Degenerative Gelenkerkrankungen

Wir helfen Ihnen bei

  • Erkrankungen und Verletzungen der Kniegelenke
  • Erkrankungen und Verletzungen von Fuß- und Sprunggelenken

 

Das erkrankte und verletzte Kniegelenk

Gelenkverschleiß (Arthrose)

Die häufigsten zum Arzt führenden Beschwerden am Knie stehen im Zusammenhang mit dem Verschleiß des Kniegelenkes, der sogenannten Arthrose. Im Laufe des Lebens kommt es zu Abnutzungserscheinungen in den Gelenken des Körpers. Betroffen hiervon ist besonders häufig das Kniegelenk. Neben der Bewegungsarmut und nicht angepasster Belastung gibt es weitere Ursachen und Risikofaktoren für einen zunehmenden Gelenkverschleiß. Dieses sind zum Beispiel vorangegangene Verletzungen, angeborene oder erworbene Fehlstellungen wie X- oder O-Beine oder Übergewicht, aber auch Systemerkrankungen wie Gicht, Rheuma oder Infektionen.

Der Ansatz für das Verhindern von fortschreitendem Gelenkverschleiß neben der Behandlung des Verschleißes ist dann besonders die Besserung der Grundkrankheit, die Beseitigung von Fehlbelastungen oder Fehlstellungen sowie die Reduktion von Risikofaktoren. Knorpel passt sich wie Muskulatur, Knochen und Herzkreislauf ebenso an die Anforderungen, die an ihn gestellt werden, an. So kann regelmäßige, nicht übertriebene Bewegung schon ab dem Kindesalter den Knorpel aufbauen und trainieren. Dadurch wird er auf Dauer belastbarer und nicht so anfällig für den vorzeitigen Verschleiß. Ca. 20 % der 35jährigen haben heutzutage gelegentlich oder ständig Beschwerden im Kniegelenk. Eine rechtzeitige, den Beschwerden angepasste Behandlung und Training können helfen zu vermeiden, dass am Ende nur ein Gelenkflächeneratz durch ein Kunstgelenk bleibt. Derzeit werden in Deutschland ca. 170.000 Kunstgelenke am Knie implantiert – mit jährlich steigender Tendenz.

Konservative Behandlung:

Auf der Basis einer möglichst genauen Klärung der Ursachen Ihrer Beschwerden bieten wir Ihnen ein individuell auf Sie zugeschnittenes Behandlungsangebot an:

  • Beratung und Veranlassung einer konservativen Behandlung in Zusammenarbeit mit Ihrem überweisenden Arzt.
  • Ratschläge für angepasste Aktivitäten/Sportarten, Physiotherapie, Beratung für Verwendung von Hilfsmitteln wie Bandagen, Orthesen, Schuhzurichtungen (z. B. dämpfende Absätze etc.), Medikamente, Injektionen.
  • Auch zahlreiche Verletzungen können durch eine angepasste konservative Therapie angemessen behandelt werden.

Gelenkspiegelung (Arthroskopie)

Falls konservative Maßnahmen nicht ausreichend oder sinnvoll sind, bieten wir Ihnen ebenso individuell angepasst Operationsverfahren zur Linderung Ihrer Beschwerden an.

Es wird geprüft, ob eine Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) als sogenanntes minimalinvasives Verfahren für Ihre Erkrankung/Verletzung in Frage kommt. Viele dieser Eingriffe sind ambulant möglich.

Meniskusverletzungen, Kreuzbandverletzungen, einige Bruchformen, Verrenkungen der Kniescheibe, kleinere Knorpelschäden, Gelenkentzündungen u. a. sind so meist gut zu behandeln.

Kreuzbandersatz mit einem Sehnentransplantat oder die Naht eines verletzten Meniskus sind Eingriffe, die in unserer Abteilung mit modernstem Instrumentarium routiniert durchgeführt werden. Während nach einer  Meniskusnaht das Gelenk nicht voll belastetet werden darf, ist nach dem Kreuzbandersatz ein intensives Training notwendig. Die entsprechende Übungsbehandlung wird durch die Physiotherapie unseres Hauses nach der Operation begonnen.

