Behandlung des frühen vorzeitigen Blasensprungs

Begriffsbestimmung und Risikofaktoren

Mediziner sprechen von einem Blasensprung, wenn sich die Fruchtblase öffnet und deswegen Fruchtwasser abgibt. Normalerweise geschieht dies bei Geburtsbeginn. Tritt bereits vor den Geburtswehen Fruchtwasser aus der Fruchtblase aus, sprechen Mediziner von einem vorzeitigen Blasensprung. In solchen Fällen sind unsere Experten mit umfassenden Erfahrungswerten und versiertem Fachwissen für Sie und Ihr Ungeborenes da. Die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Blasensprungs wird beispielsweise erhöht durch vorangegangene Frühgeburten, Mehrlingsschwangerschaften, einen unzureichenden Verschlussapparat des Muttermunds oder Eingriffe an der Gebärmutter während der Schwangerschaft (Fruchtwasseruntersuchung: Amniozentese). Infektionen können ebenfalls einen vorzeitigen Blasensprung auslösen.

Je nachdem, wie weit eine Schwangerschaft zum Zeitpunkt eines vorzeitigen Blasensprungs fortgeschritten ist, kann eine Gefahr für das ungeborene Kind bestehen. Geht das Fruchtwasser zwischen der 17. und der 27. Schwangerschaftswoche ab, liegt ein früher vorzeitiger Blasensprung vor. Unsere Fachärzte sind bei der Therapie dieses Blasensprungs sehr erfahren. Teilweise liegt dieser Zeitrahmen noch vor der abgeschlossenen 24. Schwangerschaftswoche, sodass das Baby noch nicht lebensfähig ist. Bei nur etwa 0,4 % bis 0,7 % dieser frühen Schwangerschaften tritt dies auf.

Diagnose

Bei einem frühzeitigen Blasensprung bieten wir Ihnen eine individualisierte Therapie. Um die bestmögliche Behandlung für Sie zu finden, müssen unsere Spezialisten zunächst sicher ausschließen, dass eine Entzündung den Blasensprung verursacht hat. Dazu untersuchen wir beispielsweise Ihr Blut labormedizinisch auf bestimmte Entzündungswerte. Außerdem stellen wir zweifelsfrei fest, dass ein Blasensprung vorliegt, indem wir sowohl eine Serie von Laboruntersuchungen vornehmen als auch eine spezialisierte, hochauflösende Ultraschalluntersuchung (bildgebendes Verfahren) durchführen, bei der die Fruchtwassermenge kontrolliert und die Funktionen des Kindes wie die Nieren- und die Lungenfunktion möglichst genau dargestellt werden.

Unser Behandlungsangebot

Sind diese Untersuchungen abgeschlossen, besprechen unsere Experten ausführlich die weiteren Möglichkeiten mit Ihnen. Wir möchten die Schwangerschaft möglichst lange erhalten, selbstverständlich ohne die Mutter gesundheitlich zu gefährden, damit sich das Baby in der Gebärmutter weiterentwickeln kann. Dafür bieten wir Ihnen folgende Möglichkeit:

Abwartendes Verhalten mit stationärer/ambulanter Betreuung
Das abwartende (konservative) Verhalten beinhaltet, dass wir eine entzündungshemmende Therapie, gegebenenfalls auch eine längerfristige Antibiotikabehandlung einsetzen, die Reifung der kindlichen Lungen ab 23+5 Schwangerschaftswoche mit einer Spritze fördern sowie gegebenenfalls eine Wehenhemmung anstreben. Da Sie sich schonen und unsere Experten regelmäßig Ihre Blutwerte und die Vitalzeichen (Lebenszeichen wie Herztöne) des Kindes überwachen müssen, nehmen wir Sie gegebenenfalls stationär bei uns auf.
 

Unser Team

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