Beckenbodenzentrum Hamburg in der Asklepios Klinik Altona

In unserem Beckenbodenzentrum Hamburg kümmern wir uns um alle Probleme rund um den Beckenboden. Doch was heißt das eigentlich? Dazu muss man zuerst einmal wissen, was der Beckenboden überhaupt ist und welche wichtige Funktion er erfüllt.

Sprechstunde Beckenboden

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Allgemeines zum Beckenboden und seinen Funktionsstörungen

Allgemeines zum Beckenboden

Als Beckenboden werden die Muskeln und Bänder bezeichnet, die unsere Bauchhöhle im Stehen nach unten begrenzen.

Der Beckenboden übernimmt in unserem Körper viele wichtige Funktionen:

Er “hält dagegen”, wenn wir lachen, niesen, aber auch beim Sport oder wenn wir schwere Lasten tragen. Er spielt bei der Sexualität eine große Rolle und er kontrolliert das Wasserlassen und den Stuhlgang, da er die entsprechenden Muskeln steuert, und er hält die Organe Blase, Gebärmutter und Darm an der richtigen Stelle.

Die meisten Menschen wissen, wie sie z. B. ihre Bauchmuskeln trainieren können. Wo aber der Beckenboden ist oder wie er trainiert werden kann, wissen sie nicht.

Die Einflussfaktoren, die zu einer Störung dieses wichtigen „Organs“ Beckenboden führen können, sind vielfältig.

Wichtige Funktionsstörungen des Beckenbodens

Der unkontrollierte Verlust von Harn ist das häufigste und am weitesten verbreitete Leiden, welches mit einer Funktionsstörung des Beckenbodens zusammenhängt. Obwohl sehr viele Frauen z. B. nach Geburten oder schwerer körperlicher Arbeit von diesem Problem betroffen sind, wird darüber nur sehr ungern offen gesprochen.

Das führt dazu, dass viele Frauen lange Zeit in ihrer Lebensqualität sehr eingeschränkt sind, obwohl eine Behandlung häufig sehr einfach ist.

Aber auch andere Probleme des Beckenbodens sind meist gut behandelbar, so zum Beispiel

  • Entleerungsstörungen der Harnblase
  • Senkungsbeschwerden
  • Häufiger Harndrang
  • Störungen der Sexualität
  • Entzündungen oder
  • einfach nur Unterleibsbeschwerden

Da wir in den allermeisten Fällen bei richtiger Diagnosestellung helfen können, sprechen Sie uns an.

Leistungsspektrum

Das Beckenbodenzentrum Hamburg ist nicht nur eine Abteilung, sondern wir arbeiten Hand in Hand mit vielen Kooperationspartnern, die sich die Behandlung der Beckenbodenbeschwerden zur Aufgabe gemacht haben.

Im Rahmen der konservativen Möglichkeiten (dass heißt ohne Operation), die in den allermeisten Fällen zuerst angewendet werden, würden wir Sie z. B. an ausgewiesene Experten im Bereich

  • Physiotherapie
  • Traditionelle chinesische Medizin
  • Sexualtherapie
  • Ernährungsberatung

überweisen.

Unser konservatives Leistungsspektrum

Konservative Therapie der Harninkontinenz und der genitalen Senkung

  • Beckenbodentraining
  • Pessartherapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Trink- und Miktionstraining
  • Traditionelle chinesische Medizin (TCM)
  • Sexualmedizinische Beratung
  • Biofeedback
  • Ernährungsberatung

Wenn diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Ergebnis führen, verfügen wir über ein breites Spektrum an fortschrittlichen operativen Möglichkeiten.

Unser operatives Leistungsspektrum

Hier nur eine Auswahl an operativen Therapien der Harninkontinenz und der genitalen Senkung. Diese werden natürlich ausführlich mit Ihnen besprochen und Alternativen dargelegt.

  • Minimal-invasive Techniken, wie z. B. Kolposuspensionen (endoskopisch)
  • Anlage von Schlingen unter der Harnröhre (TVT-Operation)
  • Vordere und hintere Scheidenplastiken
  • Sakrospinale Fixation
  • Nervenschonende Kolposakropexie, Hysterosakropexie
  • Operative Korrektur von Beckenbodendefekten mittels Implantat (Netz)
  • Fisteloperationen
  • Diagnostische Bauchspiegelungen bei Unterleibsschmerzen

Welche Gründe sprechen dafür, zu uns zu kommen?

  • Langjährige Erfahrung und Spezialisierung sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie von Beckenbodenfunktionsstörungen
  • Umfassendes Spektrum in der Diagnostik und Therapie
  • Behandlung unter Berücksichtigung der Patientenwünsche nach umfassender individueller Befunderhebung
  • Schonende Operationsverfahren durch Entwicklung und Weiterentwicklung von Operationsmethoden unter besonderer Berücksichtigung von Funktions- und Organerhalt
  • Bei Problemen, die nicht nur eine Fachabteilung betreffen: Interdisziplinäre Betreuung durch enge Zusammenarbeit mit der Urologie, Chirurgie, Neurologie, Physiotherapie etc.

Der erste Schritt ist immer der schwerste

Sollten Sie das Gefühl haben, dass von den genannten Beschwerden eine oder gar mehrere auf Sie zutreffen, scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen.

Sie können sicher sein, dass wir uns in einem sehr einfühlsamen Erstgespräch erst einmal gemeinsam ein Bild über Ihre Probleme verschaffen und alle Therapiemöglichkeiten ausführlich mit Ihnen besprechen werden.

Bevor eine genaue Diagnose gestellt werden kann, müssen wir Ihre ausführliche Krankenvorgeschichte kennen. Sie können im Vorfeld schon hierzu einen Fragebogen ausfüllen und eine Liste der Medikamente zusammenstellen, die Sie einnehmen.

Wenn Sie dann einen Termin vereinbart haben, werden wir ein sehr ausführliches Gespräch über Ihre aktuellen Beschwerden sowie Ihre geburtshilfliche und operative Vorgeschichte führen. Der Fragebogen ist hier zusätzlich sehr hilfreich.

Danach erfolgt eine sehr einfühlsame körperliche Untersuchung, bei der gezielt nach Veränderungen geschaut wird. Zusatzuntersuchungen wie Ultraschall, Labor, Blasendruckmessung, Blasenspiegelung etc. werden je nach Befund zusätzlich durchgeführt.

Nach dieser ausführlichen Diagnostik und Beratung erarbeiten wir mit Ihnen gemeinsam Ihr individuelles Therapiekonzept, wobei wir zuerst allen Möglichkeiten der konservativen Therapie den Vorrang geben. Es ist aber auch wichtig zu wissen, dass in manchen Fällen ein Therapieerfolg nur operativ zu erzielen ist. Das werden wir ausführlich besprechen.

Ganz auf Sie abgestimmt – das Behandlungskonzept

Konservativ

Ob eine konservative Therapie  sinnvoll und möglich ist, zum Beispiel eine gezielte Stärkung des Beckenbodens durch spezielle Gymnastik/Physiotherapie, Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur und/oder eine Therapie mit Medikamenten, entscheidet unser kompetentes Fachärzte-Team gemeinsam mit Ihnen.

Operativ

Das Ziel der operativen Therapie ist heutzutage Funktions- und Organerhalt wo möglich unter gezielter Wiederherstellung der defekten Strukturen. Dabei muss die Methode so wenig invasiv wie möglich sein. Wir werden Sie so ausführlich aufklären, dass Sie wirklich alles verstehen werden. Zögern Sie aber bitte nicht, uns so lange zu fragen, bis alle Ihre Fragen geklärt sind.

Uns ist dabei sehr wichtig, Sie so umfassend über mögliche Risiken, die Prognose und Erfolgsaussichten zu beraten, dass Sie anschließend die für Sie beste Entscheidung treffen können.

Häufige Fragen

Was bedeutet eigentlich:  überaktive Blase / Dranginkontinenz?

Von einer überaktiven Harnblase spricht man, wenn aus heiterem Himmel ein starker, nicht unterdrückbarer Harndrang auftritt. Dies tritt sehr häufig am Tage, aber auch in der Nacht auf und führt zu häufigem Toilettengang mit meist nur sehr wenig Urinmenge. Das ist sehr lästig und teilweise auch schmerzhaft. Ist dieser starke Harndrang auch mit einem unfreiwilligen Urinverlust verbunden, weil Sie es nicht mehr schnell genug zur Toilette schaffen, spricht man von einer Dranginkontinenz.

  • Typisch sind häufige Miktionen, welche oft nur mit geringen Mengen an Urin verbunden sind.
  • Oft führt die überaktive Blase zu häufiger nächtlicher Miktion.

Was bedeutet Belastungsinkontinenz?

Bei der Belastungsinkontinenz handelt es sich um eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur bzw. der Schließmuskulatur der Harnblase. Somit kann es bei Sport, Husten, Lachen, Springen zu unwillkürlichem Urinverlust kommen, ohne dass vorher ein Harndrang verspürt worden war. Im Anfangsstadium gehen hier während der Belastung zuerst kleinere Mengen ab. Bei stärkerer Ausprägung kann es aber auch mehr werden, so dass nicht selten Vorlagen oder gar Windeln getragen werden müssen.

Was ist eine Mischinkontinenz?

Nicht selten liegen beide Formen der Inkontinenz (Drang- und Belastungsinkontinenz) gleichzeitig vor. In diesen Fällen sprechen wir von Mischinkontinenz. Meist ergibt sich aus einer Belastungsinkontinenz ein Verhalten, häufiger vorsorglich zur Toilette zu gehen und wenig zu trinken. Auf Dauer wird dann die Blase „kleintrainiert“ und sie verspüren schon bei geringer Blasenfüllung einen Drang.

Wann muss ich eine Inkontinenz behandeln lassen?

Nur selten liegen medizinische Gründe vor, weshalb eine Inkontinenz behandelt werden "muss". Ein medizinischer Grund besteht z. B., wenn Sie die Harnblase beim Wasserlassen nicht vollständig entleeren können, somit Restharn verbleibt und dies zu häufigen Harnwegsinfektionen (Blasenentzündungen) führt.

Meist schränkt eine Inkontinenz den Alltag der betroffenen Patienten jedoch in vielerlei Hinsicht so stark ein, dass der Leidensdruck häufig so groß wird, dass eine Behandlung gewünscht wird.

Wie kann ich eine Inkontinenz behandeln?

Zunächst finden eine sorgfältige Anamnese (Erfassung der Krankengeschichte) und eine Untersuchung statt. Die Behandlung hängt dann von der Art und der Ausprägung der Inkontinenz  ab.

Die Therapiemöglichkeiten umfassen konservative Maßnahmen, wie z. B. Beckenbodentraining, Pessartherapie und medikamentöse Therapie, und auch operative Maßnahmen, wie z. B. eine „Bändchen“-Operation, bei der eine Schlinge unter die Harnröhre gelegt wird.

Kann ich schon etwas tun, bevor ich zu einem Arzt gehe?

Es kann für den behandelnden Arzt sehr hilfreich sein, wenn Sie an z. B. drei unterschiedlichen Tagen für 24 Stunden dokumentieren, wann Sie wieviel trinken und wann Sie wieviel Urin gelassen haben, ggf. auch, wann es zu einem unfreiwilligen Urinverlust kam.

Wir nennen das ein Trink- und Miktionsprotokoll, welches uns oft schon sehr viele Informationen gibt, die die Diagnosestellung erleichtern. Sie können solch ein Protokoll hier herunterladen und dann zu Hause ausfüllen.

Vor allem Patientinnen mit einer Drangerkrankung der Harnblase neigen dazu, sehr häufig "vorsichtshalber" auf Toilette zu gehen. Sie können z. B. versuchen, die Häufigkeit der Miktionen zu reduzieren, in dem Sie nur dann Wasser lassen, wenn tatsächlich ein starker Harndrang besteht. Somit vermeidet man, dass die Harnblase sich an kleine Miktionsvolumina gewöhnt und über einen längeren Zeitraum "klein trainiert" wird.

Es ist außerdem bekannt, dass Übergewicht die Inkontinenz fördert. Somit kann eine Gewichtsabnahme allein in einigen Fällen die Inkontinenz deutlich verringern.

Was passiert, wenn ich eine Inkontinenz nicht behandeln lasse?

Sehr selten sind Sie durch eine Inkontinenz ernsthaft gesundheitlich gefährdet. Wenn Sie die Inkontinenz nicht behandeln lassen, bestehen die Beschwerden fort oder aber verschlimmern sich im Verlauf. Dies wiederum kann in einzelnen Fällen dazu führen, dass ggf. eine Therapie schwieriger wird.

Im Allgemeinen können Sie die Inkontinenz so lange unbehandelt lassen, wie Sie sich dadurch nicht gestört oder im Alltag eingeschränkt fühlen. Wir empfehlen, die Diagnose einmal durch einen Arzt abklären zu lassen.

Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass viele Patientinnen aus Scham nicht zum Arzt gehen, weil es Ihnen peinlich ist, über Harnverlust zu sprechen. Wir können Sie beruhigen. Sehr viele Frauen sind von diesem Problem betroffen, und wir geben uns sehr viel Mühe, die Gespräche und Untersuchungen in einer sehr einfühlsamen und diskreten Umgebung durchzuführen. Sehr viele Frauen sagen uns nach erfolgreicher Therapie, dass Sie sich geärgert hätten, sich nicht schon früher behandelt haben zu lassen.

Die Medikamente zur Behandlung meiner Drangbeschwerden helfen einfach nicht mehr. Gibt es noch andere Möglichkeiten?

Nach erfolgloser Behandlung der Drangblase mit Medikamenten wird es schwierig, die Patientin beschwerdefrei zu bekommen. Alternativ bieten wir eine Botox-Therapie an. Hierbei wird über eine Spiegelung der Blase alle 6 Monate ein Medikament direkt in die Blase eingespritzt. Die Erfolgsaussichten hierbei sind sehr hoch.

Bei der gynäkologischen Routinevorsorgeuntersuchung bei meinem Frauenarzt wurde eine Senkung der Blase diagnostiziert. Mein Frauenarzt rät zur sofortigen Operation. Muss ich mich operieren lassen, auch wenn ich keinerlei Beschwerden habe?

Nein. Eine Senkung des Beckenbodens stellt keine ernsthafte Erkrankung dar. Durch eine Bindegewebsschwäche können die Strukturen im kleinen Becken der Frau nachgeben, und es können sich Harnblase, Gebärmutter oder Enddarm in die Scheide herabsenken und im weiteren Verlauf aus der Scheide herausdrücken.

Es handelt sich dabei jedoch meist um einen langjährigen Prozess. Beschwerden können zwar sehr häufig abhängig vom Grad der Senkung auftreten, jedoch keineswegs immer.

Es gibt durchaus Patientinnen, die eine deutliche Senkung der Harnblase haben, aber völlig beschwerdefrei sind. So ist es auch nur sinnvoll, eine Senkung operativ zu korrigieren, wenn sie bei der Patientin Beschwerden auslöst und damit Leidensdruck entsteht. Daher sollte der Wunsch nach einer operativen Korrektur einer Senkung immer von der Patientin ausgehen.

Ich habe gehört, dass eine Senkung in vielen Fällen nur durch einen Bauchschnitt operiert werden kann. Trifft dies zu?

Nein. Durch die Einführung neuer operativer Verfahren ist es in so gut wie allen Fällen möglich, eine Senkung von der Scheide aus zu korrigieren. Darüber hinaus versprechen die neuen Methoden eine längere Haltbarkeit des Operationsergebnisses. Durch die Entwicklung spezieller Instrumente können diese Operationen am Beckenboden komplikationsarm und mit einem deutlich kürzeren stationären Aufenthalt durchgeführt werden. Ein Bauchschnitt ist nur bei Patientinnen mit deutlichen Lagerungseinschränkungen notwendig.

Fragen Sie Ihren behandelnden Operateur, ob er diese Techniken beherrscht und wie viele Operationen er pro Jahr durchführt, denn das postoperative Ergebnis und die Komplikationsrate stehen und fallen mit der Erfahrung des Operateurs auf dem Gebiet der Beckenbodenchirurgie.

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