenfehler können wir hierbei schonend und sehr effektiv mittels kathetergestützter Verfahren von der Leiste aus behandeln. Eine Eröffnung des Brustkorbs ist nicht erforderlich. Die Eingriffe erfolgen meist in örtlicher Betäubung ohne Vollnarkose. Ferner ist der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine nicht notwendig, da die kathetergestützten Verfahren am schlagenden Herzen durchgeführt werden.

Bild Hybrid-OP

Hybrid-Operationsräume

Für die minimalinvasiven (über sehr kleine Schnitte erfolgenden) Eingriffe stehen uns zwei hochspezialisierte Hybrid-Operationsräume zur Verfügung. Ein entscheidender Vorteil dieser Räume ist die Möglichkeit der gemeinsamen Behandlung eines Patienten durch Kardiologen und Chirurgen. Zur Ausstattung gehören eine Herzkatheteranlage sowie das gesamte Inventar eines chirurgischen Operationssaals.

Aortenklappenimplantation (TAVI=Transcatheter Aortic Valve Implantation)

Bei der Aortenklappenimplantation ist das Implantat an der Spitze eines Katheters (dünner Kunststoffschlauch) fixiert und wird meist über die Leiste, die Schlüsselbeinarterie oder durch einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen auf der linken Brustkorbseite zur Aortenklappe (eine der vier Herzklappen) vorgebracht.

Der Zugang über die Schlüsselbeinarterie ohne chirurgischen Schnitt (perkutaner Zugang) wurde in unserer Klinik entwickelt (der sogenannte „The Hamburg-St. George Approach“).

Die Freisetzung der neuen Herzklappe erfolgt in die alte verkalkte Klappe. Mit diesem Verfahren behandeln wir vor allem Patienten mit verkalkter, verengter Aortenklappe (Aortenklappenstenose). Mittlerweile können aber auch Patienten mit undichter Aortenklappe (Aortenklappeninsuffizienz) behandelt werden.

Es können mit dem gleichen Verfahren degenerierte, also nicht mehr funktionsfähige Herzklappenprothesen in Aorten- aber auch in Mitralposition ersetzt werden. Dabei wird die alte defekte Herzklappe als Stützgerüst belassen und die neue Herzklappe in diese eingesetzt.

Für den Fall, dass sich eine Undichtigkeit neben der von Chirurgen eingesetzten Herzklappenprothese, eine so genannte „paravalvuläre Leckage" ausbildet, besteht die Möglichkeit diese minimalinvasiv über einen Katheter mit einem Stopfen („Leckverschluss") zu verschließen.

In unserer Klinik wurde die kathetergestützte Aortenklappenimplantation bereits bei mehr als 1.700 Patienten durchgeführt.

Die Asklepios Klinik St. Georg wurde als eine der ersten Kliniken in Deutschland  im April 2015 von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als TAVI-Zentrum zertifiziert (TAVI: Transvaskuläre Aortenklappenimplantation).

Mitralklappeninsuffizienz (Undichtigkeit der Mitralklappe)

Auch die Mitralklappeninsuffizienz können wir mit einer Kathetertechnik behandeln.

MitraClip

Bei Patienten mit einer Mitralklappeninsuffizienz existiert die meiste Erfahrung mit der MitraClip®-Therapie. Hierbei werden mit einer kleinen Klammer, welche von der Leiste über einen Katheter vorgebracht wird, das hintere und das vordere Segel der Mitralklappe (eine der vier Herzklappen) verbunden, um die Undichtigkeit zu beseitigen. Seit 2008 wenden wir dieses Verfahren in unserer Klinik an, bereits mehr als 600 Patienten wurden mit einem MitraClip behandelt.

Mitralklappenring (Cardioband)

Seit September 2013 steht uns ebenso eine weitere Therapie in der Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz  zur Verfügung. Hierbei wird mittels eines Katheters von der Leiste aus ein Band im Bereich des Mitralklappenrings eingesetzt. Am Ende der Prozedur erfolgt durch Zug am implantierten Band eine direkte Raffung (Annuloplastie) der Mitralklappe. Hierdurch kommt es wieder zu einer Annäherung der beiden Mitralklappensegel und damit zu einer deutlichen Verbesserung der Funktion der Mitralklappe.

Interventionelle Behandlung von Herzwandaneurysmata

Bei Patienten, bei denen sich nach einem Herzinfarkt (= Myokardinfarkt) eine Aussackung/Verformung (= Aneurysma) im Bereich der linken Herzkammer (=linker Ventrikel) ausgebildet hat und die an den Symptomen (wie z.B. Luftnot oder Beinödeme) einer Herzschwäche (= Herzinsuffizienz) leiden gibt es eine zusätzliche Therapie zu den vorher beschriebenen Herzklappentherapien. Diese Therapie greift im Bereich der linken Herzkammer an und verkleinert den Bereich der Herzkammer, der bei dem Herzinfarkt geschädigt wurde. Diese Therapie nennt sich linksventrikuläre Reduktionstherapie (= LV Reduktionstherapie). Hierbei kann seit einigen Jahren interventionell, also per Katheterverfahren und am schlagenden Herzen, eine Ausschaltung/Verkleinerung des Bereiches der linken Herzkammer erfolgen. Hierdurch wird die Form der gesunden linken Herzkammer wiederhergestellt und die Symptome der Patienten verbessert.

Hier in der Asklepios Klinik St. Georg können durch die enge Zusammenarbeit der Kardiologen und der Herzchirurgen alle aktuell verfügbaren Therapien angeboten werden. Damit verfügt die Asklepios Klinik St. Georg über eine der größten Expertisen auf diesem Gebiet weltweit.

Prozeduren im Bereich von Herzklappenerkrankungen in der Asklepios Klinik St. Georg im Jahr 2016

Aortenklappenimplantationen (TAVI)

319

MitraClip Prozeduren

103

Cardioband Prozeduren

    7

Leckverschlüsse

    8

Interventionelle Behandlung von Herzwandaneurysmata

    7

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