Bandverletzungen des Kniegelenkes sind meist Sportverletzungen. Durch die auf das Verletzungsmuster angepasste Behandlung soll eine möglichst vollständige Wiederherstellung der Kniefunktion und -stabilität erreicht werden, so dass Sie die Chance erhalten, Ihr vorheriges Sportniveau wieder zu erreichen. Es werden neben der Bandnaht Ersatzverfahren durch körpereigene Sehnen vorgenommen.

Bei Verletzung hängt die Behandlung von der Rissform und dem Zustand des Meniskus ab. Wenn möglich, erfolgt die Naht des Risses. Bei älteren Rissen durch Verschleiß werden die beschädigten Teile entfernt, auch ein (Teil)-Ersatz ist möglich.

Wiederholte Verrenkung der Kniescheibe, vorderer Knieschmerz

Nicht selten bestehen Schmerzen im vorderen Bereich des Kniegelenkes. Die Untersuchung und ergänzende Bildgebung (Röntgen, MRT) können in der Regel die Ursache klären, so dass eine gezielte Behandlung (konservativ, arthroskopisch) erfolgen kann. Bei wiederkehrenden Verrenkungen der Knieschiebe ergibt die umfassende Analyse der Form und Führung des Kniescheibengelenkes die entscheidenden Hinweise für eine dauerhaft erfolgversprechende Behandlung.

Eingriffe am Gelenkknorpel

Bei tiefgreifenden Knorpelschäden können entsprechend der Ausdehnung und dem Gesamtzustand des Knies auch Verfahren der Knorpelknochen- oder Knorpelzelltransplantation angewendet werden. Diese Eingriffe benötigen zum Teil schon eine etwas größere Operation, um die beschädigte Stelle sanieren zu können. Ihr Beschwerdebild, die Größe, die Lage des Knorpelschadens und der Zustand des umgebenden Gelenkes sowie Ihr Behandlungswunsch bestimmen die Auswahl des Verfahrens. Verwendet werden Mikrofrakturierung, Knorpelknochentransplantation, Knorpelzelltransplantation.

Umstellungsosteotomie

Angeborene oder erworbene Fehlstellungen und Beinlängendifferenzen können nicht nur zu einem vorzeitigen Gelenkverschleiß, sondern auch zu Folgeschäden am übrigen Bewegungsapparat (z. B. Rückenschmerzen durch Fehlbelastung) führen, so dass Korrekturoperationen in Erwägung zu ziehen sind.

Nach genauer Planung erfolgt die Korrekturoperation mit Wiederherstellung einer physiologischen Beinachse.

Gelenkersatzverfahren

Falls eine gelenkerhaltende Behandlung aufgrund des Krankheitsstadiums nicht mehr sinnvoll und erfolgversprechend ist, gilt es, das für Sie passende Gelenkersatzverfahren zu wählen. Die weltweit erste Knieendoprothese wurde durch Herrn Thimethokles Gluck schon 1890 implantiert. Seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts hat die Entwicklung der Gelenkersatzverfahren ganz entscheidende Fortschritte gemacht. So können wir Ihnen je nach Lokalisation und Ausprägung der Kniezerstörung bewährte, moderne Gelenk(teil)prothesen anbieten, um eine langfristige Zufriedenheit mit Ihrem Gelenkersatz zu erreichen.

Prothesen

Teilprothesen

Wenn nur ein Teil der Gelenkflächen irreversibel beschädigt ist, ist die Implantation einer sogenannten Schlittenprothese möglich, die nur den inneren oder äußeren Gelenkabschnitt oder selten auch das Kniescheibengelenk ersetzt.


Oberflächenersatz

Wenn mehrere Gelenkabschnitte irreparabel zerstört sind, wird ein Gelenk gewählt, das die Gelenkflächen ersetzt, aber die Führung entsprechend den natürlichen Vorgaben durch die erhaltenen Bänder des Kniegelenkes gewährleistet.


Achsgeführte Prothese (sogenannte constraint oder semiconstraint Prothese)

Bei weiter fortgeschrittener Zerstörung des Gelenkes mit Instabilität oder sehr großer Fehlstellung kann dieses durch Prothesenmodelle ersetzt werden, die auch die Führung des neuen Gelenkes in die Prothese integriert haben.

Gelenkzerstörung durch Tumor

Der besondere Fall: Gelenkzerstörung durch Tumor

Droht ein Tumor das Kniegelenk zu zerstören, können sehr aufwendige Operationen mit Ersatz von Teilen des Ober- und Unterschenkelknochens notwendig werden. Dies hängt neben der Stabilität des Knochens auch von der Art des Tumors ab.

