Zentrum für Interventionelle Endoskopie

Endoskop-Frühtumore

Das Zentrum für Interventionelle Endoskopie in der Asklepios Klinik Altona hat im Bereich der Spiegelung (=Endoskopie) eine herausragende Tradition und internationales Renommee. „Interventionell“ heißt, dass wir darauf spezialisiert sind, Krankheiten bei der Spiegelung nicht nur zu erkennen, sondern auch direkt bei der Untersuchung mit modernsten Techniken zu behandeln – also „intervenieren“ können. Dafür stehen die gesamte Palette modernster Geräte sowie innovativer Verfahren und Techniken aus Expertenhand zur Verfügung.

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Tel.: (040) 18 18 81-8000

 

Wir möchten Ihnen im Folgenden das Grundprinzip der Endoskopie erläutern. Bei der Endoskopie wird ein schmaler, flexibler Schlauch – das Endoskop – über Körperöffnungen, z. B. über Nase, Mund oder Rektum, in den Körper eingeführt. Die Untersuchung findet in einer - für den Patienten sehr komfortablen - Kurznarkose statt. Das Endoskop ist exakt durch den Untersucher lenkbar und überträgt mittels einer hochauflösenden Mini-Kamera stark vergrößerte Bilder aus dem Körperinneren – z. B. aus Magen, Darm oder Gallenwegen -  auf einen HD-Monitor im Untersuchungsraum. Da man über diesen Schlauch auch Werkzeuge in das Körperinnere vorführen kann, dient das Endoskop nicht nur als „verlängertes Auge“, sondern auch als „verlängerter Arm“ des Untersuchers, das exakte Eingriffe von innen erlaubt und aufwendige Operationen mit Schnitten von außen oft ersetzen kann. Je nachdem, welche Regionen des Körperinneren untersucht werden sollen, werden unterschiedliche Verfahren angewendet.

Die Magenspiegelung = Gastroskopie

Die Magenspiegelung (Gastroskopie) dient der Untersuchung des Magens, der Speiseröhre und des Zwölffingerdarms. Dafür wird ein dünnes, flexibles Endoskop verwendet.

Für die 5 - 10minütige, ambulante Untersuchung durch den Mund sind entweder eine örtliche Betäubung im Rachen oder eine Kurznarkose möglich (Einweisung erforderlich).

Darmspiegelung = Koloskopie

Die Darmspiegelung (Koloskopie) dient der Untersuchung des Dickdarms und des unteren Teils des Dünndarms und ist das sicherste Verfahren, um Dickdarmerkrankungen, u. a. auch Darmkrebs und Vorstufen, zuverlässig zu erkennen.

Das hat dazu geführt, dass die Darmspiegelung als wichtigstes Instrument der Darmkrebsvorsorge von den Krankenkassen ab einem Alter von 55 Jahren unterstützt und die Kosten übernommen werden. Für die Untersuchung ist eine sorgfältige Vorbereitung des Darms mit einer Trinklösung am Vortag und am Morgen der Untersuchung notwendig. Im Verlauf der Untersuchung können ggf. Gewebeproben entnommen oder auch sogenannte Polypen (Wucherungen an der Darminnenwand) entfernt werden. Die Darmspiegelung ist risikoarm – alle weiteren Fragen zu der Untersuchung bespricht Ihr behandelnder Arzt individuell mit Ihnen.

Dünndarmspiegelung = Enteroskopie

Die Spiegelung des ca. 5 Meter langen Dünndarms ist mit den Standardgeräten nicht möglich. Heute gibt es 2 etablierte Untersuchungsmöglichkeiten, die beide in der Asklepios Klinik Altona eingesetzt werden.

a) Videokapselendoskopie

Bei der Etablierung dieser Technik hat die Asklepios Klinik Altona eine Pionierrolle gespielt. Der Patient schluckt dabei eine 26 x 11 mm große Kapsel, die eine hochauflösende Kamera in sich trägt. Die Kapsel wird durch die Magen- und Darmbewegungen passiv durch das Körperinnere bewegt und nimmt dabei mehrere Bilder pro Sekunde auf, die an einen Rekorder gesendet werden, den der Patient am Körper trägt. Anschließend wertet ein Arzt das aufgenommene Bildmaterial am Computer aus und sucht nach krankhaften Veränderungen. Diese Technik wird insbesondere bei unklaren Blutungen im Verdauungstrakt eingesetzt.

