20. Ringvorlesung: Urologie

Prof. Dr. med. Roman Ganzer vom Asklepios Center of Excellence Urologie Bad Tölz weckte bei den Studierenden am 12. April im Rahmen der 20. Ringvorlesung Asklepios Centers of Excellence am Asklepios Campus Hamburg (ACH) mit einer besonderen Operationstechnik in der südbayerischen Stadtklinik deren Interesse.

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Prof. Prof. Dr. med. Roman Ganzer, Chefarzt der Urologie an der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz

Nach der Einführung durch Dr. med. habil. Axel Stang, Chefarzt Onkologie und Palliativmedizin in der Asklepios Klinik Barmbek, referierte der Gast aus Bad Tölz über „Roboter-assistierte Eingriffe in der Urologie“. Prof. Dr. med. Ganzer ist nicht nur Chefarzt der Urologie an der Asklepios Klinik Bad Tölz, das die gesamte Bandbreite der urologischen Diagnostik und Therapie mit onkologischen und rekonstruktiven Operationen abdeckt, sondern vor allem ein ausgewiesener Spezialist im Gebiet des sogenannten da Vinci-Operationssystems. In seiner Vorlesung wurde seine hohe Expertise im Gebiet dieser minimal-invasiven Operationstechnik mit Hilfe eines Robotersystems deutlich.

Hoher Stellenwert des Da-Vinci-Systems in der Urologie

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Anhand zahlreicher Fall- und Filmbeispiele schilderte er eindrücklich die Möglichkeiten und Vorteile der minimalinvasiven urologischen Chirurgie mit dem da Vinci-Robotersystem sowie der 3D Laparoskopie. Neben einer wackelfreien 3D Sicht des Operationsfeldes bei der Operation sowie sieben Freiheitsgraden der Instrumentenspitze ermögliche das da Vinci-System ein hochpräzises Arbeiten. Deshalb habe die Roboter-assistierte Chirurgie heutzutage gerade in der Urologie einen sehr hohen Stellenwert. Weitere Vorteile der Operationstechnik lägen in einem geringen Blutverlust, einem niedrigen Schmerzmittelbedarf, einem kurzen Krankenausaufenthalt sowie optimalen funktionellen und kosmetischen Ergebnissen. Dabei wird den Patientinnen und Patienten ein größerer Bauchschnitt (Laparotemie), der neben postoperativen Schmerzen auch eine große Narbe zur Folge haben kann, erspart. Einziger Nachteil des Roboters: die Anschaffung eines solchen Geräts ist mit knapp 1,8 Millionen Euro sowie 150.000 Euro jährlichen Wartungskosten sehr teuer.

"High-Tech-Medizin und Herzlichkeit"

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Für das Tölzer Exzellenzzentrum ist der da Vinci-Roboter trotz der hohen Kosten angesichts von mehr als 200 Operationen bei mehr als 2.000 stationären Patienten pro Jahr nicht mehr wegzudenken. Daher ist es Prof. Ganzer ein großes Anliegen, dass alle Assistenzärztinnen und -ärzte rasch mit dem Gerät vertraut werden, um neben der Assistenz bei der klassischen Laparoskopie auch bei den da Vinci Methoden schnell Erfahrung zu sammeln. Eine strukturierte und gut organisierte Ausbildung sei dabei einer der wichtigsten Grundsätze der Klinik, die auch Akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig- Maximilians-Universität sowie der Technischen Universität München ist. Neben modernster technischer Ausstattung legt der Chefarzt nach eigener Aussage besonders Wert auf Patienten-orientierte Freundlichkeit und gute medizinische Prozesse. Daher ist für ihn sein Motto „High-Tech-Medizin und Herzlichkeit“ auch kein Widerspruch.

Diesen Eindruck hatten auch die Studierenden am ACH: Sie nutzen am Ende der Vorlesung nicht nur ausführlich die Gelegenheit, Fragen zu stellen, sondern nahmen auch gern den Flyer entgegen, mit dem das Center of Excellenze Urologie Bad Tölz bei Studierenden dafür wirbt, das „Wahlfach Urologie in malerischer Landschaft als Teil eines motivierten Teams im Rahmen modernster Medizin“ zu absolvieren. Vergütung, freies Mittagessen in der Kantine sowie je nach Kapazität eine Unterkunft im Personalwohnheim klingen dabei ebenso attraktiv wie die fachlichen Anreize, bei größeren operativen Eingriffen assistieren sowie selbst kleinere Eingriffe unter Supervision durchführen zu können.

 

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14. Mai 2020: Prof. Dr. Madjid Samii, International Neuroscience Institute (INI) Hannover

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