ACH kooperiert beim Umgekehrten Generationenvertrag mit einem neuen Partner

Für den Umgekehrten Generationenvertrag zur Finanzierung von Studiengebühren hat der Asklepios Campus Hamburg (ACH) mit der genossenschaftlich organisierten Chancen eG einen neuen Partner gewonnen.

Logo Chancen eG
Seit 2016 bietet die Chancen eG Umgekehrte Generationenverträge an.

Ja, die Studiengebühren am Asklepios Campus Hamburg (ACH) sind signifikant. Nein, sie sind kein Hindernis, um hier ein Studium zu beginnen. Denn der ACH vergibt alle Studienplätze unabhängig von der finanziellen Situation seiner Bewerber:innen allein aufgrund der fachlichen Eignung. Und für die zugelassenen Bewerber:innen gibt es verschiedene Möglichkeiten, um sämtliche oder nur einen Teil der Studiengebühren zu finanzieren. Neben BAföG oder einem klassischen Studierendenkredit, der auch zur Deckung der Lebenshaltungskosten in Anspruch genommen werden kann, gibt es am ACH schon seit einigen Jahren eine weitere Finanzierungsmöglichkeit nach dem Modell des sogenannten Umgekehrten Generationenvertrags (UGV). Ab 2021 bekommt der ACH nun mit der CHANCEN eG einen neuen Partner für dieses Angebot. Die Vision der Chancen eG ist, dass gebührenfinanzierte Bildungsalternativen grundsätzlich allen für ein Hochschulstudium Geeigneten offenstehen sollen.

Erst nach Studienabschluss beginnt Rückzahlung

Kosten während des Studiums
Studierenden am ACH stehen mit BAföG, Studierendenkredit und UGV verschiedenen Finanzierungsmodelle zur Verfügung.

Das Modell des UGV funktioniert folgendermaßen: Während des Studiums übernimmt die CHANCEN eG die Studiengebühren in einem vorab individuell vereinbarten Umfang. Dies ermöglicht den ACH Studierenden, sich voll und ganz auf ihr intensives Studium zu konzentrieren, ohne dabei – und darin liegt ein wichtiger Unterschied zum klassischen Kredit oder Darlehen – die Sorge haben zu müssen, beim Start ins Berufsleben mit einer fixen Schuldenlast dazustehen und diese Schulden aus irgendwelchen Gründen vielleicht nicht oder nur unter großen Mühen und Opfern abtragen zu können. Denn erst nach dem Studienabschluss und nach einer Karenzfrist beginnt die Rückzahlung in Form eines festen prozentualen Teils des Bruttoeinkommens für eine bestimmte Anzahl an Jahren - allerdings mit einer Maximalgrenze, und nur in den Jahren, in denen die Mindesteinkommensgrenze von 27.000 Euro nicht unterschritten wird. Aus diesen Rückzahlungen der Älteren speisen sich die Rücklagen, aus denen die Finanzierung der Jüngeren geleistet wird, damit sie an der Hochschule ihrer Wahl studieren können.

Für Chancengerechtigkeit und Selbstbestimmung

Schaubild 1 UGV
Als Partner des ACH schließt die Chancen eG mit jedem einzelnen Studierenden einen Vertrag über den UGV-Betrag und die Rückzahlungskonditionen.

Der UGV wurde 1995 von Studierenden der Universität Witten/Herdecke entwickelt und seitdem über einen Verein „von Studenten für Studenten“ angeboten. Daraus wurde 2016 die CHANCEN eG als Genossenschaft gemeinsam mit der GLS Treuhand, der GLS Bank, der StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke sowie vielen Alumni und Studierenden als Sozialunternehmen gegründet. Die in der Satzung verankerte Absicht ist es, Chancengerechtigkeit und Selbstbestimmung bei der Wahl des Studiums und der Berufsgestaltung zu ermöglichen und eine solidarische Bildungsfinanzierung in die Tat umzusetzen. Statt das Studium durch einen Kredit zu finanzieren und ein Verlustrisiko und Insovenzrisiko plus einen hohen Zahlungsdruck durch Zinsen und Tilgungen einzugehen, verpflichten sich die Studierenden mit dem UGV, nur dann einkommensabhängig etwas zurückzuzahlen, wenn sie es sich leisten können. Das Kapital, mit dem die Genossenschaft die Studiengebühren finanziert, stammt auch von sogenannten Impact-Investoren. Impact-Investoren sind Stiftungen, Family Offices und Privatvermögende, die mit ihrer Investition neben einer finanziellen Rendite eine gesellschaftliche Wirkung erreichen wollen.

