Asklepios-Studie: Mangelnde Gesundheitsangebote des Arbeitgebers sind ein Kündigungsgrund

74 Prozent der Berufstätigen wünschen sich ein erweitertes Gesundheitsangebot von ihrem Arbeitgeber

Für rund jeden zweiten deutschen Arbeitnehmer sind Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung wichtig bei der Jobsuche. Neun Prozent würden wegen eines besseren Fit- und Wellnessangebots sogar die Firma wechseln. Weitere 40 Prozent der Arbeitnehmer sehen in Gesundheitsangeboten einen zusätzlichen Anreiz bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Das zeigt: Im Wettbewerb der Unternehmen um gut qualifizierte Arbeitskräfte sind Angebote zur Gesundheitsförderung ein wichtiges Argument, um Talente anzulocken.

Wenn Unternehmen mehr Betriebssport, gesundes Kantinenessen, Vorsorgeuntersuchungen und Massagen anbieten, steigt ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Doch noch haben das nicht genügend Arbeitgeber erkannt: Fast drei von vier Arbeitnehmern wünschen sich, dass ihr Unternehmen das Angebot an gesundheitsfördernden Maßnahmen ausweitet. Das sind Ergebnisse der Studie „Gesundheitsförderung“ der Asklepios Kliniken.

Bundesweit wurden dafür Ende 2015 insgesamt 1000 deutsche Arbeitnehmer ab 18 Jahren in Unternehmen ab zehn Mitarbeitern befragt. Insgesamt erhalten laut Asklepios-Studie bisher 58 Prozent der Angestellten in Deutschland mindestens ein gesundheitsförderndes Angebot von ihrem Arbeitgeber. Am häufigsten sind das mit je 19 Prozent gesundes Essen und gemeinschaftlicher Betriebssport. Dicht dahinter folgen Rückenschulungen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die jeweils 17 Prozent der Arbeitnehmer angeboten werden. Das gesunde Essen und die medizinischen Untersuchungen sind dabei besonders beliebt: Jeweils mehr als die Hälfte der Mitarbeiter, denen diese Angebote gemacht werden, nutzen sie häufig, rund ein weiteres Drittel manchmal.

Tendenziell, so das Ergebnis der Studie, achten große Unternehmen besser auf die Gesundheit ihrer Angestellten: Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern erhalten gesundheitsfördernde Maßnahmen. In Firmen mit zehn bis 50 Mitarbeitern sind es hingegen nur 40 Prozent. „Kleinere Unternehmen sollten diese Daten zum Anlass nehmen, ebenfalls gesundheitsfördernde Maßnahmen zu implementieren“, sagt Dr. Matthias auf dem Brinke, ärztlicher Direktor der Asklepios Kliniken Bad Wildungen. „Denn von einer gesunden Belegschaft profitiert letztlich auch der Arbeitgeber. Und je weniger Mitarbeiter ein Betrieb hat, umso schwieriger ist es, einen überdurchschnittlich hohen Krankenstand auszugleichen.“

Arbeitsstress hindert Arbeitnehmer am Sport

Unabhängig von den Angeboten ihrer Arbeitgeber geben insgesamt 85 Prozent der Arbeitnehmer an, etwas für ihre Gesundheit zu tun – auch hier vor allem durch eine gesunde Ernährung (48 Prozent) und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (38 Prozent). Viele gute Absichten für einen gesunden Lebenswandel werden aber durch einen Faktor torpediert: Stress. 48 Prozent der Arbeitnehmer sagen, Arbeitsstress halte sie häufig davon ab, etwas für ihre Gesundheit zu tun. „Ein Teufelskreis – denn gerade gestresste Berufstätige müssten zum Ausgleich dringend Sport machen und sich gesund ernähren“, sagt Dr. auf dem Brinke. „Auf Dauer kann unkompensierter Stress zu schweren Erkrankungen führen, sowohl körperlich als auch psychisch.“ Am meisten haben junge Arbeitnehmer mit dem Druck zu kämpfen: 57 Prozent der 18- bis 29-Jährigen werden häufig durch Arbeitsstress davon abgehalten, sich um ihre Gesundheit zu kümmern. Nur wenige Arbeitgeber helfen ihren Angestellten in dieser Lage: Lediglich zehn Prozent der Arbeitnehmer stimmen der Aussage voll und ganz zu, ihr Arbeitgeber bemühe sich, Stress im Arbeitsalltag zu vermeiden.

HINTERGRUND

Die arbeitnehmerrepräsentative Studie „Gesundheitsförderung“ wurde von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut im Auftrag der Asklepios Kliniken durchgeführt. Bundesweit wurden dafür bis Dezember 2015 insgesamt 1000 Arbeitnehmer ab 18 Jahren in Unternehmen ab zehn Mitarbeitern befragt.

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