Shuntzentrum Hamburg

Das Shuntzentrum Hamburg ist fachlich und organisatorisch mit allen erforderlichen Fachbereichen verzahnt und arbeitet reibungslos mit diesen zusammen. So bieten wir Ihnen bei allen Fragestellungen rund um Gefäßzugänge schnelle und umfassende Hilfe.

Unser Shuntzentrum bietet alle operativen und interventionellen Verfahren zur Herstellung von für die Dialyse nötigen Gefäßzugängen und leistet darüber hinaus bei sämtlichen akuten Problemen rund um den Dialysezugang schnelle und umfassende Hilfe.

Unsere Sprechstunden

  • Montags bis Freitags zwischen 8:00 und 16:00 Uhr

Telefonnummer Dialysearzt

  • (040) 18 18-82 36 02

Behandlung der (prä)terminalen Niereninsuffizienz

Grafik zu einem Dialysegerät
© (c) sudok1/Fotolia.com

Bei der chronisch-terminalen Niereninsuffizienz kommt es als Folge von angeborenen oder erworbenen Nierenerkrankungen zu einem irreversiblen Ausfall der Nierenfunktion. Um die Entgiftungsfunktion der Nieren zu unterstützen beziehungsweise zu ersetzen, werden Maßnahmen zur Lebenserhaltung durch die Durchführung von Blutwäschen, sogenannten Dialysebehandlungen, notwendig. Laut Angaben des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) gibt es bereits heute ca. 83.000 Dialysepatienten in Deutschland.

Sie haben sich gemeinsam mit Ihrem Nierenarzt nach der Erläuterung der möglichen Nierenersatzverfahren – wie Hämodialyse (HD) oder Peritonealdialyse (CAPD) bzw. einer Nierentransplantation – für die Hämodialyse, die klassische Blutwäsche, entschieden.

Dialysezugänge (Shunts)

Shunt mit einem VasQ Device_Laminate Medical Technologies Ltd / Israel
© Laminate Medical Technologies Ltd / Israel

Die Hämodialyse wird über ein speziell dafür chirurgisch angelegtes Blutgefäß, den Dialyse-Shunt (oder die arterio-venöse Fistel) durchgeführt. Der erfolgreiche Einsatz der Hämodialyse ist abhängig von geeigneten Gefäßzugängen. Erst diese machen eine lange, komplikationsarme und effektive Dialysebehandlung möglich. Hier steht Ihnen unser Shuntzentrum Hamburg zur Verfügung, das auch bei sämtlichen akuten Problemen rund um den Dialysezugang schnelle und umfassende Hilfe leistet.

Das Shuntgefäß ist in der Regel eine Vene am Arm. Um die größeren Blutflussmengen und Blutflussgeschwindigkeiten zu ermöglichen, die für eine effiziente Dialyse-Behandlung notwendig sind, wird eine Verbindung zu einer Arterie hergestellt, in der diese Bedingungen bestehen. Von dieser Arterie wird das Blut dann in die Vene umgeleitet, die sich daraufhin erweitert und verändert (Maturation), so dass sie für die Dialyse nutzbar wird. Zur Herstellung dieser Verbindung ist eine kleine Operation notwendig.

Als erstes und aktuell einziges Zentrum in Hamburg bieten wir in unserem Shuntzentrum bei vielen Patienten die Möglichkeit einer endovaskulären Anlage eines Dialyse-Shunts am Unterarm mithilfe von zwei Kathetern an: ganz und gar ohne Notwendigkeit eines Hautschnitts. Dazu werden zwei sehr dünne magnetgestützte Katheter über eine Punktion am Handgelenk oder am Oberarm unter Röntgenkontrolle in die Unterarm-Gefäße eingebracht und es wird eine Verbindung (arterio-venöse Fistel) hergestellt.

Sollten die natürlichen Venen an den Armen nicht vorhanden sein, kann man auf eine Kunststoffader (Shuntprothese) oder einen Dialysekatheter zurückgreifen. Die Kunststoffader ist im Regelfall die zweite Wahl. Bei dem künstlichen Material sind das Infektionsrisiko und die Shuntverschlussraten leicht höher, als bei einer nativen Fistel. Die Gefäßprothesen sind am Unterarm und am Oberarm, am Brustkorb und im Halsbereich sowie im Oberschenkelbereich einsetzbar.

