Harninkontinenz

Ca. 10 Millionen Frauen und Männer in Deutschland leiden unter einer Blasenschwäche (Harninkontinenz). Vermutlich sind es aber weit mehr Betroffene, denn viele Menschen scheuen sich, über dieses Thema zu sprechen oder einen Arzt aufzusuchen.

Harninkontinenz schränkt die Lebensqualität häufig stark ein, führt zu Problemen im Alltag bis hin zu sozialer Isolation und Partnerschaftsproblemen oder sogar Depressionen. Mit dem heutigen Spektrum an modernen konservativen, medikamentösen und operativen Therapieoptionen lassen sich die verschiedenen Formen der Harninkontinenz allerdings häufig heilen, fast immer ist es möglich, die Einschränkungen deutlich zu reduzieren. Der Besuch beim Urologen lohnt also in jedem Fall!

Bei uns sind Sie mit dem sensiblen Problem der Harninkontinenz sehr gut aufgehoben – unsere Experten verfügen über langjährige Erfahrungen und umfassendes Fachwissen und begleiten Sie von der Diagnostik über die Behandlung bis zur Nachsorge.
 

Unser Leistungsspektrum

Diagnose und Behandlung aller Blasenfunktionstörungen bei Frauen und Männern, darunter insbesondere:

Harninkontinenz

  • Als Folge einer Senkung bei Frauen
  • Nach radikaler Prostatektomie bei Männern

Überaktive Blase

Neurogene Blasenfunktionstörungen

Rezidivierende (wiederkehrende) Harnwegsinfekte

Diagnostik

Um Ihnen das richtige, individuell auf Sie abgestimmte Therapiekonzept anbieten zu können, muss im Vorfeld eine umfassende Untersuchung und Besprechung erfolgen. Dabei berücksichtigen wir verschiedene Faktoren der Erkrankung wie anatomische und funktionelle Veränderungen.

Basisdiagnostik: 

  • Ausführliche Anamnese inkl. Miktionsanamnese, Voroperationen, Medikamenten und Fragen nach Beginn und auslösenden Faktoren der Harninkontinenz
  • Körperliche Untersuchung mit urogynäkologischer Untersuchung und neurologisch-orientierender Untersuchung
  • Blut- und Urinuntersuchung
  • Ultraschall und Restharnbestimmung
  • Beurteilung der Lebensqualität mittels standardisierter Fragebögen
  • Trink- und Miktionsprotokoll
  • Husten- oder Stresstest bei Belastungsinkontinenz
  • Vorlagentests (Pad-Test) zur Messung des täglichen Urinverlustes

 

Spezielle Diagnostik:

  • Urodynamik (Blasendruckmessung) und Urethrozystoskopie (Harnblasenspiegelung)
  • Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung von Blase oder Darm
  • Dynamisches Funktions-MRT

Auf Basis der Untersuchungsergebnisse entwickeln wir für Sie ein individuelles Therapiekonzept. Dabei berücksichtigen wir die medizinischen Aspekte genauso wie die kosmetischen und patientenspezifischen Wünsche. Wir beziehen Sie selbstverständlich umfassend in den Befund- und Entscheidungsprozess mit ein.

Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen der Harninkontinenz reichen – je nach Ursache und Ausprägung der Erkrankung – von einfachen konservativen bis zu komplexen operativen Methoden. Dabei ist es unser Ziel, Ihre Symptome zu lindern und Ihnen Ihre Kontinenz und Lebensqualität zurückzugeben.

Konservativ

Als erste Option sollte immer eine konservative Therapie, also ohne operativen Eingriff, in Erwägung gezogen werden. Hierzu zählen zunächst Beckenboden- und Blasentraining – spezifische Trainingsprogramme zur Unterstützung der benötigten Muskulatur. Auch moderate Änderungen der Lebensgewohnheiten – das Reduzieren der täglichen Trinkmenge, das geplante Wasserlassen nach der Uhr sowie das Meiden von reizenden Stoffen wie Kaffee oder scharfen Gewürzen – helfen vielen Patienten.

Sind diese Ansätze nicht erfolgreich, können auch apparative Verfahren wie die Elektrostimulation genutzt werden. Patienten mit starkem Harndrang empfehlen wir, für mindestens sechs bis acht Wochen blasenschwächende Medikamente zu testen.

Operativ

Bei weiblicher Inkontinenz können verschiedene operative Verfahren angewendet werden. Hierzu zählen die Kolposuspension (Anhebung des Blasenhalses durch Haltenähte), die Vagino Sakropexie (Befestigung der Scheide am Kreuzbein durch einen Gewebeersatz) und verschiedene Scheidenplastiken.

In den letzten Jahrzenten sind zunehmend minimalinvasive Operationsverfahren (Schlüssellochchirurgie) entwickelt worden, die für die Patientinnen weniger belastende Operationen mit kleineren Schnitten und zumeist schnellerer Erholung und Entlassung aus der Klinik bedeuten. Zu den minimalinvasiven Verfahren zählen sogenannte Schlingenverfahren wie das TVT oder TOT, bei denen Bänder zur Stabilisierung eingelegt werden.

In der Therapie der männlichen Inkontinenz, die meist nach einer radikalen Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) auftritt, stehen zwei Gruppen von Verfahren zur Verfügung: zum einen minimalinvasive Schlingen (z. B. Atoms®-System; AdVance®-Schlinge), zum anderen die Implantation eines künstlichen Blasenschließmuskels (z. B. AMS 800®). Durch ausführliche Anamnese und Diagnostik können wir herausfinden, welche dieser Optionen für Sie passend ist. So können wir für fast alle Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erreichen.

Kooperation Kontinenzgesellschaft

Wir in der Asklepios Klinik Barmbek stehen in enger Kooperation mit der Deutschen Kontinenz Gesellschaft und sind als Beratungsstelle zertifiziert. Für eine umfassende und erfolgreiche Behandlung arbeiten wir hausintern außerdem mit den Abteilungen für Gynäkologie und Neurologie zusammen.

Weiterführende Informationen: Lesetipp

Auf der Internetseite European Association of Urology finden Sie ausführliche, qualitätsgeprüfte Informationen zu urologischen Krankheitsbildern.

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