 

b) Ballonenteroskopie

Hier kommt ein spezielles Endoskop zum Einsatz, das sich in einem flexiblen Schlauch befindet. Sowohl Endoskop als auch Schlauch sind an ihren Enden jeweils mit einem Ballon ausgestattet, der abwechselnd aufgeblasen und wieder abgelassen wird. Über eine spezielle Technik ist es dem Untersucher möglich, sich wie eine „Raupe“ gezielt durch den Dünndarm zu bewegen. Wie bei den anderen Spiegelungen auch kann mit dem Gerät gezielt gearbeitet werden: es können also mitten im Dünndarm Gewebeproben entnommen, Blutungen gestillt oder Polypen abgetragen werden.

Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwegsspiegelung = Endoskopisch retrograde Cholangiopankreaticografie (ERCP)

Mit der ERCP stellen wir mit Hilfe eines Kontrastmittels unter Röntgendurchleuchtung die Gangsysteme von Galle und Bachspeicheldrüse dar. So können krankhafte Befunde erkannt und biopsiert sowie Steine zertrümmert oder flüssigkeitsableitende Stents einlegt werden

Direkte Gallenwegsspiegelung = Cholangioskopie

Die Gallenwege sind mit herkömmlichen Mitteln nur über die Füllung mit Kontrastmittel im Röntgen darstellbar. Die direkte Cholangioskopie ermöglicht es, direkt mit einem kleinen Endoskop die Gallenwege zu spiegeln und Probleme direkt vor Ort zu erkennen und zu behandeln. Diese nur an wenigen Zentren verfügbare „high end“-Technik erlaubt es, zuvor unerkannte Erkrankungen des Gallenwegssystem zu diagnostizieren, Tumoren zu behandeln und Steine direkt unter Sicht mit Elektrosonden zu zertrümmern. Sie ist eine bahnbrechende Methode, die neue Horizonte in Diagnostik und Therapie eröffnet – und wurde von den Experten in Altona maßgeblich etabliert.

Endosonografie

Die Endosonografie ist eine Kombinationsuntersuchung von Spiegelung und Ultraschall, die eine Ultraschalluntersuchung aus dem Körperinneren heraus erlaubt. Wegen der direkten Nähe zu den angrenzenden Organen können mit dieser Untersuchung besonders genaue Aufnahmen gemacht werden. Es können mit neuen Techniken auch kleinste Orte aus dem Körperinneren punktiert werden, die von außen nicht zugänglich sind. Ferner besteht die Möglichkeit, mit speziellen Stents Flüssigkeitsansammlungen an der Bauchspeicheldrüse oder der Galle aus der Leber oder dem Gallengang direkt in den Magen oder den Dünndarm abzuleiten. Bei Verengungen des Magenausgangs, z. B. durch Tumoren, kann mit dieser Methode eine Verbindung zwischen Magen und Dünndarm geschaffen werden (eine sog. gastroenterische Anastomose), um die Ernährung sicherzustellen. Bei der Etablierung dieser schonenden endoskopischen Interventionen, die eine Operation häufig überflüssig machen, haben die Experten in Altona maßgeblich mitgewirkt.

Methodenspektrum

Im „Zentrum für Interventionelle Endoskopie“ können wir auf die besondere Erfahrung der Experten und auf ein außergewöhnliches Spektrum an modernster Gerätetechnik zurückgreifen. Für uns ist es selbstverständlich, dass die Qualität aller Prozeduren und  Eingriffe laufend überwacht wird, um unseren Patienten eine optimale Sicherheit bei den Untersuchungen zu garantieren. Für die Behandlung von Erkrankungen stehen Ihnen neben den Standardtechniken auch folgende Techniken in der Routine zur Verfügung:

  • Endoskopische Submukosadissektion (ESD) zur Behandlung komplexer Polypen und Frühtumoren
  • „Submucosal tunneling endoscopic resection" (STER) zur Resektion submukosaler Tumoren
  • Perorale endoskopische Myotomie (POEM) zur Durchtrennung der spastischen Speiseröhrenmuskulatur bei Achalasie
  • Direkte Cholangioskopie (DC) zur direkten Spiegelung der Gallenwege
  • Elektrohydraulische Lithotrypsie (EHL) - ein im Zusammenhang mit der Cholangioskopie genutztes Verfahren, bei dem unter Sicht im Gallen- oder Pankreasgang Steine mit einer Elektrosonde zertrümmert und danach entfernt werden
  • Perkutane transhepatische Cholangiodrainage (PTCD - ein Reserveverfahren zur Drainage der Gallenwege von außen
  • Injektions Argon Plasma Koagulation (iAPC) zur Therapie von Tumorvorstufen (insbesondere der Barrettmetaplasie) in der Speiseröhre
  • Stenting - Einbringen von Röhrchen (Stents) zur Wiederherstellung der Passage der Speise bzw. zur Ableitung von Galle oder Bauchspeicheldrüsensekret

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