Herzrhythmusstörungen – Was bedeutet das?

Die Herzfrequenz wird normalerweise vom Sinusknoten bestimmt. Dieser liegt am rechten Vorhof und gibt elektrische Impulse ab, die zu einem Herzschlag führen. Hierbei wird die Herzfrequenz an den Bedarf im Körper angepasst. So schlägt unser Herz bei körperlicher oder seelischer Belastung schneller, im Schlaf dagegen weitaus langsamer. Die Impulse vom Sinusknoten werden von den Vorhöfen des Herzens über den atrioventrikulären Knoten, einer elektrischen Verbindung, auf die Herzkammern übergeleitet.

Rythmussprechstunde

Wir bieten Ihnen eine umfangreiche Abklärung von Herzrhythmusstörungen durch erfahrene Ärztinnen und Ärzte unseres Teams an.

Therapie von Herzrhythmusstörungen – präzise, schnell und vor allem sicher und schonend

Neues Ablationsverfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern

Wir bieten unseren Patient:innen das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen. Dabei kommen modernste Systeme zum Einsatz. Seit kurzem bieten wir ein neuartiges Ablationsverfahren an, bei dem Vorhofflimmern nicht mehr mit Hitze oder Kälte, sondern mit einem elektrischen Impuls behandelt wird. Der Vorteil der neuen Behandlungsmethode: Sie ist besonders präzise, schnell und vor allem sicher und schonend. Prof. Christian-H. Heeger hat das Verfahren als Leiter des neu gegründeten Departments für Rhythmologie eingeführt.

Es handelt sich um die neueste Kathetertechnologie zur kathetergestützten Behandlung von Vorhofflimmern. Es ermöglicht eine äußerst sichere, schnelle und schonende Behandlung des erkrankten Herzgewebes mit der neuartigen Methode der "Pulse-Field-Ablation" (PFA).

„Mit diesem innovativen Ablationssystem behandeln wir Vorhofflimmern besonders präzise, schnell und vor allem sicher und schonend", sagt Prof. Dr. Christian-H. Heeger, Leiter des neue gegründeten Departments für Rhythmologie in der Kardiologie der Asklepios Klinik Altona.

Die Katheterablation wird hier mit modernsten Verfahren durchgeführt. Neben den Energiequellen Radiofrequenz und Kälteballon steht ab sofort auch die modernste PFA-basierte Therapie zur Verfügung. Zur Behandlung komplexer Herzrhythmusstörungen (atriale Tachykardie, ventrikuläre Tachykardie) wird die modernste hochauflösende 3D-Mapping-Technologie eingesetzt.

Damit dies gelingt, wird in der Altonaer Kardiologie Teamwork gelebt - insbesondere bei der Verzahnung der Themenfelder interventionelle Kardiologie und Herzinsuffizienz. Nur so lassen sich die komplexen kardiologischen Patient:innen optimal behandeln.

Ursachen

Ursache von Herzrhythmusstörungen kann eine Ermüdung des Sinusknotens oder der Reizleitung am atrioventrikulären Knoten sein. Manchmal kommt es auch nach einem Herzinfarkt dazu – etwa weil der Blutdruck sehr hoch ist oder die Vorhöfe oder Herzkammern vergrößert sind. Veränderungen der Hormone, zum Beispiel der Schilddrüsenhormone, oder der Blutsalze (Elektrolyte) können ebenfalls den Herzschlag aus dem Takt bringen. Insgesamt sind die möglichen Ursachen sehr vielfältig. Daher ist es wichtig, dass unsere Expert:innen Ihren Beschwerden auf den Grund gehen.

Symptome

Manchmal sind Herzrhythmusstörungen nicht zu spüren, manchmal werden sie aber auch als Stolpern oder Rasen direkt wahrgenommen.

Indirekte Hinweise können sein:

  • Abnahme der körperlichen Belastbarkeit
  • Schwindel
  • Luftnot, Kurzatmigkeit, Atemnot
  • Bewusstseinsverlust (Kollaps, Synkope)

Wenn der Herzschlag bei der Blutdruckmessung oder als Pulsmessung direkt gemessen wird, können eine geringe (unter 60 Schläge pro Minute), sehr hohe Herzfrequenz (über 100 Schläge pro Minute) oder ein unregelmäßiger Herzschlag (Arrhythmie) auf Rhythmusstörungen hindeuten.

Wann muss ich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?

Wenn es bei Ihnen zu den erwähnten Beschwerden oder ähnlichen Symptomen kommt, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren. Wichtig ist es, die Rhythmusstörung zu dokumentieren, um sie als gefährlich oder unbedenklich einschätzen zu können. Neben der eigenen Pulsmessung können Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt oder Kardiolog:innen ein Elektrokardiogramm (EKG: Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten des Herzens), Belastungs-EKG oder Langzeit-EKG anfertigen.

Für eine weitere stationäre Abklärung stehen wir Ihnen natürlich immer gerne zur Verfügung.

Wann muss ich den Rettungsdienst rufen?

