Sprechstunde Medizin

Ihr Krankheitsbild - Unser Angebot: "Minimal-invasive Chirurgie bei Tumorerkrankungen"

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Tumorerkrankungen der Verdauungsorgane gehören mit zu den häufigsten Krebserkrankungen des Menschen. Dabei stehen die Karzinome des Dickdarms und des Mast- und Enddarms mit etwa 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr im Vordergrund. Weiterhin betreffen Karzinome häufig den Magen, die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und die Speiseröhre (Ösophagus).

Bis vor wenigen Jahren erfolgte die Operation von Tumorpatienten ausschließlich durch einen großen Bauchschnitt in konventioneller (offener) Technik. Inzwischen hat sich aber die minimal-invasive Chirurgie auch in der Karzinombehandlung in weiten Bereichen durchgesetzt. Die Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie bestehen dabei nicht nur in der besseren Kosmetik des kleineren Schnittes, sondern in der insgesamt geringeren Belastung des Patienten: geringere Schmerzen, raschere Erholung der Lungenfunktion, kürzere Dauer der postoperativen Darmlähmung, rascherer Kostaufbau, geringeres Krankheitsgefühl.

In unserer Klinik ist die minimal-invasive Resektion von Dickdarm- und Mastdarmkarzinomen das Standardverfahren. Offene Operationen mit großem Bauchschnitt sind nur bei ungünstiger Karzinomlokalisation oder im Notfall erforderlich.

Die operative Behandlung von Pankreaskarzinomen ist wesentlich komplizierter als die des Dickdarm- und Mastdarmkrebses. Bei der Entfernung von Tumoren des Bauchspeicheldrüsenkopfes werden der Zwölffingerdarm, der untere Anteil des Gallengangs und manchmal auch die unteren Magenanteile mit entfernt. Diese Operation ist sehr komplex und wird weltweit nur in einigen wenigen Zentren minimal-invasiv durchgeführt. Dagegen ist die Entfernung von Tumoren des Pankreasschwanzes einfacher. Die Blutversorgung der Milz muss dabei geschont werden, aber eine aufwendige Rekonstruktion des Verdauungsweges ist nicht erforderlich. Somit wird auch die eher seltene Pankreasschwanzresektion in der in der Asklepios Klinik Altona heute vorwiegend laparoskopisch durchgeführt.

Die aufwendigste Tumoroperation stellt die teilweise oder vollständige Entfernung der Speiseröhre bei einem Ösophaguskarzinom dar. Bei diesem Eingriff muss die Speiseröhre mit dem darin enthaltenen Tumor und den dazu gehörigen Lymphabflussbahnen im Oberbauch und im Brustkorb entfernt werden. Gleichzeitig wird der Magen durch die Entfernung der sogenannten kleinen Kurvatur und des Mageneingangs zu einem Magenschlauch von etwa 3 cm Durchmesser und bis zu 30 cm Länge umgewandelt. Nachdem der abdominelle Teil der Operation beendet ist, wird der Patient in Narkose auf die linke Seite gelegt und die Speiseröhre durch eine minimal-invasive Operation (Thorakoskopie) aus dem Brustkorb entfernt. Die Nahtverbindung zwischen dem Rest der Speiseröhre und dem Magenschlauch wird dann im Brustkorb oder an der linken Halsseite hergestellt. Mit mehr als 100 minimal-invasiven Ösophagusresektionen stellt unsere Klinik das Zentrum mit der größten Erfahrung in dieser Operation in Norddeutschland dar.

Da das Ausmaß der Gewebeentfernung bei der minimal-invasiven Operation im Bauch mit dem der offenen Operation identisch ist, sind Überlebensraten und die Tumorrückfälle bei beiden Techniken gleich. Somit stellt die minimal-invasive Operation von Tumoren des Verdauungstraktes im Vergleich zur offenen Operation die bessere Behandlungsform dar. Wir werden die minimal-invasive Operationstechnik in den kommenden Jahren weiterentwickeln und auch die Behandlung von Magenkarzinomen und Tumoren des Pankreaskopfes in unser Behandlungsrepertoire aufnehmen, um unseren Patienten jederzeit die modernste und bestmögliche Operation bieten zu können.

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