Hirntumore (z.B. Meningeome, Metastasen, Gliome)

Hirntumore sind Geschwülste innerhalb des knöchernen Schädelraums, unabhängig davon, ob sie gutartig oder bösartig sind, egal ob sie von der Hirnsubstanz selbst (Gliome), von den Hirnhäuten (Meningeome) oder aus dem Bereich der Hirnanhangsdrüse (Hypophysenadenome) ausgehen, ob es sich um Absiedlungstumore von Krebserkrankungen des Körpers (Metastasen) oder um Fehlbildungstumore handelt.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Hirntumor zu erkranken, liegt bei 1:10.000. In unserer Neurochirurgischen Abteilung werden etwa 400 Hirntumore unterschiedlichster Art im Jahr nach dem neuesten Stand der Technik operiert. Hochspezialisierte Verfahren, die das Gewebe schonen, sind bei uns selbstverständlich. Dazu zählen etwa Operationsmikroskopie, Neuronavigation (computergestütztes Operationsverfahren), Endoskopie, neurophysiologisches Monitoring (Messung von Gehirn- und Nervenströmen während der Operation), intraoperativer Ultraschall und Ultraschallzertrümmerer.

In speziellen interdisziplinären, also fachübergreifenden, Tumorkonferenzen wählen wir für Jeden die individuell beste Behandlung aus, besprechen diese dann mit dem jeweiligen Patienten und leiten die Therapie ein. Dank unserer Erfahrung in der Hirntumorbehandlung sind wir durch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. mit dem Zertifikat Kompetenzzentrum Neuroonkologie ausgezeichnet.

Tumore des Gehirns

Für Patienten, die diese Diagnose ereilt, bricht oftmals zunächst eine Welt zusammen. Was folgt, ist häufig ein Gedankenkarussell: Werde ich geistige Fähigkeiten einbüßen? Muss ich womöglich sterben? Was passiert mit meiner Familie? Dies sind nur einige Fragen, die den Betroffenen und ganz besonders auch die Angehörigen sehr beunruhigen und mit großer Angst erfüllen. Die Medizin, insbesondere die Neuromedizin, hat jedoch große Fortschritte gemacht. Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten. Die meisten gutartigen Hirntumore können heute gut therapiert werden, sodass in vielen Fällen eine Heilung möglich ist. Aber auch bei bösartigen Hirntumoren, zum Beispiel Gliomen oder Metastasen, ist eine Behandlung unter Erhaltung der Lebensqualität über lange Zeit möglich. Wir führen ca. 350 Hirntumor-Operationen pro Jahr durch. Unsere Erfahrung und Infrastruktur zur Behandlung dieser Tumore hat uns bereits die Auszeichnung „Kompetenzzentrum Neuroonkologie“ eingebracht.

Wir bieten Ihnen unsere Hilfe an

Bei sämtlichen Tumorerkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der Nerven erfahren Sie bei uns Unterstützung.

Der erste Schritt: die richtige Diagnostik

Den ersten Schritt bildet eine exakte klinisch-neurologische Untersuchung. Die Diagnose wird mit einer Kernspintomografie (MRT: bildgebendes Verfahren mittels Magnetfeldes) gestellt, eventuell werden auch Zusatzuntersuchungen wie zum Beispiel Computertomografie (computergestütztes Röntgenverfahren) und PET-CT (nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung von Krebszellen) notwendig. Die Experten unserer Klinik beraten Sie oder Ihre Angehörigen über die notwendigen Schritte und stimmen diese mit Ihnen ab. Häufig ist eine mikrochirurgische Entfernung oder eine Probeentnahme zur Gewebsuntersuchung erforderlich. Bei Bedarf bieten wir auch psychologische Unterstützung an.

Behandlung

Die meisten Tumore können heute mit feinster mikrochirurgischer Technik, auch mithilfe von Tumoranfärbungen, sicher und ohne zusätzliche Einschränkung der Lebensqualität entfernt werden. Die Operation läuft unter zahlreichen Kontrollen und Sicherheitschecks mittels Neuronavigation, intraoperativer Bildgebung und Überwachung der Hirnfunktionen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt in der Regel eine Woche.

Nachbehandlung

Nach der Operation und Auswertung der feingeweblichen Untersuchung (Histologie) besprechen wir den Fall jedes einzelnen Patienten in unserer interdisziplinären (fächerübergreifenden) Tumorkonferenz. Hier wägen die Spezialisten der verschiedenen Fachgebiete wie Onkologie, Radiotherapie, Neurologie, Neurochirurgie oder Neuropathologie alle jeweils möglichen Therapieoptionen ab und legen fest, welche Weiterbehandlung für den Patienten sinnvoll ist. Diese wird dann mit den Betroffenen besprochen und entsprechend eingeleitet. Bei vielen Hirntumoren ist nach der Entfernung jedoch gar keine weitere Behandlung notwendig.

Um kein Wiederaufflackern des Tumors zu übersehen, sind je nach Tumorart regelmäßige Nachuntersuchungen notwendig, die von 3 Monaten bis zu 5 Jahren variieren können. Die Intervalle legen wir individuell gemeinsam mit Ihnen fest.

Weiterführende Informationen

Interview mit Prof. Dr. Kehler

Unser Chefarzt für Neurochirurgie, Prof. Dr. Uwe Kehler erklärt, was es mit Hirntumoren auf sich hat, wie häufig sie vorkommen, welche Arten es gibt und wie man sie behandeln kann.

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