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Synkopendiagnostik mittels Kipptisch und Ereignis-Recorder

Synkope ist der medizinische Fachausdruck für eine kurze Bewusstlosigkeit mit rascher und vollständiger Erholung, meist nach Sekunden oder maximal 2 bis 3 Minuten. Solche Ereignisse treten keinesfalls nur bei älteren Patienten auf – im Laufe eines Lebens hat fast jeder dritte Erwachsene einmal eine Synkope erlitten.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

In unserer Klinik erfolgt die Erstuntersuchung gemeinsam durch Ärzte der Abteilungen Neurologie und Kardiologie, da Erkrankungen des Herzens sowie primäre Durchblutungsstörungen des Gehirns die häufigste Ursache für Synkopen sind. Eine klare diagnostische Struktur ist außerdem notwendig, da die Abgrenzung gegenüber einem Krampfanfall manchmal nicht ganz leicht ist. Die Untersuchungsergebnisse erläutern wir Ihnen ausführlich und in enger Abstimmung mit Ihnen definieren wir das weitere Vorgehen.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Zunächst schließen wir bei unklarer Synkope gefährliche Ursachen aus, etwa einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, eine Lungenembolie oder bösartige Rhythmusstörung. Meist sind aber auch nach wiederholten Synkopen alle diesbezüglichen Befunde unauffällig und die Ursache bleibt bei mehr als 30 % der Patienten unklar. Daher nutzen wir im Rahmen eines stationären Aufenthalts in der Kardiologie besondere Untersuchungsmethoden:

Kipptischuntersuchung

Hierbei handelt es sich um eine auf 70 Grad schräg gestellte Liege, auf der wir Patienten mit wiederholten Synkopen lagern. Zur Sicherheit werden sie angeschnallt, damit sie sich im Falle einer Synkope nicht verletzen können. Für einen Zeitraum von 30 bis 45 Minuten messen wir nun kontinuierlich Puls und Blutdruck. Spontan oder nach zusätzlicher Gabe von Medikamenten lassen sich hierdurch typische Bilder einer Synkope auslösen und der zugrunde liegende Mechanismus lässt sich dokumentieren – meist ein fehlgesteuerter Blutdruck-Reflex. Die Untersuchung ist nebenwirkungsarm und hilft insbesondere bei jüngeren Patienten mit bisher völlig unauffälligen Befunden, eine klare Diagnose zu stellen.

Ereignisrecorder (Implantierbarer EKG-Eventrecorder)

Oft werden Patienten mit Synkopen über 24 Stunden an ein EKG-Überwachungsgerät angeschlossen.  Manche Betroffene haben schon viele dieser Langzeit-EKGs getragen, ohne dass je ein auffälliger Befund entdeckt wurde. Der Grund hierfür ist einfach: Rhythmusstörungen treten typischerweise nicht dauerhaft und auch nicht regelmäßig auf. Die Wahrscheinlichkeit, sie im Rahmen eines Langzeit-EKGs dokumentieren zu können, ist also gering.

Um auch Synkopen in unregelmäßigen, längeren Abständen zuverlässig diagnostizieren zu können, hilft ein implantierbarer Ereignisrecorder. Es handelt sich um ein modernes mikroelektronisches Gerät, welches mit einem kleinen Schnitt unter die Haut implantiert wird. Danach fällt es kosmetisch nicht auf. Es benötigt keine Sonden und ist auch wieder unkompliziert zu entfernen. Für einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren überwacht der implantierbare Ereignisrecorder den Herzrhythmus automatisch. Die gemessenen Werte werden entweder täglich über ein Funksignal oder durch Abfragen des Geräts beim Kardiologen etwa alle 3 Monate übertragen. Im Falle einer erneuten Ohnmacht (Synkope) kann der Ereignisrecorder so wertvolle Hinweise auf zugrunde liegende Rhythmusstörungen geben.

Nicht alle Patienten mit Synkope benötigen einen Ereignisrecorder. Allerdings liegt unklaren, wiederholten Synkopen vor allem bei älteren Patienten mit Herzerkrankungen oft eine Rhythmusstörung zugrunde. In unserer Klinik haben wir einen Leitfaden entwickelt, welche Patienten von dem Implantat besonders profitieren: Menschen mit mehr als 2 Synkopen innerhalb der letzten 24 Monate untersuchen wir mittels genauer Anamnese sowie Befunden aus EKG und Herzultraschall auf die Wahrscheinlichkeit einer unerkannten Herzrhythmusstörung. Aus den bisherigen Erfahrungen haben wir bei über 40 % der Betroffenen mit hohem Risiko durch den Ereignisrecorder eine klare Diagnose stellen können.

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