Probleme mit schon vorhandener Knieprothese

Zu Nachuntersuchungen oder Problemen mit schon vorhandenen Endoprothesen können Sie gerne unseren Rat in Anspruch nehmen. Wir werden das Problem analysieren und eine angepasste Lösung mit Ihnen erarbeiten. Falls notwendig wird eine Korrektur oder ein Austausch Ihrer Endoprothese durchgeführt. Für diese doch häufig größeren Operationen steht Ihnen die ganze Sicherheit unserer modernen Klinik der  Maximalversorgung mit allen ihren Möglichkeiten der Intensivmedizin zur Verfügung.
 

Behandlungsablauf

1. Kontakt

  • Terminvereinbarung unter (0 40) 18 18-81 16 21
  • Bitte bringen Sie eine Einweisung, möglichst Röntgenbilder und weitere Untersuchungsergebnisse, sofern Sie diese haben, mit.
  • Im Rahmen einer ersten Untersuchung werden Ihre Beschwerden erörtert, die von Ihnen mitgebrachten Befunde mit Ihnen besprochen und dann ein Plan für die weitere Behandlung vereinbart. Wenn nötig, werden ergänzende Untersuchungen veranlasst.
  • Auch für das Einholen einer Zweitmeinung zu einer schon geplanten Behandlung stehen wir gerne zur Verfügung.
  • Am Ende dieses Untersuchungstermins werden Sie einen Plan für die weitere Behandlung/Untersuchung erhalten. Ihr zuweisender Arzt wird schriftlich über diese Untersuchung und den Behandlungsplan informiert.
  • Falls sich aus dem ersten Kontakt die Notwendigkeit einer Operation ergibt, wird dieser Termin festgelegt. Ebenso soll möglichst schon jetzt die Weiterbehandlung nach der Operation (z. B. Reha-Klinikaufenthalt) besprochen und festgelegt werden.
  • Von unserer Physiotherapie erhalten Sie im Falle einer Gelenkersatzoperation hier weitere Hinweise, wie Sie sich auf die Operation vorbereiten können.

Auch Empfehlungen für die Vorbereitung Ihrer Wohnung und Ratschläge für das Leben mit einem neuen Gelenk finden sich auf unserer Seite.

Vor der Operation

  • In einem weiteren Termin kurz vor dem Operationstag wird die geplante Operation noch einmal besprochen und Ihre schriftliche Einwilligung eingeholt.
  • Eine vollständige Aufnahmeuntersuchung wird durchgeführt.
  • Das Narkoseverfahren wird durch einen Anästhesisten mit Ihnen besprochen.
  • Alle Unterlagen werden noch einmal geprüft, kurzfristige Verhaltensempfehlungen, z. B. das Absetzen oder Ersetzen von Medikamenten, werden mit Ihnen abgestimmt.
  • Der Aufnahme- und Operationszeitpunkt wird noch einmal bestätigt.

Im Krankenhaus

  • Am Operationstag werden Sie auf der Tagestation aufgenommen, Sie erhalten ein Bett.
  • Ihre Unterlagen werden nochmals geprüft. Ein Armband für die eindeutige Indentifikation Ihrer Person wird angelegt, die zu operierende Seite auf der Haut markiert.
  • Sie werden vom Pflegepersonal unterstützt für die direkte Vorbereitung der Operation. Danach werden Sie zur Operation abgeholt und von dem Narkoseteam in Empfang genommen.
  • Die Operation wird dann unter der mit Ihnen vereinbarten Betäubung (Vollnarkose oder Regionalanästhesie) durchgeführt.
  • Zur Überwachung werden Sie, bis die akuten  Narkosewirkungen abgeklungen sind, im Aufwachraum durch ein Anästhesieteam betreut und dann bei ambulanten Eingriffen zurück auf die Tagesstation gebracht. Bei stationären Eingriffen werden Sie aus dem Aufwachraum auf die für Sie vorgesehene Station gebracht.
  • Auf der Station erhalten Sie die benötigte Hilfe von der Pflege. Operateur und Stationsärzte werden Sie über den Operationsverlauf informieren und Ihre Erholung vom Eingriff nach Kräften unterstützen. Die physiotherapeutische  Nachbehandlung wird am Folgetag begonnen.
  • So können Sie sich so weit von der Operation erholen, dass die geplante Entlassung oder Verlegung zur Nachbehandlung (z. B. Reha-Klinik) erfolgen kann.

