Erkrankungen des Dünn- und Dickdarms

Der menschliche Darm besteht aus mehreren Abschnitten und beginnt hinter dem Magen mit dem Zwölffingerdarm. Es folgen Dünndarm, Dickdarm und Enddarm (Mastdarm). Insgesamt dient der Darm dem Körper vor allem zur Aufnahme von Nährstoffen, Spurenelementen und Wasser. Der Enddarm speichert zudem ankommenden Stuhl und unterstützt den Vorgang der Darmentleerung. Der Analkanal schließt den Verdauungstrakt ab. Unsere Mediziner sind spezialisiert auf die Erkrankungen des Dünn- und Dickdarms und verfügen über entsprechend umfassende Erfahrungswerte in ihrer Diagnostik und Therapie – für Ihre bestmögliche Behandlung.

Wir helfen Ihnen gern weiter

Bei allen Erkrankungen des Dünn- oder Dickdarms helfen unsere Spezialisten Ihnen mit modernsten Behandlungsmethoden. Unsere Mediziner versuchen möglichst minimalinvasiv (mit schonenden kleinen Schnitten) zu operieren. Wir arbeiten eng mit niedergelassenen Proktologen (Fachärzten für Erkrankungen des Mastdarms) zusammen. Dadurch sind Sie sowohl gründlich vorbehandelt als auch optimal ambulant weiterversorgt.

 

Krankheitsbilder

Appendizitis – „Blinddarmentzündung“

Der Blinddarm (Zoekum) ist ist eine Art Sackgasse am Anfangsteil des Dickdarms. Am Ende des Blinddarms befindet sich eine wurmförmige Ausstülpung, der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis). Bei einem gesunden Menschen trägt der Wurmfortsatz zur lokalen (örtlichen)Immunabwehr im Darmbereich, also der Fähigkeit des Körpers, sich gegen mögliche Krankheitserreger zu wehren, im Darmbereich bei.

Die häufigste Erkrankung des Wurmfortsatzes ist eine Entzündung (Appendizitis), die umgangssprachlich Blinddarmentzündung genannt wird. Zumeist ist allein der Wurmfortsatz und nicht der Blinddarm selber betroffen. Eine Appendizitis wird meist durch eine lokale Entzündungsreaktion oder die Verstopfung des Wurmfortsatzes hervorgerufen. Die Entzündung kann bewirken, dass der Wurmfortsatz durchbricht und hierdurch eine schwere Erkrankung des Bauchraums auslöst.

Zwar tritt eine Blinddarmentzündung vergleichsweise häufig auf, sie lässt sich jedoch schwer diagnostizieren, da aktuell keine verlässlichen Parameter wie Laboruntersuchungen oder Ultraschall (bildgebendes Verfahren) eine Appendizitis sicher bestätigen oder ausschließen können. Unsere Fachärzte entfernen den Wurmfortsatz (Appendektomie) deshalb im Zweifelsfall. Dies ist medizinisch angezeigt, denn die operative Entfernung eines nicht entzündeten Appendix stellt nur ein minimales Risiko dar, aus ihr resultiert kein dauerhafter Schaden. Die Komplikationen bei einer zu spät operierten Appendizitis können jedoch schwerwiegend sein. Sollten Sie akute starke Beschwerden haben, rufen Sie deswegen stets den Rettungsdienst an.

Unsere Operateure arbeiten generell mithilfe modernster Technik und minimalinvasiv, also ohne großen Schnitt. Ist der Wurmfortsatz jedoch bereits durchgebrochen, ist meistens eine größere Operation notwendig. Wir verfügen über langjährige Erfahrungen bei der Wurmfortsatz-Entfernung (Appendektomie) in allen Altersgruppen. Wöchentlich helfen wir rund acht Patienten durch Appendektomie – alle Eingriffe werden bei uns sorgsam und so schonend wie möglich durchgeführt.

Erkrankungen des Dünndarms

Erkrankungen des Dünndarms, die einer chirurgischen Therapie bedürfen, sind eher selten. Häufig müssen in Notfall-Operationen Verwachsungen aufgrund früherer Operationen gelöst werden, die den Dünndarm zuschnüren und so einen Darmverschluss auslösen. Auch entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn können den Dünndarm befallen. Bösartige Tumorerkrankungen treten selten am Dünndarm auf und ihre Heilungsaussicht ist meist besser als die bei Tumoren von Dick- und Enddarm. Unsere erfahrenen Mediziner helfen Patienten mit jeder Diagnose und finden individuelle Therapiemöglichkeiten.

Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronische (lang andauernde) entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Trakts. Etwa 2 bis 3 von 100.000 Einwohnern erkranken jährlich neu an Morbus Crohn oder Crohn-Krankheit. Die Zahl der Neuerkrankungen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Meistens erkranken junge Erwachsene zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Bis heute ist nicht erforscht, welche Umstände genau die Entstehung von Morbus Crohn beeinflussen und begünstigen. Vermutlich erhöhen eine ungesunde Ernährung, Rauchen und die Einnahme oraler Kontrazeptiva (Antibabypille) die Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Morbus Crohn tritt schubweise auf. Meist leiden Betroffene zu Krankheitsbeginn unter unspezifischen (nicht eindeutig einer Erkrankung zuzuordnenden) Symptomen wie Müdigkeit, Gewichtsverlust, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sowie Schmerzen im rechten Unterbauch. Unsere Experten können Morbus Crohn durch Laboruntersuchungen, Ultraschall (bildgebendes Verfahren) oder Röntgenbilder des Bauchraums feststellen. Meistens müssen sie zudem eine Darmspiegelung unter Entnahme von Gewebeproben, die dann im Labor untersucht werden, durchführen. Um optimal therapieren zu können, arbeiten wir eng mit unseren Gastroenterologen (Fachärzten für Krankheiten des Darms und des Magens) zusammen. Den ersten Schub der Krankheit können unsere Fachärzte meistens medikamentös behandeln, um die akuten Beschwerden zu lindern. In schweren Fällen müssen unsere Mediziner die betroffenen Darmabschnitte gegebenenfalls entfernen, um Komplikationen zu vermeiden wie Stenosen (Verengungen), Fisteln (nicht normale Gangverbindungen zwischen dem Darm und der Haut), Abszesse (Eitergeschwüre) oder Perforationen (Durchbrüche). In enger Abstimmung mit Ihnen legen wir Ihre individuelle Diagnostik und Therapie fest. Die durchzuführenden Maßnahmen besprechen wir mit Ihnen, Ihre Fragen beantworten unsere Experten gern.

Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa ist, neben Morbus Crohn, die häufigste chronische (lang andauernde) entzündliche Darmkrankheit und betrifft den Dickdarm. Meist breitet sie sich vom Mastdarm her immer weiter aus. Das hauptsächliche Symptom ist blutiger, schleimiger Durchfall. Ferner verspüren Betroffene zumeist häufigen Stuhldrang und krampfartige Bauchschmerzen im linken Unterbauch. Colitis ulcerosa ist schwer nachzuweisen. Für eine gründliche Diagnose nehmen unsere Fachärzte Ihnen Blut ab, untersuchen eine Stuhlprobe und führen gemeinsam mit unseren Gastroenterologen (Fachärzten für Krankheiten des Darms und des Magens) eine Darmspiegelung durch. Colitis ulcerosa tritt, ähnlich wie Morbus Crohn, schubweise auf. Die Symptome eines Entzündungsschubs behandeln unsere Experten zunächst medikamentös. Leiden Patienten unter häufigen und heftigen Schüben und bringen medikamentöse Behandlungsformen keine dauerhafte Besserung, entfernen unsere Operateure den Dickdarm. Bei den meisten Patienten verbessert sich dadurch die Lebensqualität, wenngleich sie mit einigen Einschränkungen leben müssen. Etwaige Risiken und Folgen einer Operation besprechen unsere Fachärzte mit Ihnen ausführlich, damit Sie für sich die individuell beste Entscheidung treffen können.

Ileus (Darmverschluss)

Ein Ileus ist ein Darmverschluss, der die Ausscheidung von Stuhl verhindert. Eine Verstopfung kann sowohl durch ein mechanisches Hindernis, beispielsweise einen verschluckten Gegenstand, (mechanischer Ileus) als auch eine Darmlähmung (paralytischer Ileus) ausgelöst werden. Ein Ileus kann im Dünn- und Dickdarm auftreten. Die Beschwerden sind je nach Auslöser unterschiedlich. Bei einem mechanischen Ileus treten meist krampfartige Bauchschmerzen (Koliken) auf. Betroffene, die unter einem paralytischen Ileus leiden, verspüren hingegen anfangs nur geringe Schmerzen. Einen Ileus können unsere Fachärzte durch Abtasten, Abhören und eine digital-rektale Untersuchung, also eine Untersuchung des Mastdarms, feststellen. Weitere Erkenntnisse gewinnen unsere Spezialisten durch Röntgenaufnahmen oder eine Ultraschalluntersuchung (bildgebendes Verfahren). Je nachdem, wie schwer der Darmverschluss ist, versuchen unsere Fachärzte zumeist, diesen durch eine medikamentöse Therapie zu lösen. Insbesondere bei einem mechanischen Ileus kann zudem eine Operation angezeigt sein, um den verstopfenden Gegenstand zu entfernen.