Bei Vorliegen von Abflussstörungen, z.B. durch Engstellen oder alte Gefäßverschlüße im Venensystem im Schulter- oder im Brustbereich ist im Regelfall keine Shuntanlage durch gängige Gefäßprothesen möglich. In solchen Fällen besteht in unserem Shuntzentrum die Möglichkeit der Anlage einer sogenannten HeRO®-Prothese, welche als eine Shuntprothese zur Dialysezwecken verwendet werden kann und einen direkten Abfluss zum Herzvorhof gewährleistet. Unser Shuntzentrum gehört zu Referenzzentren für die HeRO®-Prothesen.

Falls eine dringliche Hämodialyse notwendig sein sollte, besteht die Möglichkeit, einen getunnelten Dialysekatheters in den rechten Vorhof anzulegen. Dieser sogenannte Vorhofkatheter oder  Demerskatheter ist sofort einsetzbar  und findet meist Verwendung als Überbrückung bis zur endgültigen Reifung und Punktierbarkeit des Shunts. Auch bei den Shuntprothesen besteht die Möglichkeit, eine schnell-punktierbare Prothese einzusetzen, welche bereits nach 24-48 Stunden zur Dialysezwecken punktiert werden darf.

Im Falle eines Verschlusses der zentralen Venen oder der oberen Hohlvene ist die Anlage eines getunnelten Katheters oder der HeRO®-Prothese nicht möglich, da diese nicht in den Vorhof eingebracht werden können. In solchen Fällen bieten wir als erstes Zentrum in Hamburg die Möglichkeit der Anlage eines getunnelten Demerskatheters oder einer HeRO®-Prothese mithilfe von  Surfacer® Inside-Out System über einen Leistenzugang.

Auch bei schon bestehenden Shunts können im Laufe der Zeit Veränderungen und Komplikationen wie Engstellen, Verschlüsse, Erweiterungen, Infektionen oder „Steal“-Syndrome auftreten. Diese können eine erneute Operation sowie eine minimal-invasive Intervention mit Aufdehnung mit einem Ballon-Katheter oder Einlage einer Stentprothese notwendig machen, um die Funktion des Dialysezugangs zu erhalten oder erneut herzustellen.

Shuntzentrum Hamburg

Grafik einer Niere
© (c) krishnacreations/Fotolia.com

Das Shuntzentrum Hamburg ist fachlich und organisatorisch mit allen erforderlichen Fachbereichen verzahnt und arbeitet reibungslos mit ihnen zusammen. Dazu zählen die Shuntchirurgie, Nephrologie und Radiologie. Die Ultraschalluntersuchung (Duplexsonografie) ist in unser interdisziplinäres Sonografie-Zentrum integriert, in dem wir mit mehreren hochmodernen Geräten arbeiten. Der Leiter des Shuntzentrums, Dr. Robert Shahverdyan, und das Team des Shuntzentrums sind im intensiven Mapping der Venen und Arterien vor der Gefäßzugangsoperation und in der Analyse von Shunt-(Dys)funktionen äußerst erfahren.

Operative und interventionelle Eingriffe beziehungsweise Verfahren können bei uns ambulant und auch stationär, geplant und notfallmäßig kurzfristig erfolgen. Stationär betreuen wir Sie in unserer nephrologischen Abteilung unter der Leitung von PD Dr. Tobias Meyer. Für ambulante Vor- und Nachuntersuchungen ist die Sprechstunde unseres Shuntzentrums für Sie da. Dort entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen und in Absprache mit den einweisenden Kollegen, welche Therapie für Sie geeignet ist und welche weiterführende Diagnostik für Sie infrage kommt.

Unsere operativen Methoden

Shunt HeRO System
© Merit Medical, Reprinted by Permission

In unserem Shuntzentrum bieten wir Ihnen alle notwendigen Untersuchungen und Behandlungsmethoden zur Vorbereitung und Anlage des entsprechenden Dialysezugangs auf höchstem Niveau und stimmen diese auf die bei Ihnen vorliegenden Bedingungen ab. Wir führen sämtliche heutzutage zur Verfügung stehenden offenen sowie endovaskulären Eingriffe zur Anlage sowie Korrektur eines Dialysezugangs durch. Gleichwohl bevorzugen wir Shunts aus körpereigenen Venen. Jedes Jahr kommen wir auf rund 1.000 Dialysezugangs-Operationen, und das schon seit 2008, als das Shuntzentrum eröffnet wurde. Hochgerechnet ergibt das mehr als 7.000 Eingriffe – ein Erfahrungsschatz, von dem Sie als Patient profitieren werden. Dadurch, dass wir perfekt organisiert sind, können wir den Zeitraum von der Anmeldung bis zu Ihrer tatsächlichen Operation unter 14 Tagen halten.

