Behandlung beim akuten Schlaganfall

„Thrombektomie“ zur Entfernung von Blutgerinnseln in Gehirngefäßen

Bei einem akuten Schlaganfall kommt es plötzlich zu neurologischen Aussetzern wie Halbseitenlähmung sowie Seh- oder Sprachstörungen. Medizinisch wird der Schlaganfall als „Apoplex“ oder „Insult“ bezeichnet. Dabei unterscheidet man zwischen einer Hirnblutung (hämorrhagischer Insult) und einem Aderverschluss mit Mangeldurchblutung (ischämischer Insult). Bei einem Verdacht auf Schlaganfall agieren wir besonders schnell, um Schädigungen soweit möglich zu vermeiden.

Unser Behandlungsangebot

Bei einem Schlaganfall ist schnelles Handeln gefragt. Da die Nervenzellen im Gehirn in diesem Ausnahmezustand nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden, sterben sie ab – minütlich bis zu 2 Millionen. Die Möglichkeiten der Behandlung beschränken sich beim akuten Schlaganfall in der Regel auf die ersten 6 bis 8 Stunden nach Symptombeginn. Für den Behandlungserfolg, und um die Schäden möglichst gering zu halten, ist daher eine sofortige Einweisung in die Klinik ganz entscheidend.

Nach der Aufnahme veranlassen wir sofort eine Computertomografie (CT). Mit dieser prüfen wir, ob es sich um eine Gehirnblutung oder einen Gehirninfarkt handelt.

Im Falle einer Blutung wird mithilfe einer sofortigen CT-Angiografie die Ursache gesucht und bei Bedarf eine neurochirurgische oder endovaskuläre Therapie eingeleitet.

Liegt ein Hirninfarkt vor, bestimmen wir den Gefäßverschluss und die Ausdehnung der mangelhaften Durchblutung mit einer CT-Angiografie und CT-Perfusion. Anschließend beginnen wir umgehend mit der Behandlung. Je nach Zeitpunkt der Diagnose und je nach Befund stehen verschiedene Therapien zur Wahl. Sie alle dienen dazu, die verschlossene Ader wieder zu öffnen (Rekanalisation), um das den Infarkt umgebende Gewebe vor dem Absterben (Untergang) zu bewahren.

Bei Gefäßverschlüssen in der Peripherie führen wir eine intravenöse (systemische) Thrombolyse durch. Bei dieser erhält der Patient gerinnungsauflösende Medikamente über einen venösen Zugang, zum Beispiel in der Armbeuge.

Bei proximalen Hauptstammverschlüssen erfolgt eine Thrombektomie. Hierbei punktieren wir nach Vollnarkose oder Sedierung die Leistenschlagader des Patienten und dringen mit einem dünnen Katheter direkt zum Verschlussort in die Gehirnarterie vor. Dort wird ein Stent entfaltet, der das Gerinnsel einfangen soll. Anschließend wird der Stent langsam zurückgezogen, um das Gerinnsel zu bergen und den Blutstrom wiederherzustellen.

In unserer Klinik erwarten Sie sämtliche modernen Mikrokathetersysteme für die Thrombusentfernung wie etwa Stents, Absaug- oder Thrombektomiekatheter. Wir haben langjährige Erfahrung in der endovaskulären Akuttherapie von Schlaganfällen, sodass Sie in unserer Abteilung in den besten Händen sind.

Die Behandlung erfolgt in enger Abstimmung mit der Neurologie (überregionale Stroke-Unit). Das Behandlungsteam im Neurozentrum, inklusive der Neurochirurgie, ist in jeder Notfallsituation für Ihre Diagnose und Therapie sofort zur Stelle.

Was tun bei einem Schlaganfall? 3 Fragen 3 Antworten

Von einem Schlaganfall spricht man, wenn ein bestimmter Gehirnbereich nicht mehr ausreichend mit Blut und damit auch nicht mit genügend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Prof. Dr. Joachim Röther spricht u.a. über die verschiedenen Formen des Schlaganfalls und erklärt, was zu tun ist, wenn Schlaganfallsymptome auftreten.

Weiterführende Informationen

Lesen Sie den informativen Artikel aus der Apotheken Umschau

Stroke Unit

Prof. Dr. Joachim Röther, Chefarzt der Abteilung für Neurologie und Prof. Dr. Bernd Eckert, Fachbereichsleiter der Neuroradiologie erläutern im Interview wie heute die Schlaganfallbehandlung in einem spezialisierten Zentrum ("Stroke Unit") durchgeführt wird.

Schlaganfall im Schlaf

Schnell handeln und einen Arzt aufsuchen - das ist das oberste Gebot bei einem Schlaganfall. Sobald die typischen Symptome wie Sprach- und Sehstörungen, Körper- und Gesichtslähmungen auftreten, ist eine umgehende Behandlung notwendig. Doch bei 20 Prozent der etwa 250.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr tritt der Anfall im Schlaf auf. Wann er also genau passierte, kann nicht ermittelt werden, da die Symptome beim Aufwachen auf einmal da sind. Prof. Dr. Bernd Eckert, Leitender Arzt des Fachbereichs Neuroradiologie der Asklepios Klinik Altona, berichtet, welche Verfahren der Diagnostik es gibt, wie Grad und Art des Schlaganfalls bestimmt und welche Therapieschritte daraus abgeleitet werden können. Weitere Themen sind Prävention, Früherkennung und die erfolgreiche Rehabilitation nach einem Schlaganfall.
 

Thrombektomie

Interview mit Prof. Dr. Eckert

Bei einem Schlaganfall muss schnell reagiert werden. Eine mögliche Akutbehandlung in einem solchen Notfall ist die Thrombektomie. Sehen Sie dazu ein Asklepios Expertengespräch mit Prof. Dr. Bernd Eckert, dem leitenden Arzt der Neuroradiologie der Asklepios Klinik Altona.
 

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