Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Wenn die Pumpleistung des Herzens nicht mehr ausreicht, um die Versorgung des Körpers und der Organe unter Belastung oder sogar in Ruhe zu gewährleisten, spricht man von einer Herzschwäche oder Herzinsuffizienz. Das Herz ist die Blutpumpe unseres Körpers und bewegt etwa 5 Liter pro Minute vorwärts. Diese Leistung kann bei körperlicher Belastung wie zum Beispiel Sport um ein Vielfaches gesteigert sein. Damit ist sichergestellt, dass das Gehirn und andere Organe des Körpers ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt sind. Liegt allerdings eine Herzschwäche vor, reicht die Pumpleistung des Herzens in Ruhe oder unter Belastung nicht mehr aus. Der Schwerpunkt unserer Abteilung und Experten ist die Behandlung dieser Erkrankung – wir sind mit unseren Erfahrungen und unserer modernen medizinischen Ausstattung für Sie da.

Ursachen

Fast jede Herzerkrankung kann zu einer Herzschwäche führen. Die häufigsten Ursachen sind:

Selten liegen erbliche Herzmuskelerkrankungen zugrunde. Manchmal wird aber auch keine Ursache gefunden und man kann nur feststellen, dass der Herzmuskel erweitert (dilatiert) ist und nicht mehr ausreichend pumpt.

Symptome

Das Hauptsymptom für Herzschwäche ist Luftnot (Dyspnoe, Kurzatmigkeit) unter Belastung oder in Ruhe. Wenn Kurzatmigkeit oder Luftnot bereits in Ruhe auftritt, ist Eile geboten.

Außerdem können sich folgende Symptome zeigen:

  • Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme), man kann Dellen eindrücken
  • unerklärliche Gewichtszunahme (als Folge der Wasseransammlungen)
  • Völle- und Spannungsgefühl im Bauch (aufgrund von zu viel Wasser)
  • ungutes Gefühl bis hin zu Luftnot beim flachen Liegen; man braucht mehrere Kopfkissen zum Schlafen
  • nächtliches Aufwachen mit Kurzatmigkeit
  • häufiges nächtliches Wasserlassen
  • allgemeine Schwäche und verminderte Leistungsfähigkeit

Wann muss ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn die genannten oder ähnliche Beschwerden auftreten, müssen diese immer ärztlich abgeklärt werden. Sie zeigen an, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dabei kann es sich um eine Herzschwäche handeln – es kann aber auch eine andere Ursache zugrunde liegen. Einige Tests und Untersuchungen unserer Experten werden Klarheit darüber verschaffen, ob nicht doch eher Lunge oder Niere die Krisenherde sind. Wenn Ihre Beschwerden schleichend begonnen haben und nur bei körperlicher Belastung, aber nicht in Ruhe auftreten, sollten Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt und/oder Kardiologen vereinbaren, um Klarheit zu erlangen.

Für eine stationäre Abklärung stehen wir Ihnen natürlich auch immer zur Verfügung. Für eine ambulante Kontrolle benötigen wir von gesetzlich versicherten Patienten eine spezielle Einweisung nach §116b.

Wann muss ich den Rettungsdienst und den Notarzt rufen?

Wenn die Beschwerden sehr stark sind und/oder in Ruhe auftreten, sollte über die Notrufnummer 112 der Rettungsdienst gerufen werden, weil Luftnotbeschwerden in Ruhe immer eine akute Gefahr bedeuten, die sofortige ärztliche Hilfe erfordert.

Die Erstversorgung erfolgt dann durch den Notarzt und anschließend in der Zentralen Notaufnahme, damit wir schnell herausfinden können, was Ihnen fehlt, und rasch helfen können.

Im Zweifel immer:  112

Was tun wir für Patienten mit Herzschwäche?

Die Behandlung von Patienten mit Herzschwäche ist ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik. Mit besonderer Sorgfalt versuchen wir für die gezielte Behandlung, die Ursache Ihrer Leiden herauszufinden. Zusätzlich ist es besonders wichtig, eine Herzschwäche äußerst konsequent zu behandeln – sowohl mit Medikamenten als auch mit Geräten wie Herzschrittmachern oder implantierbaren Defibrillatoren, die durch Stromstöße die Herzaktivität normalisieren. Nur so können wir ein Fortschreiten der Erkrankung effektiv verhindern und einem frühzeitigen Lebensende unseres Patienten vorbeugen. Eine ausführliche Aufklärung unserer Patienten und ihrer Angehörigen ist dabei unverzichtbar und bei uns selbstverständlich. Auch Begleiterkrankungen der Herzschwäche wie das Schlafapnoe-Syndrom, bei dem es zu Atemstillständen beim Schlafen kommt, oder Eisenmangel werden bei uns regelmäßig überwacht.

Ein wesentliches Ziel unserer Abteilung ist es, den Patienten mit Herzschwäche auch neueste Behandlungsmethoden anzubieten. Zusätzlich zur Standardtherapie bieten wir deshalb zwei Verfahren an, die Hoffnung auf einen besseren Verlauf machen: BAT und CCM. Die Barorezeptor-Aktivierungs-Therapie (BAT) ist eine Therapie, bei der mit einem Stimulationsgerät, ähnlich einem Herzschrittmacher, eine Region der Halsschlagader stimuliert wird. Dies sorgt für eine verminderte Zirkulation von Stresshormonen im Körper. Das schwache Herz wird dadurch entlastet und kann sich etwas erholen. Bei der anderen Variante, der sogenannten Kardialen Kontraktilitätsmodulation (CCM), kann die Kontraktionskraft und -effizienz des Herzens leicht gesteigert werden, was zu einer besseren Leistungsfähigkeit bei herzschwachen Patienten führt.

Wir sind für Sie da

Weiterführende Informationen

Interview mit Prof. Dr. Müller-Ehmsen

Prof. Dr. Jochen Müller-Ehmsen ist Chefarzt der Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Internistischen Intensivmedizin der Asklepios Klinik Altona. Er erklärt, wie Herzschwäche (Herzinsuffizienz) entsteht und wie man sie heute behandeln kann.

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