Interdisziplinäres Sonografie Zentrum

Ein Spezialangebot der Abteilung für Onkologie ist die Sonografie (Ultraschall). Mit Hilfe von Ultraschall können Organe untersucht und Tumore erkannt werden. Moderne High-End-Ultraschallgeräte ermöglichen eine präzise Bildgebung. Befunde können als Videosequenz für Kontrolluntersuchungen gespeichert werden.

Ultraschalldiagnostik und -therapie (DEGUM Stufe III)

Eine Ultraschalluntersuchung bewirkt keine Strahlenbelastung. Die Ultraschalldiagnostik bildet häufig die Basis für die Tumordiagnostik. Der Leiter der Abteilung, Dr. med. Dr. habil. Axel Stang, ist Ausbilder an der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sonografie Hamburger Internisten (ASHI) und Ausbilder und Seminarleiter (DEGUM-Stufe III Zertifikat) der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Im Rahmen der DEGUM und der ASHI bietet die Abteilung regelmäßig Fortbildungskurse an.

Interventionelle Sonografie

Die Interventionelle Sonografie ist ein besonderer Schwerpunkt. Mit langjähriger Erfahrung führen wir unter Ultraschallkontrolle Punktionen (ultraschallgezielte Stanzbiopsien) von Tumoren für die Gewinnung von Gewebeproben durch. Diese risikoarme Methode eignet sich besonders für die Diagnose unklarer Tumore im Bauchraum, z.B. in der Leber. Auf diese Weise können viele operative Eingriffe vermieden werden.

Der Ablauf:

  • Unter lokaler Betäubung und per Ultraschallnavigation wird eine dünne Nadel in das Zielgewebe eingeführt.
  • Eine Gewebeprobe wird gezielt entnommen.
  • Der Eingriff dauert etwa zwei bis fünf Minuten und ist in der Regel schmerzfrei.
  • Die Gewebeprobe wird in die Pathologie versendet.
  • Zur Kontrolle selten auftretender Nachblutungen bleiben die Patienten zur Beobachtung eine Nacht auf der Station.

Die Ergebnisse der pathologischen Analyse besprechen wir mit den Patienten in einem ambulanten Termin ca. eine Woche nach der Punktion. In diesem ambulanten Termin planen wir Art und Umfang einer eventuell erforderlichen Behandlung gemeinsam mit Ihnen. Ultraschallgesteuerte Punktionen können auch therapeutisch eingesetzt werden - z.B. zur Anlage von Drainagen oder Radiofrequenzablation (siehe unten) von Tumoren.

Kontrastmittelsonografie

Die Kontrastmittelsonografie ist eine Spezialdiagnostik auf Basis einer besonderen Ultraschalltechnik. Diese erhöht die Aussagekraft der Ultraschalluntersuchung. Ihr Einsatz erfolgt insbesondere zur Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren. Der Ablauf:

  • Vor der Ultraschalluntersuchung wird ein intravenöser Zugang gelegt.
  • Dann wird ein Kontrastmittel gespritzt, um die Darstellung von gutartigem und bösartigem Gewebe zu verbessern.
  • Die Untersuchung dauert ca. fünf Minuten.
  • So spart die Kontrastmittelsonografie nicht nur Zeit und Kosten – sie erspart vielen Patienten auch die Belastung eines operativen Eingriffs.

Auch wenn eine Operation erforderlich ist, kann die Kontrastmittelsonografie hilfreich sein. Sie ermöglicht - z.B. bei Lebermetastasen - im Vorfeld einer Operation eine exaktere Diagnose krankhafter Veränderungen.

Ultraschallgesteuerte Tumortherapie

Die Ultraschalltechnik hat sich vom ausschließlichen Einsatz in der Diagnostik zu einem aktiven Therapie-Instrument entwickelt. Ultraschallgesteuerte Eingriffe spielen in der Tumortherapie eine wichtige Rolle.

Spezielle Bedeutung haben ultraschallgesteuerte Eingriffe in der Behandlung von inoperablen Lebertumoren und von Lebermetastasen. Wir führen die ultraschallgezielte Radiofrequenzablation von Lebertumoren und Lebermetastasen mit langjähriger Erfahrung durch. Das Ziel der Radiofrequenzablation ist die Zerstörung von Tumoren durch Hitze. Der minimal-invasive Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie in einem Dämmerschlaf. Eine Narkose ist nicht erforderlich. Der Ablauf :

  • Unter Ultraschallkontrolle wird eine Sonde (sogenannte Nadelelektrode) in den Tumor platziert.
  • Wenn die Spitze der Sonde zentral im Tumor liegt, wird die Radiofrequenz aktiviert.
  • Dadurch entwickelt sich an der Spitze der Sonde Hitze; der Tumor wird verkocht.
  • Durch die Hitzeentwicklung an der Sondenspitze bilden sich im Tumorgewebe kleine Gasbläschen.
  • Im Ultraschall sind diese kleinen Gasbläschen sichtbar. Dadurch kann während des Eingriffs durch die Ultraschallkontrolle beurteilt werden, ob und wann der Tumor vollständig zerstört ist.

Eine ultraschallgesteuerte Radiofrequenzablation eines Tumors dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Die Vorteile für den Patienten sind zum einen ein schonender Eingriff – zum anderen kann schon während des Eingriffs dessen Erfolg beurteilt werden, das heißt ob und wann der Tumor vollständig zerstört ist.

Seit 2013 wenden wir ein neues Verfahren zur Sterilisation von Ultraschallsonden an - mit folgenden Vorteilen: Verbesserte Hygiene, Infektionsschutz, also gesteigerte Patientensicherheit.

Weitere Informationen

Hier finden Sie einen Beitrag des Deutschlandfunks über den Einsatz von Ultraschall in der Krebstherapie mit Dr. med. Dr. habil. Axel Stang.

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