Wenn die Beschwerden durch neu aufgetretene Herzrhythmusstörungen sehr stark sind, bei Schwäche oder plötzlicher Bewusstlosigkeit muss der Rettungsdienst (112) kommen. Bis dieser allerdings eingetroffen ist, verstreichen mitunter lebenswichtige Minuten. In dieser Zeit ist Ihre Mithilfe gefragt: Bei einem Ohnmächtigen, dessen Puls Sie vermutlich schon nicht mehr spüren können, sollten sie unverzüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen wie Herzdruckmassage zur Wiederbelebung ergreifen. Machen Sie in Notfällen auch andere auf sich aufmerksam und fordern Sie zur Hilfe auf.

Der Rettungsdienst und Notarzt bringen Sie in unsere Zentrale Notaufnahme zur weiteren Behandlung.

Im Zweifel immer:  112

EPU: Herzrhythmusstörungen dank EKG direkt aus dem Herzen analysieren

Was ist eine Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)?

Sollten unsere Expert:innen oder Ihre niedergelassenen Ärzt:innen bei Ihnen eine Herzrhythmusstörung vermuten, wird zunächst ein EKG (Elektrokardiogramm) angefertigt. Ist dieses nicht aussagekräftig genug, kann eine EPU – also eine Elektrophysiologische Untersuchung – notwendig sein. 

Bei einer EPU (Elektrophysiologische Untersuchung) punktieren unsere Kardiolog:innen Ihre Leiste und schieben über diesen Zugang verschiedene Katheter zum Herzen. Über diese Katheter können Herzrhythmusstörungen zweifelsfrei festgestellt werden, beispielsweise wenn unklar ist, welche Form der Herzrhythmusstörung unsere Patient:innen haben. Denn die Elektroden der Katheter leiten ein EKG aus dem Inneren Ihres Herzens ab.

Sollten während der Untersuchung keine Herzrhythmusstörungen auftreten, können unsere Expert:innen diese auch direkt über die Elektroden auslösen, um Sie im Anschluss zu analysieren. 

Die Patient:innen schlafen während des Eingriffs, der ein bis zwei Stunden dauert.

Sollte über die EPU eine Herzrhythmusstörung nachgewiesen werden, kann diese während desselben Eingriffs auch behandelt werden – mit Hilfe einer Ablation.

Was ist eine Ablation?

Mit einer Ablation können unsere Kardiolog:innen Ihre Herzrhythmusstörungen behandeln und oft sogar heilen – beispielsweise wenn Sie unter Herzrasen oder Herzstolpern leiden. Genauso wie Vorhofflimmern: Also, wenn Ihr Herz zu schnell und eventuell sogar unregelmäßig schlägt.

Die minimal invasive Katheterablation (Verödungstherapie) ist einer der Schwerpunkte unserer Abteilung. Sie ist für viele Patient:innen, die Therapie der Wahl und stellt in vielen Fällen eine sichere und schonende Behandlungsmöglichkeit und oft deutlich effektivere Alternative zur Medikamenteneinnahme dar.

Das gelingt über Hochfrequenzstrom, mit dem über einen Katheter Erregungsherde oder Leitungsbahnen am Herzen durch Hitze oder Kälte „verödet“ werden. So normalisiert sich Ihr Herzschlag wieder, denn störende Muskelerregungen werden auf diesem Weg gestoppt. 

Die Eingriffe erfolgen im Schlafzustand. Sie spüren keinerlei Schmerzen und können nach kurzer Liegezeit von 1-4 Stunden wieder aufstehen.

Pulse Field Ablation: Neues Verfahren zur effektiven Behandlung von Vorhofflimmern

Als eine von wenigen norddeutschen Kliniken bieten wir unseren Patient:innen die neuste Katheter-Technologie an – die sogenannte "Pulse Field Ablation". Dieses neuartige Ablationssystem zur Behandlung von Vorhofflimmern ermöglicht eine extrem sichere, schnelle und schonende Behandlung des erkrankten Herzgewebes. Statt mit Hitze oder Kälte wird das Gewebe hierbei mit einem elektischen Impuls verödet.

Herzrhythmusstörungen sollten gelegentlich und je nach eingeschätztem Risiko auch ohne Behandlung weiter beobachtet werden. Manchmal muss die Wirkung von Medikamenten über einen längeren Zeitraum beurteilt werden. Bei gefährlichen Rhythmusstörungen führen wir die Implantation eines Herzschrittmachers oder Defibrillators durch. 

Wir beraten Sie gern ausführlich zu Ihrer individuellen Therapie.

Vorhofflimmern | Februar 2024

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Das Besondere: Von plötzlicher Panik mit Herzstolpern, über Herzrasen, Atemnot, kaum merkliche bis keine Symptome ist die Symptomatik sehr unterschiedlich. Vorhofflimmern erhöht zusätzlich deutlich das Schlaganfallrisiko. Welche Symptome Sie ernst nehmen sollten, was sie tun können, um auch ohne Symptome vorzubeugen und wie effektiv heute Vorhofflimmern behandelt werden kann, berichtet Prof. Dr. Christian-H. Heeger.

Wir sind für Sie da!

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