Nierentumor (laparoskopische Nierenteilresektion)

Die paarigen Nieren befinden sich beiderseits der Wirbelsäule im hinteren Bauchraum unterhalb des Zwerchfells. Sie haben die wichtige Funktion, Abfallstoffe aus dem Blut herauszufiltern und diese mit dem Harn, der in der Niere gebildet wird, auszuschwemmen. Zusätzlich beeinflussen die Nieren den menschlichen Salz- und Flüssigkeitshaushalt und sie sind an der Bildung von Hormonen beteiligt. Das Nierenzellkarzinom (Nierenzelltumor) stellt mit ca. 80 % die häufigste Form des Nierenkrebses dar. Wir diagnostizieren sehr präzise und behandeln Sie individuell. Unser Vorgehen stimmen wir jeweils mit Ihnen ab.

Weiterführende Informationen: Lesetipp

Auf der Internetseite European Association of Urology finden Sie ausführliche, qualitätsgeprüfte Informationen zu urologischen Krankheitsbildern.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Nierentumore werden heutzutage oftmals durch Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Vorsorge oder bei der Abklärung einer anderen Symptomatik entdeckt. Durch den Ultraschall allein ist meist leider keine exakte Einschätzung in Bezug auf die Bösartigkeit der Neubildung möglich. Ein auf die Niere begrenzter Tumor kann sowohl benigner (gutartiger) als auch maligner (bösartiger) Natur sein. Allerdings handelt es sich bei mehr als 75 % um bösartige Tumore, die operativ entfernt werden müssen. Zur weiteren Abklärung gehören Untersuchungen des Bluts und des Urins, bei Bedarf auch bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomografie, Szintigrafie oder Angiografie. Manchmal ist auch die Entnahme einer Gewebeprobe nötig, damit wir zum Beispiel die genaue Art des Tumors bestimmen können.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Nierentumor

Grundsätzlich gilt, dass wir für Sie eine maßgeschneiderte Lösung finden und anwenden. Dazu besprechen wir im Vorfeld der Operation alle Möglichkeiten mit Ihnen.

Sehr häufig ist bei einer operativen Therapie ein nierenerhaltendes Vorgehen – die Nierenteilresektion – möglich. Sie profitieren dabei von einer hohen Sicherheit - vergleichbar mit derjenigen, die bei einer Entfernung der gesamten Niere erreicht würde - und einer gleichzeitig erhaltenen Nierenfunktion.

Hierbei setzen wir häufig die laparoskopische Nierenteilresektion, ein schonendes minimalinvasives Verfahren, ein. Dabei bringen wir über kleinste Hautschnitte eine Kamera und die Operationsinstrumente in das Operationsfeld ein. Die Kamera überträgt das Bild vom Operationsgebiet beinahe 10-fach vergrößert auf einen Bildschirm, sodass unser Operateur und das gesamte Team eine hervorragende Sicht auf das Operationsgebiet haben. Aufgrund der kleinen Hautschnitte profitieren Sie von einer geringeren Narbenbildung, weniger Wundschmerzen und einem deutlich kürzeren Krankenhausaufenthalt.

Sollten Sie bereits mehrfach am Bauch operiert worden sein, schwere Herz- oder Lungenerkrankungen oder einen sehr komplexen Nierentumor haben, greifen wir eher auf ein offen chirurgisches Vorgehen zurück.

Sollte es sich um einen sehr fortgeschrittenen Tumor handeln, kann die Niere nur als Ganzes (radikale Nephrektomie) entfernt werden.

Insbesondere bei Infiltrationen (Ausbreitung von Tumorzellen) in Nachbarorganen und großen Gefäßen ist eine entsprechende Kompetenz und Erfahrung der behandelnden Ärzte wichtig. Wir besprechen diese Eingriffe ausführlich in einer tumorchirurgischen Konferenz und behandeln Sie interdisziplinär.

Unsere Patienteninformation gibt Hinweise zum Verhalten nach einer Nierenteilresektion.

Experten-Video

©Asklepios

Begleiten Sie unseren Oberarzt Dr. Holger Böhme durch den Alltag auf der urologischen Station der Asklepios Klinik Barmbek. Sie erhalten einen Einblick in den Krankenhausbetrieb und folgen Dr. Böhme zu Patientenvisiten und in den Operationssaal zu einer Nierenoperation.

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