Kurs Notfallmedizin im ACH Skills Lab

Nach längerer Corona-bedingter Pause konnte im Skills Lab am Asklepios Campus Hamburg der Semmelweis Universität (ACH) erstmalig wieder ein Kurs in Präsenz angeboten werden.

Kurs Notfallmediziner im skillslab am ACH
Dr. med. Oliver Haupt (links), Ärztlicher Leiter des Skills Lab am ACH, und Tobias Gethmann, ACH Student und HiWi im Skills Lab

Wer kennt es nicht aus diversen Serien oder Dokumentationen? Das Notfalltelefon klingelt, „Frau Meyer, auf Station 4: Dora ist nicht mehr ansprechbar und atmet nur noch ganz flach“, heißt es am anderen Ende der Leitung. Das Notfallteam schnappt sich seine Taschen und Geräte, um sich zügig auf den Weg in Richtung Station zu machen.

Doch was, wenn man plötzlich selbst ein Teil des Notfall-Teams ist? Was ist, wenn man selbst schnell und bestimmt handeln muss? „Egal, welche Fachrichtung wir Studierenden am ACH uns später aussuchen werden, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir uns früher oder später in der zentralen Notaufnahme und auf der Intensivstation wiederfinden und schnell mit akuten Notfallsituationen konfrontiert sein werden“, beschreibt Tobias Gethmann, ACH Student im 8. Semester und HiWi von Dr. med. Oliver Haupt, Ärztlicher Leiter des Skills Lab am ACH (und Facharzt für Anästhesiologie), aus seiner Sicht die Idee des Kurses „(Inner)klinische Notfallmedizin“. Gemeinsam inszenierten sie im April für die ersten vier Studierenden jeweils eine andere Notfallsituation, in der die angehenden Mediziner:innen zu einer Person gerufen werden, die sich auf den ersten Blick in einem kritischen bis lebensbedrohlichen Zustand befindet. Dann folgen die Fragen: Was mache ich zuallererst? Worauf achte ich? Wie koordiniere ich mein Vorgehen?

Innerhalb der Simulation können und sollen Fehler gemacht werden

„Hierbei geht es keineswegs darum, auf den ersten Blick die richtige Diagnose zu stellen oder eine detaillierte Therapiestrategie festzulegen“, erklärt Dr. Haupt seine Idee des zweistündigen Kurses. „Vielmehr soll trainiert werden, in einer nervenaufreibenden, sich fremd anfühlenden Situation die Ruhe zu bewahren, strukturiert vorzugehen und sich eine Übersicht zu verschaffen.“ Ein besonderes Augenmerk dieser Szenarien liege für ihn neben den rein manuellen und medizinischen Fertigkeiten und dem strukturierten Arbeiten anhand von Leitlinien und Algorithmen auch auf den sogenannten Softskills, z.B. der Kommunikation und Zusammenarbeit im Team (Team Resource Management / Crew Resource Management). „Innerhalb der geschützten Sphäre der Simulation dürfen, können und sollen Fehler gemacht werden, um daraus lernen zu können und sie notfalls via „time out“ im Szenario ad hoc besprechen zu können“, fügt der Ärztliche Leiter hinzu.

Ziel des Kurses, der in Zukunft regelmäßig angeboten werden soll, ist es, Notfallmedizin-Basics zu vermitteln, indem Situationen simuliert werden, die jeder und jedem im medizinischen Alltag begegnen können. Durch die Übung soll nicht nur der erste große Schrecken genommen, sondern auch strukturiertes Vorgehen sowie eine rasche Entscheidungsfindung aktiv trainiert werden. Die Szenarien sind so gestaltet bzw. werden den jeweiligen Teilnehmer:innen so angepasst, dass kein großes spezifisches Vorwissen zu Krankheitsbildern gefragt ist. Dadurch ist der Kurs offen für alle Studierenden vom fünften bis zum zehnten Semester. Am Ende jedes Szenarios werden der Fall und das gemeinsame Vorgehen in einem Debriefing gemeinsam besprochen. Dabei sollen nicht die Fehler bei den anderen gesucht („culture of blame“), sondern eigene erkannt werden, um eine positive Fehlerkultur zu etablieren im Interesse einer möglichst guten Versorgung der Patient:innen.

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