Mikrotumore der Leber

Chemosaturation

Bei der Chemosaturation handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren zur lokalen Hochdosis-Chemotherapie der Leber. Bei dieser speziellen Behandlung wird ein Chemotherapeutikum (Melphalan-Hydrochlorid) direkt in die Leberarterie verabreicht.

Die Besonderheit: Nach einer künstlichen Trennung des venösen Blutrückstroms der Leber vom Körper mit einem speziellen Ballonsystem wird das Blut aus dem Körper ausgeleitet und das darin befindliche Chemotherapeutikum durch einen Spezialfilter fast vollständig herausgefiltert (Wirkungsgrad laut Hersteller bis zu 97 %). Dadurch, dass dem Patienten erst das gesäuberte Blut wieder zugeführt wird, verringern sich die Nebenwirkungen des Chemotherapeutikums auf ein akzeptables Niveau.

Anwendungsgebiete

Die Chemosaturation kann bei nicht operablen bösartigen Tumoren der Leber oder metastasierten Tumoren eingesetzt werden, die auf die Leber beschränkt sind. Dazu zählen beispielsweise:

  • Lebermetastasen bei Melanomen (Hautkrebs) oder Aderhautmelanomen, bei kolorektalem Karzinom (Darmkrebs), Sarkom oder neuroendokrinem Tumor oder neuroendokrinem Karzinom (NET, NEC)
  • Cholangiozelluläre Karzinome (Gallengangskrebs)
  • Hepatozelluläre Karzinome (Leberkrebs)

Für wen kommt das Verfahren infrage?

Die Indikationsstellung erfolgt immer interdisziplinär, also in enger Abstimmung mit unserem Team aus Onkologen, Viszeralchirurgen und anderen beteiligten Fachärzten. So können wir Ihnen auf Basis der Kenntnisse und Erfahrungen unterschiedlicher Fachrichtungen die für Sie bestmögliche Therapie bieten.

Minimalinvasive Tumortherapie (TACE)

Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC) oder mit Lebermetastasen, bei denen eine chirurgische Therapie nicht möglich ist, können von einer transarteriellen Chemoembolisation (TACE) profitieren.

Bei der TACE werden bestimmte Zellen gezielt zerstört, indem unsere Spezialisten absichtlich eine Unterversorgung mit Blut hervorrufen. Dazu wird das zuführende Blutgefäß an einer vorher bestimmten Stelle angiografisch verschlossen. Der Blutmangel hindert dann den Tumor am Weiterwachsen. Dieser Effekt wird durch die zusätzliche Gabe von Medikamenten verstärkt, die das Zellwachstum hemmen (Zytostatika). Eine Kombination mit weiteren Verfahren wie der Radiofrequenzablation (RFA, Thermotherapie) ist möglich. Gerne besprechen wir das Vorgehen mit Ihnen im Detail.

Radio-Frequenz-Ablation (RFA, Thermotherapie) der Leber

Die Radiofrequenz-Ablation (RFA) ist eine Behandlungsmethode, die weltweit am häufigsten eingesetzt wird, um nicht operable Lebertumore zu veröden. Ob eine RFA als Therapie für Sie infrage kommt, entscheiden wir in unserer Interdisziplinären onkologischen Konferenz der Asklepios Klinik Barmbek und stimmen im Anschluss das Ergebnis ausführlich mit Ihnen ab.

Die RFA nutzt hochfrequenten elektrischen Strom, um Gewebe an einer erkrankten Stelle zu erhitzen und damit zu zerstören. Mithilfe der Computertomografie wird hierzu eine spezielle Sonde unter lokaler Anästhesie oder in Narkose gezielt an den Tumorherd beziehungsweise die Herde herangeführt. In der eigentlichen Behandlung wird mit einem Generator das Gewebe gezielt über ca. 10 Minuten erhitzt. Durch die Wahl verschiedener Sondendurchmesser lassen sich so bis zu 5 Herde mit einem Durchmesser von 2 bis 5 cm behandeln.

Wir therapieren nach den Leitlinien der DEGIR (Deutsche Gesellschaft für interventionelle Radiologie).

Wenn Sie Fragen haben, beantworten wir diese stets gerne.

 

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