"Beste Variante, ein Studium zu finanzieren"

Florian Kollewijn Chancen eG
Florian Kollewijn ist zusammen mit seinem Partner Olaf Lampson Gründer und CEO von Chancen eG.

Einer, der es aus mehrfacher Hinsicht wissen muss, wie wertvoll ein UGV sein kann, ist Florian Kollewijn, Gründer und Geschäftsführer der CHANCEN eG. Während seines Studiums an der privaten Universität Witten/Herdecke kam er selbst in den Genuss dieser Finanzierung. Zusammen mit seinem Geschäftsführerkollegen Olaf Lampson übernahm er damals für eine Zeit den Vereinsvorstand und gründete mit ihm zusammen nach dem Studium 2016 die CHANCEN eG. Mittlerweile arbeitet diese mit 35 Partnereinrichtungen in Deutschland zusammen und fördert aktuell rund 950 Studierende; 150 Rückzahler gibt es bereits. Für Florian Kollewijn ist der UGV „die beste Variante, ein Studium zu finanzieren. Wir von der CHANCEN eG haben die Vision, dass jeder und jede unabhängig vom Einkommen der Eltern Arzt oder Ärztin werden kann. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Herr Dr. Jermann auf uns zugekommen ist und uns als Partner für den ACH angefragt hat. Ich bin mir sicher, dass unser UGV für alle interessierten ACH Studierenden eine passende und faire Lösung ist.“

Alter Wunsch am ACH geht in Erfüllung

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Dr. Christoph Jermann hat nicht nur die Chancen eG als Partner für den ACH aufgetan, sondern auch den Kontakt zur Semmelweis Universität hergestellt.

Über Deutschland hinaus hat die CHANCEN eG mittlerweile mit rund 50 Medizinstudent:innen im EU-Ausland, darunter auch einige Wenige an der Semmelweis Universität, Einzelverträge geschlossen. Für den ACH und seine Studierenden ist daher besonders interessant, dass die CHANCEN eG derzeit mit der Semmelweis Universität über eine Partnerschaft verhandelt. Aktuell wird geprüft, wie und zu welchen Konditionen dort die Studierenden im deutschsprachigen Studiengang bereits ab dem ersten Semester gefördert werden können. Der Kontakt zur Semmelweis Universität kam durch Dr. Christoph Jermann zustande, den Geschäftsführer der den ACH betreibenden Asklepios Medical School  „Es freut mich sehr,“ so Dr. Jermann. „dass wir am ACH vom nächsten Jahr an den UGV in Kooperation mit der Chancen eG anbieten können, einem Partner, der von seinem ganzen Profil her wunderbar zu uns passt. Und besonders freut mich auch, dass es unter dem neuen Rektor sehr schnell gelungen ist, die Verantwortlichen der Semmelweis Universität davon zu überzeugen, ihrerseits Kontakt mit der Chancen eG aufzunehmen und die Einführung des UGV auch in Budapest auf den Weg zu bringen – und zwar für Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits vom ersten Studiensemester an und völlig unabhängig davon, ob sie nach der Vorklinik an den ACH wechseln wollen und können oder nicht. Damit geht ein alter Wunsch am ACH in Erfüllung, nämlich die finanziellen Hürden für ein zwölfsemestriges Medizinstudium drastisch zu senken und so noch mehr begabten Studienanwärter:innen ihr Wunschstudium zu ermöglichen und zugleich eine noch stärkere soziale Durchmischung unserer Studierendenschaft zu erreichen.“

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