Nach dem Krankenhausaufenthalt

  • Je nach Operation und Beeinträchtigung ist für Sie eine ambulante oder stationäre Nachbehandlung sinnvoll.
  • Hinweise zum Leben mit einem neuen Gelenk, Verhaltenshinweise, empfehlenswerte Betätigung und Sportarten finden Sie im folgenden.
  • Nach abgeschlossener Rehabilitation oder falls Sie zwischenzeitlich noch Fragen haben, können Sie gerne einen Termin in der Ihnen nun schon bekannten Sprechstunde ca. 6 Wochen nach der Operation vereinbaren.
  • Wir wünschen Ihnen trotz Erkrankung und Operation einen angenehmen Aufenthalt in unserer Klinik und alles Gute für Ihre Gesundheit.

Das neue Kniegelenk

Wir möchten Ihnen hier die Prinzipien unserer physiotherapeutischen Behandlungsweise erläutern und Ihnen einige Verhaltenshinweise geben für die Zeit vor und nach der Operation.

Nach einem Kniegelenkersatz ist die frühzeitige physiotherapeutische Behandlung fester Bestandteil des Behandlungskonzeptes. Ziel ist, die Beweglichkeit und die Belastbarkeit des operierten Gelenkes wiederherzustellen. Dazu gehören u. a. die Erarbeitung der vollen Gelenkbeweglichkeit, die Kräftigung der Muskulatur und die Schulung der Körperwahrnehmung.

Bei der Auswahl der Behandlung richten sich die Physiotherapeuten nach Ihren derzeitigen körperlichen Möglichkeiten und Ihrem Gesamtbefinden. Darüber hinaus spielt Ihre Mitarbeit außerhalb der Behandlung und das Umsetzen unserer Vorschläge eine wichtige Rolle für das Behandlungsergebnis.

Vor der Operation

Die Zeit vor der Operation sollten Sie zur Vorbereitung aktiv nutzen. Dazu raten wir Ihnen, die Wohnung so zu gestalten, dass Sie sich rasch und problemlos in den Alltag einfinden können.

  • Hauseingang: Überprüfen Sie, ob der Eingangsbereich Ihnen Stolperfallen stellen könnte, z. B. lose Fußmatten.
  • Treppenhaus: Testen Sie, ob die Flurlichtschaltung so ausgelegt ist, dass Sie auch langsam bei Licht die Treppen bewältigen können.
  • Flur: Schaffen Sie im Flur eine Sitzgelegenheit. Zentrale Ablagen für die Dinge, die Sie in der Hand haben, wenn Sie hereinkommen (Schlüssel oder Post), können Ihnen unnötige Wege ersparen.
  • Telefon: Stellen Sie Ihr Telefon zentral auf. Ist dies nicht möglich, überlegen Sie die Anschaffung eines schnurlosen Telefons. Telefonschnüre sind Stolperfallen!
  • Bad: Rutschige Läufer sind Stolperfallen! Hilfreich bei der Körperpflege sind zusätzlich angebrachte Haltegriffe für den Einstieg in Dusche oder Badewanne. Überlegen Sie die Anschaffung eines Wannen- oder Duschsitzes.
  • WC: Für niedrige Toiletten gibt es Aufsätze, die Sie sich auch nachträglich anbringen können.
  • Schlafzimmer: Ihr Bett sollte leicht zugänglich sein und eine bequeme Sitzhöhe aufweisen. Zur Erhöhung der Sitzfläche können Sie eine zusätzliche, fest aufliegende Matratze einlegen. Wenn Sie den Lichtschalter nicht vom Bett aus bedienen können, legen Sie sich eine Taschenlampe auf den Nachttisch, damit Sie nachts nicht unerwartet im Dunkeln stolpern können.
  • Küche: In der Küche sollten Sie Gegenstände, die Sie häufig brauchen, z. B. Töpfe, Pfannen und Geschirr, in Griffhöhe räumen. Ein Servierwagen hilft Ihnen, unnötige Wege zu vermeiden. Bereits im Vorfeld zubereitete Speisen, die Sie tiefgekühlt aufbewahren und später nur aufwärmen müssen, können Ihnen in den ersten Wochen etwas Küchenarbeit abnehmen.
  • Wohnzimmer: Stolperfallen, z. B. lose Kabel oder Teppichkanten, sollten Sie beseitigen.

