Nieren-, Harnleiter- und Blasensteine

Harnsteine sind eine Volkskrankheit und können im gesamten Harntrakt vorkommen. Rund 5 % der deutschen Bevölkerung hat mindestens einmal im Leben einen Harnstein. Generell hat sich die Zahl der Erkrankungen innerhalb der letzten Jahre verdreifacht, sodass man inzwischen von 1,2 Millionen Patienten ausgehen kann, die jährlich aufgrund von Harnsteinen behandelt werden. Wir diagnostizieren und behandeln individuell – für Ihre Fragen sind wir stets gerne Ihre vertrauensvollen Ansprechpartner.

Weiterführende Informationen: Lesetipp

Auf der Internetseite European Association of Urology finden Sie ausführliche, qualitätsgeprüfte Informationen zu urologischen Krankheitsbildern.

Der erste Schritt: die richtige Diagnostik

Urologie

Durch eine Ultraschall- und/oder Röntgenuntersuchung können wir die Größe und die Lokalisation der Steine feststellen und Ihre weitere Behandlung darauf abstimmen. Analysen von Urin und Blut geben uns Aufschluss über eventuelle Stoffwechselprobleme oder zugrunde liegende Erkrankungen wie zum Beispiel Harnwegsinfekte. Eventuell kommt auch eine Blasenspiegelung in Frage, um die Therapie präzise planen zu können.

Ganz auf Sie abgestimmt: unser Behandlungsangebot

Zur Therapie von Steinerkrankungen steht uns die modernste endoskopische Technologie inklusive dem Einsatz von Lasertechnik zur Verfügung. Wir greifen – je nach genauer Art Ihres Steinleidens – auf folgende Therapieoptionen zurück:

Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

Bei dieser, auch „Stoßwellen-Therapie“ genannten, Behandlungsform werden hochenergetische Schallwellen durch eine akustische Linse fokussiert und dann über ein am Körper des Patienten anliegendes Wasserkissen von außerhalb des Körpers („extrakorporal“) in das Innere des Körpers auf den Stein ausgerichtet. Die ESWL erfordert gewöhnlich keine Narkose. Ziel hierbei ist eine Verkleinerung des Steins, sodass dieser auf natürlichem Wege den Körper verlassen kann.

Endoskopische Harnsteinentfernung

Minimalinvasive Verfahren (über sehr kleine Schnitte erfolgende Eingriffe) haben die offenen Steinoperationen nahezu vollständig ersetzt:

Nierensteine können wir unter direkter Sicht mit einem Instrument entfernen, welches wir über die Flanke in die Niere einführen (Zugang über die Haut zur Niere – die sogenannte perkutane Nephrolitholapaxie – PCNL). Neben der konventionellen PCNL bieten wir auch die Mini-PCNL, die Ultra-Mini-PCNL, die Micro-Perc sowie gegebenenfalls eine kombinierte Nierensteinentfernung mittels einer Harnleiterspiegelung (URS: Ureterorenoskopie) und PCNL an.
Harnleitersteine lokalisieren wir mit einer Harnleiterspiegelung (URS), zertrümmern sie vor Ort und entfernen die zertrümmerten Steine direkt. Hierzu nutzen wir spezielle endoskopische Steinfangkörbchen oder Zangen. Zur Steinzertrümmerung kommt außerdem ein Holmium-Laser zum Einsatz. Als international zertifiziertes Referenzzentrum für endoskopische urologische Operationen können Sie sich auf unsere Kompetenz in der endoskopischen Steintherapie verlassen.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Nachsorge

Das Risiko, im Verlauf des Lebens an Harnsteinen zu erkranken, liegt bei den in Europa lebenden Menschen bei ca. 5 bis 12 %. Vor allem die veränderten Lebensumstände sowie moderne Ernährungsgewohnheiten tragen zur Entstehung dieser Erkrankung bei. Ca. 50 % der Patienten erleiden ein Steinrezidiv (Wiederauftreten des Steinleidens), ca. 10 bis 20 % sogar 3 oder mehr Rezidive. 75 % der Patienten können jedoch ein Steinrezidiv allein durch allgemeine Maßnahmen verhindern. Dazu gehören beispielsweise eine Ernährungsumstellung, eine Erhöhung der Trinkmenge (ca. 3 Liter pro Tag) sowie ausreichend körperliche Bewegung und eine Normalisierung des Gewichts.

Einige Faktoren gewähren Hinweise darauf, ob Sie gefährdet sind, erneut Steine zu bekommen. In diesem Fall raten wir Ihnen zu engmaschigen Kontrollen sowie einer weiterführenden Diagnostik mittels 24-h-Urin (24-Stunden-Sammelurin), 24-h-pH-Profil (Tagesprofil des Urin-ph-Wertes) und serologischer Abklärung.

Zu den Hochrisikofaktoren zählen beispielsweise:

  • Steine im Kindes- und Jugendalter, gehäuftes Steinleiden in der Familie und beidseitiges Auftreten von Nierensteinen
  • Steinreste nach Therapie, Einzelniere, eine große Steinlast
  • bestimmte Steinformen wie Infekt-Steine, Brushit-Steine und Xanthin-Steine
  • genetische Erkrankungen wie Zystinurie, primäre Hyperoxalurie und renale tubuläre Azidose (RTA)
  • Erkrankungen wie Morbus Crohn, Hyperparathyreoidismus, Malabsorptionsstörungen und Kurzdarmsyndrom

Expertenvideo

©Asklepios

Chefarzt Prof. Dr. Andreas Gross informiert über Entstehung, Therapie und Nachsorge von Harnsteinen.

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