Schneller, sanfter und sicherer operieren mit Wasser

Die Urologie der Asklepios Klinik Barmbek unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Gross bietet Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung künftig ein weiteres innovatives Behandlungsverfahren an: Mit dem „AquaBeam“-OP-Roboter können die Experten überschüssiges Prostatagewebe besonders genau und gleichzeitig schonend entfernen. Das Geheimnis hinter der neuen Technik ist eine Kombination aus Bildgebung und hochfokussiertem Wasserstrahl.

Prof. Groß am AquaBeam OP-Roboter

Anders als bei etablierten Operationsverfahren können die Urologen mit dem AquaBeam den zu entfernenden Teil der Prostata zu Beginn des Eingriffs genau identifizieren und markieren. „Die so markierten Bereiche entfernt der Operateur schonend mit einem Hochdruck-Wasserstrahl unter computergestützter Führung“, erläutert Chefarzt Prof. Dr. Andreas Gross. Als eine von nur fünf Kliniken deutschlandweit kann seine Abteilung nun regelhaft dieses im Silicon Valley entwickelte Behandlungsverfahren anbieten. Der national und international erfahrene und anerkannte Experte Prof. Gross ist von den Vorteilen des AquaBeams überzeugt: „Der Eingriff ist außerordentlich präzise, sehr schnell und reduziert die Reizung des Gewebes im Vergleich zur mechanischen Technik oder Hitzeeinwirkung eines Lasers auf ein Minimum.“

Die operative Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen durch die Harnröhre ist bereits seit vielen Jahrzehnten möglich. Seit gut 15 Jahren auch mit Hilfe von Speziallasern, mit denen man das überschüssige Gewebe entweder verdampfen oder entkernen kann. „Schon die Laser-Technik hat die Operation einer vergrößerten Prostata deutlich schonender gemacht – das AquaBeam-Verfahren ist nun die nächste große Innovation“, ist Prof. Dr. Gross sicher. Der Patient profitiert gleich mehrfach von der neuen Technik: Die Operationszeit ist sehr kurz – und da es sich um ein robotisches Verfahren handelt, ist eine gleichbleibende und hohe Qualität gesichert. Aus Sicht von Prof. Groß sind zwei wesentliche Punkte von besonderer Bedeutung für den Patienten: „Zum einen kann der Schließmuskel sicher geschont werden, so dass keine Gefahr der Inkontinenz besteht. Außerdem kann die Funktion des Samenergusses mit großer Wahrscheinlichkeit komplett erhalten werden kann.“

Innovative Verfahren und passgenaue Behandlungskonzepte

In Deutschland unterziehen sich jährlich ca. 60.000 Männer einer Operation in Folge einer gutartigen Prostatavergrößerung – ca. 500 davon in der Asklepios Klinik Barmbek. Damit zählen die Barmbeker Urologen zu den Abteilungen mit dem größten Erfahrungsschatz in Deutschland. Ein Großteil der Patienten könnte künftig von den Vorteilen des neuen Verfahrens profitieren. Besonderen Wert legt Prof. Gross vor dem Hintergrund seiner über 30-jährigen Erfahrung allerdings darauf, dass passgenaue Behandlungskonzept für jeden seiner Patienten zu finden: „Bei aller Begeisterung für die neue Technik steht in unserer Abteilung immer der individuelle Patient mit seinen Anforderungen und medizinischen Bedürfnissen im Vordergrund. Von der medikamentösen Therapie mit muskelentspannenden oder hormonblockenden Arzneimitteln über das Laserverfahren bis hin zur klassischen Operationstechnik, die sich zum Beispiel bei extrem vergrößerter Prostata bewährt hat, bieten wir unseren Patienten alle Behandlungsmöglichkeiten der gutartigen Prostatavergrößerung.“ 

Gutartige Prostatavergrößerung – häufig und mehr als nur lästig

Die gutartige Prostatavergrößerung (medizinisch: „benigne Prostatahyperplasie“ oder abgekürzt BPH) ist im höheren Lebensalter eine echte Volkskrankheit: Während bei den 40- bis 60-Jährigen ca. jeder zweite Mann betroffen ist, steigt der Anteil bei den 60- bis 80-jährigen auf rund 75 Prozent, bei den Über-80-Jährigen sogar auf etwa 90 Prozent. Das „Mehr“ an Prostatagewebe ist für sich genommen zwar kein Problem – allerdings übt das vergrößerte Organ Druck auf Blase und Harnröhre aus, was zahlreiche Beschwerden verursachen kann:

Betroffenen Männern fällt es häufig schwer, mit dem Wasserlassen zu beginnen, auch ein geschwächter Harnstrahl ist typisch. Darüber hinaus müssen Männer mit einer vergrößerten Prostata meist sehr häufig, vor allem auch in der Nacht, zur Toilette. Auch eine sogenannte Dranginkontinenz – starker, plötzlicher Harndrang mit ungewolltem Absondern von Urin – kann eine unangenehme Folge der vergrößerten Prostata sein. Zusätzlich leiden rund 30 % der betroffenen Männer unter Erektionsstörungen und / oder Schwierigkeiten beim Samenerguss.

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