Urologische Erkrankungen bei Kindern

Die Kinderurologie beschäftigt sich vorwiegend mit verschiedenen Fehlbildungen und Erkrankungen an Harnleiter, Niere, Harnblase und Genital bei Neugeborenen und Kindern. Gerade bei der Behandlung von Kindern ist eine optimale Diagnostik und Therapie entscheidend. Unser erklärtes Ziel ist es deshalb, Sie als Eltern kompetent und umfassend zu beraten und Sie über die Notwendigkeit und den Zeitpunkt einer diagnostischen Abklärung sowie gegebenenfalls über notwendige Therapiemaßnahmen zu informieren. Wir sind sehr erfahren im Umgang mit unseren kleinen Patienten.

Unser Behandlungsangebot für Ihr Kind

Falls eine Operation erforderlich sein sollte, führen wir diese – um die Situation für Sie und Ihr Kind so angenehm wie möglich zu gestalten – zumeist ambulant durch. Sie kommen mit Ihrem Kind morgens zu uns in die Klinik und können bereits wenige Stunden nach dem Eingriff wieder gemeinsam nach Hause gehen. Die Nachuntersuchungen werden anschließend von einem Kinderarzt oder niedergelassenem Urologen durchgeführt.

Zirkumzision (Beschneidung)

Bei der Beschneidung der Vorhaut wird der bewegliche Hautlappen (Vorhaut) teilweise oder gänzlich in einem kleinen operativen Eingriff entfernt, um unter anderem Entzündungen der Vorhaut oder der Eichel zu vermeiden. Hier finden Sie unsere Patienteninformation zum Verhalten nach einer Beschneidung.

Kryptorchismus (Hodenhochstand)

Befindet sich der Hoden nicht im Hodensack, liegt aus medizinischer Sicht ein sogenannter Hodenhochstand vor. Diese Situation kann auf lange Sicht problematisch werden, da solch eine Veränderung der Hodenposition zu Unfruchtbarkeit, erhöhtem Tumorrisiko, Verdrehungen des Hodens oder ähnlichen Problemen führen kann. Bei einem Hodenhochstand verspüren Kinder keine Schmerzen. Symptome sind lediglich die geringere Größe des betroffenen Hodensacks sowie der nicht im Hodensack tastbare Hoden. Wir bieten mit der operativen Therapie von Leisten- und Pendelhoden (Orchidopexie) sowie der minimalinvasiven laparoskopischen Hodensuche zwei schonende Therapieverfahren bei einem Hodenhochstand an.

Hydrozelenresektion (Operation bei Wasserbruch)

Eine Hydrozele kann entstehen, wenn ein offen gebliebener Leistenkanal sich mit Bauchwasser füllt. Häufig normalisiert sich dies noch im Säuglingsalter. Staut sich die Flüssigkeit allerding an, kann es zu einem Druck auf die Hoden und zu weiteren Problemen bis hin zum Leistenbruch kommen. Dann ist eine Operation erforderlich.

Kindliche Varikozele (Hodensackkrampfadern)

Bei Hodenkrampfadern (Varikozele) handelt es sich um die Erweiterung der Venen am Hodensack, die in Folge einer Störung des Blutabflusses aus dem den Hoden umgebenden Venengeflecht des Samenstrangs entstehen. Eine angeborene Varikozele können wir unter lokaler Betäubung veröden (antegrade Sklerosierungstherapie). Alternativ kann das erweiterte Gefäß unterbunden werden (laparoskopische Varikozelenligatur).

Vesikorenaler Reflux (Rückfluss von Urin in Harnleiter/Niere)

Eine Art Ventilmechanismus verhindert das Rücklaufen des Urins aus der Blase in den Harnleiter und das Nierenbecken. Bei einem Reflux (Rücklaufen des Urins) kann es zu wiederholten Blasenentzündungen sowie Schädigungen der Niere kommen. Mithilfe von Röntgenuntersuchungen können wir einen Reflux erkennen und über das therapeutische Vorgehen entscheiden. Generell bevorzugen wir die minimalinvasive Unterspritzung des Ureterostiums (Harnleiterausgang in die Blase), um eine offene Operation und mögliche Komplikationen bei Ihrem Kind zu vermeiden.

Nierenbeckenabgangsenge

Eine Nierenbeckenabgangsenge ist eine anatomische Auffälligkeit im Übergang vom Nierenbecken in den Harnleiter. Häufig reicht es aus, die Nierenbeckenabgangsenge regelmäßig zu überwachen. In einigen Fällen ist jedoch eine operative Therapie erforderlich – insbesondere wenn die Nierenbeckenabgangsenge Erkrankungen, zum Beispiel wiederkehrende Harnwegsinfekte, auslöst.

Bei der Operation – einer sogenannten Nierenbeckenplastik – entfernen unsere versierten Experten die verengten/veränderten Bereiche und verbinden das Nierenbecken neu mit dem gesunden Harnleiterende. Wir führen die Operation laparoskopisch (sogenannte Schlüssellochtechnik) durch, der Eingriff erfolgt also schonend über sehr kleine Schnitte. Dies bedeutet für unsere Patienten eine schnellere und schmerzärmere Erholung nach der Operation, kleinere Narben sowie einen deutlich kürzeren Klinikaufenthalt.

Meatusenge (Enge der Harnröhrenmündung)

Als Meatusstenose bezeichnet man eine Verengung der Harnröhrenmündung. Diese kann angeboren sein, aber auch in Folge von Verletzungen oder Entzündungen entstehen. Sie äußert sich durch einen schwachen Harnstrahl sowie eventuell durch eine unzureichende Entleerung der Blase, Schmerzen beim Wasserlassen und/oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen.

Insbesondere bei komplizierten Verengungen ist eine Operation die erfolgversprechendste Therapie: Mithilfe einer sogenannten Meatusplastik erweitern und rekonstruieren unsere Fachärzte die Mündung der Harnröhre.

Steintherapie

Das Auftreten von Harnsteinen bei Kindern ist sehr selten. Sollten dennoch Steine bei einer Ultraschalluntersuchung erkennbar sein, kann es sich hierbei um Steine aus Infekten oder angeborenen Stoffwechselkrankheiten handeln. Informationen zum Therapiespektrum bei Steinleiden finden Sie hier.

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