Chemotherapie, Antikörpertherapie, Molekulare- und Multimodale Tumortherapie

Nach der Diagnose Krebs bieten wir in der Asklepios Klinik Barmbek verschiedene Therapiemöglichieten an; Chemotherapie, Antikörpertherapie, Molekulare- und Multimodale Tumortherapie.

Chemotherapie

Als Chemotherapie wird die medikamentöse Behandlung einer Krebserkrankung mit speziellen  Substanzen (Zytostatika) bezeichnet, die die Vermehrung der Krebszellen hemmt oder zu deren Absterben führt. Im Gegensatz zur sogenannten Lokaltherapie (z.B. Operation, Strahlentherapie) wirkt die Chemotherapie nicht nur an einer Stelle im Körper. Als sogenannte Systemtherapie greift die Chemotherapie Krebszellen im gesamten Körper an. Krebszellen teilen sich häufig und reagieren sehr empfindlich auf eine Chemotherapie, da die Zytostatika die Zellteilung hemmen. Dieser  Effekt (Wirkung gegen Krebszellen) richtet sich leider auch gegen gesunde Körperzellen, wenn diese sich häufig teilen (z.B. Haar-, Schleimhaut-, oder blutbildende Zellen im Knochenmark). Dadurch erklären sich auch die typischen unerwünschten Nebenwirkungen der Chemotherapie, wie z.B. Haarausfall, Entzündungen im Mundraum, Magen-Darm-Beschwerden, und veränderte Blutwerte. Auch wenn sich Nebenwirkungen nicht in jedem Fall vermeiden lassen: Mit den heutigen Möglichkeiten können wir viel tun, um unerwünschten Nebenwirkungen vorzubeugen oder ihre Auswirkungen zu mindern. Mehr dazu finden Sie auf der Seite "Supportive Therapie".

 

Welche genaue Chemotherapie für Sie infrage kommt, hängt von Ihrer Krebserkrankung, aber auch Ihren Begleiterkrankungen ab. Eine Chemotherapie kann manchmal in Tablettenform durchgeführt werden. Oft erfolgt die Chemotherapie über einen Tropf: Das bedeutet: die Medikamente (Zytostatika) werden als Infusion direkt in die Blutbahn gegeben. Fast immer werden mehrere Zyklen (oft 4-8) in Abständen von 2-4 Wochen wiederholt. In jedem einzelnen Zyklus können die Infusionen an einem Tag, manchmal auch an mehreren Tagen hintereinander verabreicht werden. Wenn eine längere Chemotherapie absehbar ist, raten wir Ihnen zur Anlage eines Port-Katheter (kurz: Port).Wir verfügen über langjährige Erfahrung bei der Anlage von Ports und können Ihnen diesen ca. 20-30 minütigen Eingriff ambulant unter Ultraschallkontrolle anbieten. Ein Port hilft, die Gefäße zu schonen und macht die Gabe der Chemotherapie sicherer.

 

Wir sind fachlich gut aufgestellt. Als Fachärzte für Hämatologie (Blutkrebserkrankungen) und Onkologie (bösartige Tumore) führen wir alle Chemotherapien mit langjähriger Erfahrung durch  - sowohl ambulant (wenn möglich) als auch stationär (wenn nötig). Wir sind aber auch seitens der Pflege gut aufgestellt durch onkologische Fachpflegekräfte, die langjährige Erfahrungen im Umgang mit Chemotherapien besitzen. Selbstverständlich klären wir Sie vor der Gabe einer Chemotherapie über das Ziel (Heilung? Stillstand der Erkrankung? Symptome lindern?) auf und wägen mit Ihnen den Nutzen und die Nebenwirkungen der Chemotherapie gemeinsam ab. Übrigens: die Asklepios Klinik Barmbek ist von der Deutsche Krebsgesellschaft z.B. als „Zentrum für Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, und Brustkrebs“ zertifiziert – das bedeutet, unsere Abläufe im Umgang mit Chemotherapie werden mindestens einmal jährlich offiziell überprüft.