Nach der Operation

Schon am ersten Tag nach der Operation beginnt die Physiotherapie. Dabei ist es wichtig, dass Sie die Ihnen gezeigten Übungen regelmäßig selbständig ausführen.

Am 1.Tag

  • Neben den physiotherapeutischen Maßnahmen im Bett können Sie bei gutem Allgemeinbefinden bereits am 1. Tag nach der Operation mit dem/der Physiotherapeuten/in das Aufstehen aus dem Bett erarbeiten.
  • Klappt das Stehen gut, so folgt eine Gangschulung mit dem Gehwagen.
  • Weiterhin wird eine „Motorschiene“ zur Verbesserung Ihrer Beweglichkeit eingesetzt.

Gehtraining

  • Am 2. Tag beginnt die eigentliche Gangschulung im Rahmen der Physiotherapie. Diese startet in der Regel mit voller Belastung zunächst am Gehwagen.
  • Bei entsprechender Gangsicherheit wird die Gangschule mit zwei Unterarmgehstützen fortgeführt und das Treppensteigen geübt.
  • Beginnen Sie frühzeitig mit regelmäßigem eigenständigem Gehtraining über eine kurze Gehstrecke.
  • Nach und nach können Sie die Gehstrecke verlängern. Achten Sie jedoch auf Zeichen der Überbelastung wie Schmerzen, Schwellung, Hitze, Rötung.
  • Vermeiden Sie unebene, rutschige Wege und tragen Sie immer festes Schuhwerk.

Treppen hinaufsteigen

  • Benutzen Sie zu Ihrer Sicherheit immer ein Treppengeländer.
  • Ersteigen Sie jede Stufe einzeln, indem Sie das gesunde Bein zuerst auf die obere Stufe setzen.
  • Behalten Sie die Gehhilfen auf der niedrigeren Stufe.
  • Setzen Sie das operierte Bein auf die obere Stufe und ziehen Sie Ihre Gehhilfen nach.

Treppen hinabsteigen

  • Benutzen Sie zu Ihrer Sicherheit immer ein Treppengeländer.
  • Setzen Sie die Gehhilfen auf der unteren Stufe auf.
  • Steigen Sie mit dem operierten Bein auf die gleiche Stufe hinab.
  • Setzen Sie das gesunde Bein auf die gleiche Stufe.

Hinsetzen

  • Der Stuhl sollte so hoch sein, dass die Kniegelenke nicht höher stehen als die Hüftgelenke.
  • Der Stuhl sollte nach Möglichkeit Armlehnen haben.
  • Wenn Sie sich hinsetzen wollen, gehen Sie nach hinten, bis die Rückseiten Ihrer Beine den Sitz berühren.
  • Strecken Sie das operierte Bein nach vorne und stützen Sie sich auf den Armlehnen des Stuhls ab, wobei Ihr Gewicht auf den Armen und dem gesunden Bein lastet.
  • Beim Hinsetzen langsam das operierte Knie beugen.
  • Das Sitzen mir übereinandergeschlagenen Beine sollten Sie in den ersten 6 Wochen meiden.

Aufstehen

  • Stehen Sie auf, indem Sie sich auf den Armlehnen abdrücken und Ihr Gewicht auf die Arme und das gesunde Bein verlagern.
  • Bewegen Sie Ihr operiertes Bein nach vorne und stoßen Sie sich leicht nach oben ab.
  • Versuchen Sie, Ihr Gleichgewicht zu finden, bevor Sie nach den Gehhilfen greifen.

Nach der Entlassung

Grundsätzlich sollte die Physiotherapie nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fortgesetzt werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Stationäre Physiotherapie im Rahmen einer Anschlussheilbehandlung (AHB). Dies wird von Ihren Stationsärzten organisiert.
  • Ambulante Physiotherapie (in der Nähe Ihres Wohnortes) in speziellen Praxen, Reha-Zentren (wird von Ihrem weiterbehandelnden Arzt organisiert).

Welche Form der weiterführenden Physiotherapie für Sie die passende ist, hängt von Ihren Fähigkeiten und häuslichen Bedingungen ab. Die Entscheidung wird in Absprache mit Ihnen, dem Stationsarzt und dem/der Physiotherapeuten/in getroffen.

