Endoskopische Lungenvolumenreduktion (ELVR)

Zur endoskopischen Lungenvolumenreduktion (ELVR) bei schwerem Lungenemphysem stehen uns folgende Methoden zur Verfügung, die über das Bronchoskop in der Lunge angewandt werden können:

Ventile

Sie werden in die Bronchien eingesetzt, die in den am schwersten erkrankten und überblähten Lappen der Lunge führen. Bei der Ausatmung lassen sie Luft und Sekrete entweichen, bei der Einatmung verschließen sie den Atemweg. Der behandelte Lappen kann sich so langsam entleeren und im Volumen reduziert werden. Ventile funktionieren nur, wenn es keine Querverbindungen („Kollateralen“) zwischen dem ventilverschlossenen und dem benachbarten Lungenlappen gibt, über die Luftströme („Kollateralventilation“) den ventilverschlossenen Lappen über die Hintertür wiederauffüllen können. Vor einer Ventilimplantation setzen wir daher ein bronchoskopisches Mess-System („Chartis-System“) ein, mit dem wir das Vorhandensein von Kollateralventilation nachweisen können.

Spiralen

Spiralartig vorgeformte Drähte werden in langgestrecktem Zustand in die Segmentbronchien eingebracht und nehmen nach dem Freisetzten ihre Spiralform an. Dabei ziehen sie das umgebende Lungengewebe zusammen, reduzieren es im Volumen und erzeugen im schlaff gewordenen Organ eine neue Spannung.

Vapor

Über einen Katheter wird in kontrollierter Weise heißer Wasserdampf in die am stärksten durch das Emphysem zerstörten Segmente eingeleitet. Über eine Entzündungsreaktion kommt es zu einer narbigen Schrumpfung und Volumenreduktion der behandelten Segmente.

Jede diese Methoden hat Vor- und Nachteile sowie gut definierte Voraussetzungen für die Anwendung. Nach einer detaillierten Analyse des Lungenemphysems anhand einer Computertomographie besprechen wir diese Dinge mit Ihnen und schlagen Ihnen die beste Behandlungsmöglichkeit für Ihre individuelle Situation vor. Wir sind an allen großen und wichtigen Studien in diesem Gebiet beteiligt und können daher frühzeitig auch endoskopische Methoden zur Emphysemtherapie anbieten, die sich noch in der klinischen Entwicklung befinden.

Seite teilen: