Myombehandlung

Myome sind gutartige Muskelknoten, die bei etwa 25 - 50 % aller Frauen in der Gebärmutter vorhanden sind. In der Regel verursachen Myome keine Beschwerden und müssen deshalb auch nicht behandelt werden. Erst wenn die Myome Beschwerden wie Schmerzen oder verstärkte Regelblutungen verursachen oder stark wachsen, wird eine weitergehende Therapie notwendig.

Myomsprechstunde

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Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Zunächst erfolgt eine umfangreiche Diagnostik durch den behandelnden Arzt. Neben der ausführlichen Anamnese, d. h. der Erhebung der Krankengeschichte, gehört die gynäkologische Untersuchung mit einem Vaginalultraschall zu den Hauptpfeilern der Diagnostik. Bei Bedarf können auch eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie nötig bzw. sinnvoll sein.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Mit Hilfe der gesammelten Informationen erarbeiten wir mit Ihnen gemeinsam ein individuelles Therapiekonzept. Hierbei stehen uns sowohl medikamentöse als auch sämtliche minimal-invasiven Verfahren (Bauchspiegelung, Myomembolisation) und offene operative Verfahren zur Auswahl.

Myomembolisation

Hierbei handelt es sich um ein gebärmuttererhaltendes Verfahren. Über einen Katheter, der über die rechte oder linke Leistenarterie eingeführt wird, wird mit Hilfe von Kontrastmittel die Gefäßversorgung des Myoms dargestellt. Das myomversorgende Gefäß wird aufgesucht und mit sehr kleinen Partikeln verschlossen. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung des Muskelknotens (Myom) unterbrochen und das Gewebe stirbt ab. Über einen Zeitraum von 3 - 6 Monaten nimmt die Größe des Myoms ab und die entsprechenden Beschwerden lassen nach oder verschwinden ganz. Der Eingriff wird von einem interventionellen Radiologen durchgeführt.

Eine Embolisation wird bei Kinderwunsch nicht empfohlen.

Medikamentös:

Seit einigen Jahren steht mit Esmya (Ulipristalacetat) ein Medikament zur Behandlung von Myomen zur Verfügung. Esmya ist ein Hormonpräparat, das für 3 - 6 Monate eingenommen werden kann und meist sowohl die Myomgröße reduziert als auch starke Blutungen stoppt.

Operativ:

Bei der operativen Therapie können je nach Wunsch der Patientin und Größe der Myome isoliert Myome entfernt werden, eine Teilentfernung der Gebärmutter erfolgen oder aber eine vollständige Entfernung der Gebärmutter durchgeführt werden.

In den meisten Fällen sind diese Operationen mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchführbar, wofür nur millimetergroße Einschnitte notwendig sind. Auch über einen vaginalen Zugang (durch die Scheide) ist eine Entfernung der Gebärmutter möglich. Dabei sind keine Schnitte in der Bauchdecke notwendig. In nur wenigen Fällen, bei sehr großen oder ungünstig liegenden Myomen, kann auch ein Bauchschnitt sinnvoll sein.

Da in unserer Abteilung alle o. g. Verfahren durchgeführt werden können, besprechen wir mit Ihnen den für Sie individuell am besten geeigneten Operationsweg.

Myome und Schwangerschaft

Häufig haben Myome in der Schwangerschaft keine Bedeutung. Gelegentlich können sie aber auch schnell wachsen, so dass es manchmal zu Schmerzen und Druckgefühlen kommen kann.

Große Myome können auch ungünstig liegen, so dass eine vaginale Geburt nicht möglich ist. Dann müsste ein Kaiserschnitt gemacht werden. Eine Entfernung von Myomen bei einem Kaiserschnitt ist in den wenigsten Fällen zu empfehlen, da ein deutliches Blutungsrisiko besteht und die Myome nach der Schwangerschaft in der Regel wieder schrumpfen.

Myome können durch ihre Lage den Eintritt einer Schwangerschaft verhindern oder das Austragen über das 1. Drittel der Schwangerschaft hinaus erschweren.

Wird das 2. Drittel der Schwangerschaft erreicht, verläuft die Entwicklung des Kindes in der Regel ungestört.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Am Entlassungstag führen wir mit Ihnen ein ausführliches Gespräch und weisen Sie dabei auf die besonderen Dinge hin, die Sie weiterhin beachten sollten. Sie erhalten einen Brief für Ihren weiterbehandelnden Arzt, in dem die Empfehlungen neben der Entlassungsmedikation noch einmal schriftlich festgehalten werden.

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