Leben mit dem neuen Kniegelenk

Allgemeine Verhaltensregeln

Nachfolgend sind einige wichtige Verhaltensregeln aufgeführt, die zum Erfolg der Operation beitragen:

  • Setzen Sie nach der Entlassung aus der Klinik die erlernten physiotherapeutischen Übungen fort. Dabei gilt: Überlastung und Schmerzen in jeder Form sind genauso zu vermeiden wie zu geringe Anforderungen!
  • Benutzen Sie Ihre beiden Unterarmstützen beim Gehen. Wir raten Ihnen dringend davon ab, nur mit einer Unterarmstütze zu gehen, da dies zu einer dauerhaften Schiefhaltung des gesamten Körpers führen kann!
  • Tragen Sie feste Schuhe mit weichen, elastischen Sohlen.
  • Gehen Sie aufrecht mit gleich langen Schritten und rollen Sie Ihren Fuß richtig ab.

In den ersten 12 Wochen nach der Operation sollten Sie alle extremen Belastungen des Knies vermeiden.

Dazu zählen:

  • Stoßbelastungen
  • Beinaufsetzen in O- oder X-Stellung
  • Hocken oder Knien
  • Stauchende Belastungen
  • Heben und Tragen von Lasten über 5 kg
  • Überbelastung und große Kraftanstrengungen
  • Gewichtszunahme (kann zur vorzeitigen Auslockerung der Prothese führen)

Auto fahren

  • Fahren Sie nur mit Erlaubnis Ihres Arztes selbst.
  • Im Allgemeinen dürfen Sie frühestens 6 Wochen nach dem Eingriff wieder selbst fahren bzw. erst dann, wenn Sie zum Laufen keine Gehhilfen mehr benötigen.

Sport

Geeignete Sportarten sind:

  • allgemeine Gymnastik
  • Radfahren/Heimtrainer
  • Schwimmen, nur mit Kraulbeinschlag
  • Wandern

Bedingt geeignete Sportarten:

  • Golfspielen
  • Jogging
  • Skilanglauf

Sportarten, von denen abzuraten ist:

  • Sportarten mit ruckartigen Bewegungen
  • Ballsportarten
  • Leichtathletik
  • Tennis
  • alpiner Skilauf

Erkrankungen und Verletzungen der Fuß- und Sprunggelenke

Fehlstellung des Vorfußes und der Zehen

Fehlstellungen im Bereich der Zehen oder des Vorfußes stellen häufig nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sondern verursachen Druckstellen und Schmerzen.

Anlagebedingte Neigung für Spreizfußbildung kann ebenso wie unangepasstes Schuhwerk und Überbelastung eine Ursache für die Entwicklung und Verschlimmerung von Deformierungen der Zehen und des Vorfußes sein.

Eine typische besonders für Frauen häufige Fehlstellung ist z. B. der Hallux valgus, bei dem es durch eine Abweichung der Großzehe im Grundgelenk zu einer Fehlbelastung dieses Gelenkes und der angrenzenden Weichteilstrukturen kommt. Der prominent vortretende Großzehenballen schmerzt. Wenn konservative Maßnahmen nicht zu einer ausreichenden Besserung führen, ist möglicherweise eine Operation erforderlich. Durch genaue Analyse der Fehlstellung kann aus den vielen verschiedenen operativen Korrekturverfahren das für Sie passende gewählt werden.

Hammerzehen, Krallenzehen oder der Schneiderballen sind weitere Beispiele für Fehlstellungen, die operativ behandelt werden können, wenn die Beschwerden durch konservative Maßnahmen nicht ausreichend zu lindern sind.

Sprunggelenk

Neben Verletzungen der Knöchelregion können auch durch Fehlbelastung, Verschleiß und entzündliche Gelenkveränderungen Beschwerden entstehen, die mit konservativen Therapien nicht ausreichend gebessert werden können. Auch hier gibt es die Möglichkeit minimalinvasiver Operationsverfahren.

Knorpelschäden, freie Gelenkkörper oder Vernarbungen nach Verletzungen oder die Osteochondrosis dissecans sind Erkrankungen, die einer Arthroskopie zugänglich sind. Zur Behandlung sind verschiedene Eingriffe bis zur Knorpelknochentransplantation möglich.