Wir sind spezialisiert auf:

  • Native Shunt-Neuanlagen am Unterarm, im Bereich der Ellenbeuge sowie am Oberarm (Tabatiere-Fistel, Brescia-Cimino-Fistel, Gracz-Fistel, brachio-cephalica und brachio-basilica-Fistel)
  • Native Shunt-Neuanlagen unter Anwendung des VasQ™ externen Stabilisator-Scaffold der Anastomose (Laminate Medical Technologies Ltd)
  • Anlage von gängigen sowie der schnell-punktierbaren Shuntprothesen am Unterarm, am Oberarm, im Bereich der Schulter, der Brust und des Halses sowie am Oberschenkel (Straight-Shunts, Loop-Shunts, Collier-Shunts)
  • Anlage von Hybrid-Prothesen (W.L. GORE & Associates)
  • Endovaskuläre Shuntneuanlagen am Unterarm (EverlinQ, TVA medical)
  • Anlage der HeRO®-Prothesen (Merit Medical) am Oberarm bei chronischer Obstruktion des (zentral)venösen Abflusses
  • Anlage eines Dialysezugangs in Kombination mit dem Surfacer® Inside-Out System (Bluegrass Vascular) bei Verschlüssen der rechtsseitigen zentralen Venen
  • Sämtliche offene sowie endovaskuläre Revisionseingriffe (Shuntflussreduktion, Aneurysmaraffung, Revision bei Zugangs-assoziiertem Steal-Syndrom und bei Katheter- oder Shuntinfekt, Beseitigung der Engstellen und Verschlüssen mittels (medikamentenbeschichteten) Ballonkatheter sowie Stentprothesen, Vorverlagerungen, Transpositionen)
  • Anlage, Wechsel sowie Entfernung der getunnelten Langzeit-Dialysekathetern in den Vorhof
  • Shuntanlagen bei Kindern

Radiologische Unterstützung

Grafik zu einem Shunt
© (c) hywards/Fotolia.com

Das Röntgeninstitut, das das gesamte Repertoire der klinischen diagnostischen Radiologie bietet, vervollkommnet unser Angebot. Neben einer Angiografie-Einheit stehen der Radiologie mehrere moderne Mehrschicht-CTs und zwei hochmoderne MRTs zur präzisen Darstellung der Gefäße zur Verfügung. Außerdem bieten wir alle wichtigen radiologischen Interventionen für Patienten mit einem Shunt an:

Shunt-PTA (percutane transluminale Angioplastie)

Nachdem wir die Shunt-Vene punktiert haben, führen wir unter radiologischer Sichtkontrolle mit einem Ballonkatheter einen Draht zur verengten Stelle. Indem wir den Ballon vorsichtig aufdehnen, können wir den Engpass weiten. Bei der sogenannten Cutting-Balloon-Technik besitzt der Ballonkatheter winzige Klingen, die beim Aufdehnen die Innenschicht des Gefäßes anschneiden und damit auch hartnäckige Stenosen dauerhaft entfernen können. Beide Methoden können ambulant erfolgen.

Stent-Angioplastie bei zentraler Venenstenose (Venenverengung)

Verengte Gefäße werden mit Gefäßstützen (Stents) erweitert.

Thrombolysen – intraarteriell und in Shunt-Gefäßen

Blutgerinnsel (Thromben) lösen wir durch spezielle Medikamente auf.

Mechanische Rekanalisation (zum Beispiel mittels AngioJet®)

Um die Blutgerinnsel vor Ort entfernen zu können, kommen spezielle Katheter zum Einsatz.

Kontakt

24-Stunden Shunt-Handy

  • (0 40) 18 18-82 80 02

Unsere Sprechstunden

  • Montags bis Freitags zwischen 8:00 und 16:00 Uhr
Grafik Surfacer System

Interview: Moderne Shuntchirurgie

©Asklepios

Menschen mit einer Nierenerkrankung benötigen oft fortgeschrittenem Erkrankungsstadium häufig eine Dialysebehandlung. Um die dünnen und leicht verletzlichen Blutgefäße nicht zu schädigen, bekommen Dialysepatienten ein künstliches Gefäß, auch Shunt genannt. Dr. Robert Shahverdyan, Leiter des Shuntzentrums der Asklepios Klinik Barmbek, erklärt im Interview die moderne Shuntchirurgie.

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