Akute Leukämien, MDS

Akute Leukämie

Krankheitsbild

Die akute Leukämie ist eine hochaggressive bösartige Erkrankung der sogenannten Vorläuferzellen im Knochenmark. Hierbei kommt es zu einer massenhaften Vermehrung unreifer, entarteter Leukämiezellen im Knochenmark, die zunehmend die verbleibenden gesunden Zellen der Blutbildung verdrängen.

Symptome

Folge ist eine relativ schnelle Verschlechterung des Blutbildes, typischerweise mit einer deutlichen Blutamut (Anämie) und zu wenigen Bluttplättchen (Thrombozytopenie). Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) können vermindert sein, sind aber meistens deutlich erhöht. Auffällige Blutwerte wie oben beschrieben sowie ein allgemeines deutliches Krankheitsgefühl führen die Patienten meistens zunächst zum Hausarzt, wo dann in der Regel schnell die Verdachtsdiagnose einer Leukämie gestellt wird.

Diagnose und Behandlung

Wegen des aggressiven Verlaufs und der langwierigen und komplexen Therapie ist es wichtig, akute Leukämien an Zentren zu behandeln, die in der Behandlung versiert sind. Unsere Abteilung besitzt jahrelange Erfahrung in der Diagnostik und Therapie der akuten myeloischen Leukämie (AML) und akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL).

In Zusammenarbeit mit der Asklepios Klinik St. Georg können wir das gesamte Spektrum der Leukämie-Therapie auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft anbieten. Darüber hinaus sind wir als Mitglied der AMLSG-Studiengruppe an mehreren AML-Therapiestudien beteiligt.

Aufgrund der deutlich erhöhten Infektionsgefahr haben wir eigens für Patienten mit gestörter Immunabwehr (Immunsupression) in der Hämatologischen Abteilung eine speziell eingerichtete Station mit HEPA-Filtern entwickelt (High Efficiency Particulate Air), die unter anderem Viren aus der Atemluft schleusen.

Myelodysplastisches Syndrom (MDS)

Krankheitsbild

Die myelodysplastischen Syndrome (MDS) umfassen eine Reihe von Erkrankungen des Knochenmarks, bei der die Vorläuferzellen – also Ursprungszellen, aus denen sich normalerweise die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen entwickeln – verändert und in der Reifung gestört sind. Ein MDS ist für sich genommen noch keine Krebserkrankung, stellt aber häufig eine Vorstufe dar, die im Laufe der Zeit in eine aggressive Erkrankung, in der Regel eine akute Leukämie, übergehen kann.

Symptome, Diagnose, Behandlung

Wie auch eine Leukämie wird ein MDS zumeist durch Blutbildveränderungen auffällig. Die Diagnose wird durch eine Knochenmarkpunktion und umfangreiche genetische Untersuchungen gesichert. Die Therapie ist sehr verschieden und reicht von abwartendem Verhalten („watch & wait“) über eine rein symptomatische Therapie – beispielsweise die Übertragung von Bluttransfusionen – bis hin zu Chemotherapie oder in ausgewählten Fällen auch Stammzelltransplantation.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Die Therapie einer akuten Leukämie ist komplex und wird anhand mehrerer Gesichtspunkte entschieden. Bei jüngeren Patienten ist das Ziel die Heilung der Leukämie durch eine Abfolge intensiver Chemotherapien, oft – aber nicht immer – kombiniert mit einer Stammzelltransplantation. Aber auch bei älteren und vorerkrankten Patienten kann eine akute Leukämie durch moderne Therapieansätze längerfristig kontrolliert werden, selbst wenn eine Heilung in einigen Fällen leider nicht mehr erreichbar ist.

Ebenso wie die akute Leukämie erfordert auch die Begleitung und Behandlung eines MDS Erfahrung und Routine. Wir bieten auch hier die üblichen Therapieoptionen an. Die Behandlung eines MDS ist in der Regel ambulant durchzuführen. Gerne beraten wir Sie nach Diagnosestellung über alle in Frage kommenden Therapieoptionen und können diese auch in unserem Ambulanzzentrum durchführen.

Sollte Ihr Blutbild auf eine der oben beschriebenen Erkrankungen schließen lassen oder Ihr Hausarzt entsprechende Symptome diagnostiziert haben, ist eine rasche Abklärung entscheidend.

Unter der Rufnummer (040) 1818 81-8330 oder über unser Sekretariat unter der Telefonnummer (040) 1818 81-1211 können Sie einen sofortigen Termin zur stationären Aufnahme vereinbaren.

In der Regel führen wir bei entsprechendem Verdacht umgehend eine Knochenmarkpunktion durch. In unserem hämatologischen Speziallabor können wir innerhalb eines Tages anhand einer Zelluntersuchung (Zytologie) und der sogenannten Immunphänotypisierung eine Diagnose stellen. Die weitere Behandlung erfolgt entsprechend der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO).

Fragen zu aktuell laufenden Studien bei diesen Erkrankungen können Sie an unser Studiensekretariat unter der Telefonnummer (040) 1818 81-1273 richten.

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