Bandverletzungen am Sprunggelenk

Die Bandverletzung am Sprunggelenk ist eine häufig auftretende Sportverletzung, die üblicherweise konservativ behandelt wird. Sollte es im Verlauf aber zu einer chronischen Instabilität kommen, ist eventuell eine operative Therapie notwendig. Hier kommen verschiedene Verfahren zur Rekonstruktion des Bandapparats zur Anwendung.

Behandlungsablauf

1. Kontakt

  • Terminvereinbarung unter (0 40) 18 18-81 16 21
  • Bitte bringen Sie eine Einweisung, möglichst Röntgenbilder und weitere Untersuchungsergebnisse, sofern Sie diese haben, mit.
  • Im Rahmen einer ersten Untersuchung werden Ihre Beschwerden erörtert, die von Ihnen mitgebrachten Befunde mit Ihnen besprochen und dann ein Plan für die weitere Behandlung vereinbart. Wenn nötig, werden ergänzende Untersuchungen veranlasst.
  • Auch für das Einholen einer Zweitmeinung zu einer schon geplanten Behandlung stehen wir gerne mit Rat zur Verfügung.
  • Am Ende dieses Untersuchungstermins werden Sie einen Plan für die weitere Behandlung/Untersuchung erhalten. Ihr zuweisender Arzt wird schriftlich über diese Untersuchung und den Behandlungsplan informiert.
  • Falls sich aus dem ersten Kontakt die Notwendigkeit einer Operation ergibt, wird dieser Termin festgelegt. Ebenso soll möglichst schon jetzt die Weiterbehandlung nach der Operation besprochen und festgelegt werden.

Vor der Operation

  • In einem weiteren Termin kurz vor dem Operationstag wird die geplante Operation noch einmal besprochen und Ihre schriftliche Einwilligung eingeholt.
  • Eine vollständige Aufnahmeuntersuchung wird durchgeführt.
  • Das Narkoseverfahren wird durch einen Anästhesisten mit Ihnen besprochen.
  • Alle Unterlagen werden noch einmal geprüft, kurzfristige Verhaltensempfehlungen, z. B. das Absetzen oder Ersetzen von Medikamenten, werden mit Ihnen abgestimmt.
  • Der Aufnahme- und Operationszeitpunkt wird noch einmal bestätigt

Im Krankenhaus

  • Am Operationstag werden Sie auf der Tagestation aufgenommen, Sie erhalten ein Bett.
  • Ihre Unterlagen werden nochmals geprüft. Ein Armband für die eindeutige Indentifikation Ihrer Person wird angelegt, die zu operierende Seite auf der Haut markiert.
  • Sie werden vom Pflegepersonal unterstützt für die direkte Vorbereitung der Operation. Danach werden Sie zur Operation abgeholt und von dem Narkoseteam in Empfang genommen.
  • Die Operation wird dann unter der mit Ihnen vereinbarten Betäubung (Vollnarkose oder Regionalanästhesie) durchgeführt.
  • Zur Überwachung werden Sie, bis die akuten Narkosewirkungen abgeklungen sind, im Aufwachraum durch ein Anästhesieteam betreut und dann bei ambulanten Eingriffen zurück auf die Tagesstation gebracht. Bei stationären Eingriffen werden Sie aus dem Aufwachraum auf die für Sie vorgesehene Station gebracht.
  • Auf der Station erhalten Sie die benötigte Hilfe von der Pflege. Operateur und Stationsärzte werden Sie über den Operationsverlauf informieren und Ihre Erholung von dem Eingriff nach Kräften unterstützen. Die physiotherapeutische Nachbehandlung wird am Folgetag begonnen.
  • So können Sie sich so weit von der Operation erholen, dass die geplante Entlassung oder Verlegung zur Nachbehandlung erfolgen kann

Nach dem Krankenhausaufenthalt

  • Je nach Operation und Beeinträchtigung ist für Sie eine ambulante oder in Ausnahmen stationäre Nachbehandlung sinnvoll.
  • Nach abgeschlossener Rehabilitation oder falls Sie zwischenzeitlich noch Fragen haben, können Sie gerne einen Termin in der Ihnen nun schon bekannten Sprechstunde ca. 6 Wochen nach der Operation vereinbaren.
  • Wir wünschen Ihnen trotz Erkrankung und Operation einen angenehmen Aufenthalt in unserer Klinik und alles Gute für Ihre Gesundheit.

 

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