Pflege-Projekt: Mit Videospielen gegen Demenz

Bewegung, Gleichgewichtstraining, Übungen zur Stärkung von Gedächtnis und Aufmerksamkeit – all das hilft Patienten, die von Demenz betroffen sind. Um ihr Wohlbefinden zu erhöhen, sie nachhaltig zu betreuen und der Krankheit vorzubeugen, bietet die Asklepios Harzklinik in Goslar nun das Programm „Bewegung und Balance bei Demenz“ an. Zu dessen Unterstützern zählt auch der Videospielhersteller Nintendo.

- Nintendo unterstützt das Programm: „Bewegung und Balance bei Demenz“ mit Videospielkonsolen und Spielen

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Projektleiterin Beata Boronczyk, Demenzbeauftragte der Asklepios Harzklinik Goslar (links), und Dorothea Beigel, fachliche Leitung von den Fortbildungsseminaren „Bewegung und Balance“ © Asklepios

Kerstin Schmidt, Pflegedirektorin der Asklepios Harzkliniken, sieht in dem Projekt auch eine Chance, ganz neue Wege auszuprobieren. „Wir sind dankbar für die wunderbaren Möglichkeiten, die uns die Spiele eröffnen. Auch in Krankenhäusern vollzieht sich der digitale Wandel: Digitalisierung wird in Zukunft nicht nur im OP und auf der Intensivstation eine immer größere Rolle spielen, sondern auch in der direkten Betreuung und der Pflege der Patientinnen und Patienten.“

Mit dem Programm „Bewegung und Balance bei Demenz“ macht die Asklepios Harzklinik Goslar einen Schritt in diese Zukunft. Finanziell wird das Programm vom Land Niedersachsen gefördert. Nintendo stellt der Harzklinik sechs „Nintendo Switch“-Konsolen zur Verfügung sowie sechs Exemplare der Spiele „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging und Super Mario Odyssey“. „Alle Beteiligten freuen sich sehr über diese Unterstützung“, sagt Beata Boronczyk, Demenzbeauftragte der Asklepios Harzkliniken, Leiterin des Projekts. „Die Nintendo-Spiele erweitern unser Programmangebot und fügen sich perfekt in dessen integrativen Ansatz ein.

 Das Programm „Bewegung und Balance bei Demenz" basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und langjähriger praktischer Erfahrung. Danach fördern Spiele in jeglicher Form nicht nur Freude und Erholung. Studien zeigen zudem, dass sich eine moderate Nutzung von Spielkonsolen positiv auf räumliche Orientierung, Gedächtnisleistung und Feinmotorik auswirken können. An dem Demenzprogramm nehmen daher auch Patienten teil, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind oder Menschen mit ursächlich geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung. Das Besondere an dem Projekt: Es dient nicht nur der Demenz-Prävention oder -Intervention, sondern auch der körperlichen und geistigen Gesundheitspflege von Angehörigen, Ehrenamtlichen sowie Pflege- und Betreuungskräften.

Nintendo Deutschland unterstützt seit Jahren Projekte aus Pädagogik, Therapie und Pflege: Die Nintendo Switch-Konsole eignet sich dafür besonders gut, weil sie sich sowohl stationär, am Fernseher, als auch mobil nutzen lässt. Zudem erlaubt sie es, Spiele intuitiv einfach zu steuern, etwa durch natürliche Handbewegungen. In Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging lösen die Spieler  viele kleine Denksportaufgaben, beispielsweise um ihr Kurzzeitgedächtnis zu trainieren.

Projektleiterin Boronczyk tritt dem Vorurteil entgegen, Seniorinnen und Senioren stünden technischen Neuerungen ablehnend gegenüber: „Die ersten Erfahrungen zeigen, dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sehr offen für Videospiele sind. Sie brauchen aber jemanden, der ihnen die Bedienung zeigt und ihnen bei Problemen hilft. Das übernehmen unter anderem unsere Auszubildenden.“

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