Divertikelkrankheit

Divertikel sind Ausstülpungen in der Dickdarmschleimhaut. Diese entstehen durch Lücken in der Muskelschicht des Darms. Warum genau Divertikel entstehen, ist noch nicht erforscht. Vermutlich begünstigen eine ballaststoffarme Ernährung, Fettleibigkeit, zu wenig Bewegung und Stress die Entstehung von Divertikeln. Dies bedeutet, dass Sie durch eine gesunde Lebensführung vorbeugen und vorsorgen können.

Rund 40 % der über 60-Jährigen haben Divertikel. Aber nur ein geringer Teil davon ist behandlungsbedürftig. Als typische Symptome treten Verstopfung, Schmerzen im linken Unterbauch, Fieber, Übelkeit und Erbrechen auf. Unsere Fachärzte diagnostizieren gründlich und präzise: Neben einer körperlichen Untersuchung wird die Divertikelkrankheit während eines Schubs mittels Ultraschall und einer Röntgenuntersuchung (beides bildgebende Verfahren) festgestellt. Wir behandeln die Divertikelkrankheit zunächst medikamentös. Zumeist klingt der Entzündungsschub danach ab. Treten Divertikel wiederkehrend auf und sind sie kompliziert entzündet, müssen unsere Operateure den betroffenen Darmabschnitt entfernen. Eine Operation ist nach Abklingen des Entzündungsschubs angeraten. Wir entfernen den betroffenen Darmabschnitt minimalinvasiv, ohne große Schnitte, sodass Sie sich nach der Operation rasch erholen können.

Bösartige Erkrankungen des Dick- und Enddarms: Das Kolonkarzinom

Das Kolonkarzinom (Darmkrebs) ist eine der häufigsten Krebserkrankungen westlicher Industrienationen. Über 90 % der Tumore des Dickdarms sind Drüsentumore (Adenokarzinome). Von 100.000 Einwohnern erkranken 30 bis 35 jährlich neu. In einer frühen Entwicklungsstufe (Stadium) des Tumors verspüren die meisten Patienten kaum Beschwerden. Manchmal tritt ein ungewollter Gewichtsverlust ein. Durch Vorsorgeuntersuchungen wie eine Darmspiegelung lassen sich Kolonkarzinome gegebenenfalls frühzeitig erkennen. Informieren Sie sich bei einem Arzt Ihres Vertrauens und nehmen Sie Vorsorgeuntersuchungen unbedingt wahr.

Diagnose

In bis zu 70 % der Fälle treten die Karzinome im Endbereich des Darms und am Mastdarm (Rektum) auf. Bei entsprechender Größe lässt sich ein Großteil von ihnen von Fachärzten ertasten. Häufig treten mehrere Krebsgeschwulste (Karzinome) gleichzeitig auf, sodass unsere Mediziner stets den gesamten Dickdarm untersuchen. Für eine genaue Diagnostik nehmen wir eine digital-rektale Untersuchung, also eine Untersuchung des Mastdarms, und eine Spiegelung des Darms vor. Zugleich entnehmen wir Gewebeproben und stellen den Tumor sowie die umliegenden Lymphknoten dar. Zusätzlich sollte zur genauen Diagnostik eine Blutuntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung, (bildgebendes Verfahren) und eine Computertomografie (CT) des Bauchs erfolgen. So bestimmen unsere Experten das genaue Tumorstadium und die Operationsfähigkeit (Operabilität). Hierauf aufbauend planen wir in enger Abstimmung mit Ihnen eine individuell auf Sie zugeschnittene Therapie.

Therapie

Auch bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen des Dick- und Enddarms sind unsere Experten sehr erfahren. Um eine optimale Therapie anbieten zu können, nutzen wir alle modernen Möglichkeiten wie die Strahlentherapie in enger Zusammenarbeit mit den Fachkollegen der Gastroenterologie (Fachärzte für Krankheiten des Darms und des Magens) und der Onkologie (Fachärzte für Krebserkrankungen) an. Die deutsche Krebsgesellschaft hat uns dafür als Interdisziplinäres Darmzentrum zertifiziert und anerkannt.

Wir operieren Sie, wenn möglich, minimalinvasiv. Auf Basis unserer umfassenden Erfahrungswerte und abhängig von Lage und Ausmaß eines Tumors legen wir gemeinsam mit Ihnen das optimale Therapieverfahren fest. Unsere Operateure entfernen zur vollständigen Ausschaltung des Tumors auch die umliegenden Lymphknoten. Unsere Spezialisten verfügen über langjährige Erfahrungen in der laparoskopischen (mittels Bauchspiegelung) Dick- und Enddarmchirurgie. Außerdem steht für Ihre bestmögliche Behandlung modernste medizinische Ausstattung bereit.

Darm-Sprechstunde

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