 

Wir bieten Ihnen in der Asklepios Klinik Barmbek – gerade auch für die Chemotherapie – ein sehr gut abgestimmtes Konzept zwischen ambulanter (so viel wie möglich) und stationärer (so viel wie nötig) Behandlung. Unsere ambulant-stationäre  Organisationsstruktur aus dem ambulanten MVZ Onkologie und onkologischer Station bildet ein Netz, dass Sie in allen Therapie-Situationen tragen kann. Viele Patienten können ambulant eine Chemotherapie erhalten – wenn eine Verschlechterung eintritt, nehmen wir Sie kurzfristig stationär auf. Umgekehrt müssen einige Chemotherapien stationär erfolgen – dann können aber z.B. die Kontrollen nach gegebener Chemotherapie wieder ambulant erfolgen. Zusätzlich bieten wir Ihnen – bei Bedarf und in schwierigen Phasen – auch unterstützende palliative Therapiemaßnahmen wie die Schmerztherapie und psychoonkologische Unterstützung. Durch dieses enge Zusammenspiel besteht für alle Therapiesituationen die Möglichkeit, eine für Sie optimal zugeschnitte und für Ihre jeweilige Krankheitssituation passende Behandlungsmöglichkeit zu finden.

Multimodale Therapie

Chemotherapien werden teilweise auch mit einer Operation und/oder Strahlentherapie kombiniert eingesetzt. Dies wird als Multimodale Tumortherapie bezeichnet. Solche Kombinations-Therapien spielen z.B. in der Therapie von Darmkrebs, BauchspeicheldrüsenkrebsSpeiseröhren- und Magenkrebs, Lungenkrebs, und Brustkrebs und zunehmend in der Therapie von Lungenmetastasen und Lebermetastasen eine Rolle. Je nach dem Zeitpunkt des Einsatzes einer Chemotherapie unterscheiden wir drei Therapiesituationen.

Therapiesituationen

Neoadjuvante Chemotherapie

Diese wird vor einer Operation durchgeführt. Das Ziel ist, Krebsansiedlungen zu verkleinern und die Operationsbedingungen zu verbessern.

Adjuvante Chemotherapie

Diese erfolgt im Anschluss an eine Operation. Das Ziel ist, nicht sichtbare Mikrometastasen zu zerstören und die Heilungschancen zu erhöhen.

Palliativ Chemotherapie

Diese wird in fortgeschrittenen Krankheitsstadien eingesetzt. Das Ziel ist ein Fortschreiten der Krebserkrankung zu bremsen und tumorbedingte Symptome zu lindern.

Antikörpertherapie und Molekulare Tumortherapie

Neben der Operation, der Strahlentherapie und der Chemotherapie ist die Antikörpertherapie eine der wichtigsten Entdeckungen in der Tumorforschung. Eine neue Klasse von Medikamenten greift gezielt in den Stoffwechsel von Krebszellen ein und verhindert so das Wachstum von Krebszellen. Andere Medikamente blockieren gezielt die Blutzufuhr zu den Tumoren.

 

Der Einsatz dieser neuen Antikrebsmittel wird als zielgerichtete Therapie bezeichnet. Da ihre Wirkung auf der gezielten Blockade von bestimmten Molekülen beruht, wird diese Therapie manchmal auch als Molekulare Tumortherapie bezeichnet. Die wichtigsten Medikamente dieser neuartigen Medikamente sind die sogenannten „Antikörper“ und die sogenannten „small molecules“ (= kleine Moleküle).

 

In diesem Zusammenhang gewinnt die Bestimmung spezieller Gene oder Eiweiße in der Gewebeprobe aus Tumoren an Bedeutung. Vor Einsatz von neuen Antikrebsmitteln muss oft zunächst im Tumorgewebe analysiert werden, ob bestimmte Gene und/oder Eiweiße als Angriffspunkt überhaupt vorhanden sind.  Je nach Einzelfallkonstellation werden die neuartigen Antikrebsmittel in Kombination mit einer Chemotherapie oder als gesonderte Behandlungsmöglichkeit eingesetzt. Diese gezielte medikamentöse Tumortherapie hat weniger Nebenwirkungen als eine Chemotherapie. Sie ist allerdings nur bei wenigen Tumorarten einsetzbar.

 

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