Diagnostik und Therapie von Gehirnaneurysmen

Endovaskuläre Ausschaltung von Gehirnaneurysmen (Coiling, Stents)

Etwa sechs Liter Blut pumpt das Herz permanent durch unseren Körper – ein straffes Programm für unsere Adern. Sind sie geschwächt, kann es passieren, dass ihre Wände aussacken. Dann spricht man vom sogenannten Aneurysma, das sich im Laufe des Lebens langsam vergrößern kann. Reißt es ein, drohen lebensgefährliche Blutungen in das Nervenwasser (Subarachnoidalblutung) oder das Gehirn. Wir, die Abteilung für Neuroradiologie der Asklepios Klinik Altona, verfügen in der Diagnostik und Therapie über besonders umfassende Erfahrungen. Seit 1997 haben wir mehr als 1.000 Aneurysmen behandelt. Unser Wissen kommt Ihnen zugute.

Unser Behandlungsangebot

Mithilfe von endovaskulären Behandlungsverfahren (die also innerhalb der Gefäße durchgeführt werden), können Aneurysmen aus dem Blutkreislauf entfernt werden. Dies erfolgt unter Vollnarkose. Wenn unsere Spezialisten die Leistenarterie punktiert haben, legen sie zunächst einen Führungskatheter in die Halsarterie. Über diesen wird ein Mikrokatheter bis in das Aneurysma vorgeschoben, mit kleinen Metallspiralen (Platincoils) ausgefüllt und die Aussackung somit verschlossen.

In Einzelfällen können zusätzliche Materialien, wie zum Beispiel eine Gefäßstütze (Stent) oder ein Ballon (Remodelling-Technik) erforderlich sein, um sicherzustellen, dass die Nachbargefäße offen bleiben. Bei sehr breiten oder langstreckigen (fusiformen) Aussackungen, bei denen sich Aneurysma und Blutgefäß nicht mehr voneinander differenzieren lassen, kommen neuartige, engmaschige Stents (Flow diverter) zur Anwendung. Diese rekonstruieren den Gefäßverlauf und trennen das Aneurysma von der Durchblutung ab. Alternativ stehen für breitbasige Aneurysmen in einer Gefäßteilung auch neuartige, sogenannte intra-aneurysmatische Implantate oder spezielle Stents zur Verfügung.

Neben der Stentbehandlung ist auch eine neurochirurgische Operation möglich, bei der das Aneurysma von außen mit einem Clip verschlossen wird. Die Art der Behandlung – endovaskulär mit einer Spirale (Coil) oder operativ mit einem Clip – hängt im Wesentlichen von der Form des Aneurysmas und seiner Lagebeziehung zu den Nachbaradern ab. Unsere Entscheidung über die für Sie bestmögliche Methode treffen wir gemeinsam mit den Kollegen der Neurochirurgie. Unsere Empfehlung werden wir Ihnen ausführlich erläutern und gemeinsam mit Ihnen abstimmen.

Aneurysmablutung (Subarachnoidalblutung)

Bei einer Blutung aus einem Aneurysma kommt es zu plötzlichen und sehr heftigen Kopfschmerzen, die Patienten als so stark „wie noch nie“ klassifizieren. Auch der Nacken kann dabei schmerzen. Ob tatsächlich eine Blutung vorliegt, können wir mit einer Herz-CT (CCT) oder Nervenwasserprobe zweifelsfrei klären. Dann kommt die Angiografie zum Einsatz. Haben wir ein Aneurysma nachweisen können, müssen wir es auf endovaskulärem oder neurochirurgischem Wege versorgen, um eine weitere Blutung zu vermeiden.

Asymptomatische Aneurysmen

Im Rahmen von Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren wie Herz-CT (CCT) oder Kernspintomografie treten Aneurysmen gelegentlich als Zufallsbefund zutage (asymptomatische oder inzidentelle Aneurysmen). Ob eine Behandlung der Gefäßaussackung erforderlich ist, richtet sich nach vielen unterschiedlichen Kriterien wie ihrer Größe, Form und Lage. Für unsere genaue Einschätzung der Optionen für Ihre individuelle Behandlung ist zunächst eine Angiografie erforderlich. Auf Basis dieser Befunde können wir dann persönlich besprechen, wie hoch bei Ihnen das Blutungs- und Behandlungsrisiko ist und Sie entsprechend behandeln.

Weitere Informationen

Hirn-Aneurysma: Symptome und Behandlung

Was ist eigentlich ein Hirn-Aneurysma und wie gefährlich ist diese Krankheit? Prof. Dr. Bernd Eckert, leitender Arzt der Neuroradiologie, klärt über typische Symptome auf, die mit einer Aussackung der Gefäßwände im Gehirn einhergehen, und zeigt anschaulich, wie ein Hirn-Aneurysma behandelt werden kann.

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