Betreuung bei zu kleinem Kind (vorgeburtliche Wachstumsverzögerung)

Eine der wichtigsten vorsorglichen Untersuchungen in der Schwangerschaft ist der regelmäßige Ultraschall des ungeborenen Kindes. Ist das Wachstum des Kindes rückständig, was in rund 4 bis 8 % aller Schwangerschaften auftritt, können unsere Mediziner dies dank Ultraschallkontrollen häufig bereits lange vor dem Geburtstermin feststellen. Dann können wir rasch therapeutisch helfen.

Hegt Ihr behandelnder Frauenarzt beziehungsweise Ihre behandelnde Frauenärztin den Verdacht, dass das Wachstum Ihres ungeborenen Kindes verzögert ist, erhalten Sie eine Überweisung. Dann können Sie einen Termin mit uns vereinbaren.

Wachstumsverzögerungen bei Kindern können zum einen von einer Krankheit oder einer Schädigung herrühren. Zum anderen betreffen sie völlig gesunde Kinder, deren Wachstum sich am unteren Rand des Durchschnitts befindet, sodass sie etwas kleiner als die meisten Gleichaltrigen sind.

Haben Feten (ungeborene Kinder ab der 12. Schwangerschaftswoche) beziehungsweise Neugeborene nicht das Körpergewicht erreicht, das Ihrer Schwangerschaftswoche entspricht, bezeichnen Mediziner sie als small for gestational age (SGA: klein für den Schwangerschaftszeitraum). Die Feststellung SGA bedeutet nicht, dass ein Kind krankhaft entwicklungsgestört ist. SGA kann beispielsweise genetisch (erblich) durch die Größe der Eltern bedingt sein. Liegt keine erbliche Ursache vor und haben Feten innerhalb der Gebärmutter (intrauterin) trotzdem eine Wachstumsverzögerung (Wachstumsrestriktion), sprechen Mediziner von intrauteriner Wachstumsrestriktion (englisch IUGR, intrauterine growth retardation). Bei diesen Kindern ist das Risiko für Schwierigkeiten erhöht, sodass wir die werdende Mutter bei einer entsprechenden Diagnose engmaschig betreuen. Wir können eine ganze Reihe von Ursachen für die vorgeburtliche Wachstumsverzögerung diagnostizieren. Bei etwa 30 bis 40 % aller Kinder ist die Wachstumsverzögerung auf eine fehlerhafte Funktion des Mutterkuchens (Plazentainsuffizienz) zurückzuführen.

Unser Behandlungsangebot

BILD: Schon im Inkubator unterstützen wir unsere kleinen Patienten mit vorsichtiger Physiotherapie.
© Asklepios Klinik Barmbek / Bertram Solcher

Individuelle Beratung und Aufklärung über die Diagnose: Wir wissen, dass die Diagnose einer Wachstumsverzögerung des Kindes werdende Mütter ängstigt und ihnen Sorgen bereitet. Um Ihnen Gewissheit und größtmögliche Erleichterung zu geben, erklären unsere Experten Ihnen genau, was die Wachstumsverzögerung für Sie individuell und für Ihr Kind bedeutet.

Festlegung eines individuellen Behandlungskonzepts: Wir besprechen mit Ihnen die für Sie und Ihr Baby bestmögliche Therapie. Sofern möglich, behandeln unsere Fachärzte die Ursache der Wachstumsverzögerung. Liegt bei Ihrem Kind eine Wachstumsverzögerung vor, müssen Sie sich als werdende Mutter unbedingt besonders schonen und Stress vermeiden. Um das zu unterstützen, versuchen wir, Ihnen eine ambulante Behandlung zu ermöglichen. Manchmal ist es angezeigt, dass wir werdende Mütter stationär betreuen, damit wir gegebenenfalls rasch auf Schwierigkeiten reagieren können. Wir sind an Ihrer Seite und für Sie da.

Engmaschige Überwachung der Schwangerschaft: Wurde eine Wachstumsverzögerung bei Ihrem Baby festgestellt, kontrollieren unsere Spezialisten sein weiteres Wachstum regelmäßig. Etwa alle 10 bis 14 Tage stellen Sie sich bei uns vor, sodass wir Sie eng begleiten können. Um beurteilen zu können, ob Ihr Kind im Mutterleib ausreichend versorgt ist, messen wir außerdem mit einem speziellen Ultraschall, einer Doppler-Untersuchung, die Nabelschnurdurchblutung.

Weitere Therapiemöglichkeiten: Je nachdem, welche Ursache die Wachstumsverzögerung des Kindes hat und wie weit sie ausprägt ist, können unsere Fachärzte weitere Behandlungsmöglichkeiten einsetzen. Beispielsweise können wir die Herzschlagfrequenz und die Bewegungen des Kindes mittels CTG (Kardiotokografie) überwachen. Außerdem führen wir gegebenenfalls eine stationäre Infusionstherapie durch, bei der wir Arzneimittel dauerhaft kontrolliert über einen Tropf verabreichen. Müssen wir davon ausgehen, dass Ihr Baby als Frühchen zur Welt kommen wird, müssen unsere Experten seine Lungenreifung gegebenenfalls medikamentös unterstützen. Dadurch können wir dazu beitragen, dass Ihr Baby nach der Geburt ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

 

Unsere Experten möchten, indem sie die Schwangerschaft überwachen, den richtigen Zeitpunkt der Entbindung erkennen, um Schädigungen und Schwierigkeiten sowohl bei der Mutter als auch bei dem Kind zu vermeiden. Wir sind Insbesondere darauf spezialisiert, späte Wachstumsverzögerungen (sogenannte late onset IUGR), die schwer diagnostizierbar sind und eine erhöhte Komplikationsrate aufweisen, zu erkennen und zu überwachen.

Nach der Geburt

Wir stellen die optimale Versorgung von frühgeborenen Kindern sicher, indem wir eng mit den Fachkollegen unserer Neugeborenen-Intensivstation zusammenarbeiten, sodass die Wahrscheinlichkeit weiterer Wachstumsverzögerungen und anderer Beeinträchtigungen deutlich reduziert ist.

Wir finden es sehr wichtig, dass Mutter und Kind nach der Entbindung möglichst zusammenbleiben. Um auch bei frühgeborenen Kindern eine enge Mutter-Kind-Bindung (Bonding) sicherzustellen, bieten wir Ihnen auf unserer neonatologischen Station (spezielle Station für Neugeborene und Frühgeborene) die Möglichkeit, die Zeit bis zu Ihrer Entlassung in einem  Mutter-Kind-Zimmer zu verbringen.

Unser Team

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