Leisten- und Bauchwandbrüche – wenn die Bauchwand nachgibt


Individuelle Behandlung bei Lücken in der Bauchdecke

In der Bauchdecke jedes Menschen gibt es angeborene Schwachstellen, an denen Lücken oder Löcher entstehen können. Eingeweidebrüche entstehen, wenn Schwachstellen in der Bauchwand nachgeben und Organe aus der Körperhöhle austreten. Die Brüche können an verschiedenen Stellen der Bauchwand auftreten und werden als Hernien bezeichnet. Einen Bruch bemerken Sie meistens durch Schmerzen und/oder eine Vorwölbung.

Unsere Chirurg:innen operieren Brüche, wenn Sie Beschwerden haben oder der Bruch sich im Laufe der Zeit vergrößert.

Spezialsprechstunde Leisten- und Bauchwandbrüche

Wir sind sowohl stationär als auch ambulant für Sie da.

Leisten- und Bauchwandbrüche: Was sind Hernien?

Infografik_Hernien
© Servier Medical Art by Servier

Eine Hernie ist eine Erkrankung, bei der ein Teil eines Organs oder des Bauchfells durch eine Schwachstelle oder Öffnung in der umgebenden Gewebeschicht austritt. Dies kann zu einer sichtbaren oder tastbaren Vorwölbung führen, die je nach Lage und Größe der Hernie unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Hernien können an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten, z. B. in der Leiste, am Nabel, am Zwerchfell oder an einer Narbe. Die Ursachen für Hernien sind vielfältig und können angeboren oder erworben sein.

Risikofaktoren sind zum Beispiel erhöhter Druck im Bauchraum, Muskelschwäche, Verletzungen oder Operationen. Hernien werden in der Regel durch eine Kombination aus Muskelschwäche und Belastung verursacht. Die Muskelschwäche kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Die Belastung kann durch verschiedene Faktoren wie Schwangerschaft, Übergewicht, chronischen Husten, Verstopfung oder schweres Heben ausgelöst werden.

Welche Hernien gibt es?

Unsere Expert:innen unterscheiden folgende häufig auftretende Hernien:

  • Leistenhernie: Eingeweidebruch in der Leistengegend, der meist bei Männern auftritt und eine Beule oder Schmerzen in der Leiste verursachen kann.
  • Schenkelhernie: Eingeweidebruch unterhalb des Leistenbandes, der vor allem bei älteren Frauen auftritt und zu einer Vorwölbung an der Innenseite des Oberschenkels führt.
  • Nabelhernie: Eingeweidebruch im Bereich des Nabels, der oft keine Beschwerden verursacht, aber zu einer sichtbaren Vorwölbung des Nabels führt.
  • Narbenhernie: Eingeweidebruch im Bereich einer Operationsnarbe, der durch eine unzureichende Festigkeit der Bauchwand nach einer Bauchoperation entsteht und zu einer Vorwölbung der Narbe führt.
  • Zwerchfellhernie: Eingeweidebruch durch das Zwerchfell, bei dem Teile des Magens in den Brustkorb gelangen und Symptome wie Sodbrennen, Brustschmerzen oder Schluckbeschwerden verursachen können.
  • Epigastrische Hernie: Eine epigastrische Hernie ist eine Ausstülpung von Gewebe durch eine Schwachstelle in der Bauchwand oberhalb des Nabels und wird daher auch Oberbauchbruch genannt. Die meisten epigastrischen Hernien sind klein und harmlos, können aber manchmal eingeklemmt werden und eine Operation erfordern.

Viel seltener treten folgende Hernien auf:

  • Spieghel-Hernie: Hier drückt sich ein Teil des Darms durch eine Schwachstelle in der Spieghel-Faszie. Die Spieghel-Faszie ist eine dünne Schicht aus Bindegewebe, die zwischen dem Bauchmuskel und der Bauchfellhaut liegt. Eine Spieghel Hernie kann Schmerzen, Übelkeit oder einen sichtbaren Knoten im Unterbauch verursachen.
  • Beckenbodenhernie: Eine Beckenbodenhernie ist ein Vorfall von Organen oder Gewebe aufgrund einer Schwachstelle im Beckenboden. Der Beckenboden ist eine Schicht aus Muskeln und Bindegewebe, die den Unterbauch stützt und die Harn- und Geschlechtsorgane umschließt. Eine Beckenbodenhernie kann Schmerzen, Druckgefühl oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Stuhlgang verursachen.
  • Innere Hernie: Insbesondere nach Operationen können sich innere Hernien bilden. Dabei verdreht sich in der Regel der Dünndarm um innere Organe. Innere Hernien kommen z.B. nach Gewichts-reduzierenden Eingriffen wie einem Magenbypass vor.
  • Parastomale Hernie: Ein Eingeweidebruch neben einem künstlichen Darmausgang, der eine Form der Narbenhernie ist.

Symptome: Wie machen sich Hernien bemerkbar?

Wölben sich Hernien aus der Bauchdecke hervor, sind Sie leicht zu erkennen. Doch Hernien im Inneren des Bauchraums, wie Zwerchfellhernien, verursachen Symptome, die erst nach genauer Diagnose eindeutig auf eine Hernie hinweisen.

Symptome von Zwerchfellhernien:

  • Sodbrennen
  • Zurücklaufen von Mageninhalt in den Mund
  • Oberbauchschmerzen
  • Aufstoßen von Luft, Aufstoßen nach dem Essen
  • Heiserkeit, Husten, Atemnot
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Blutung

Leistenhernien hingegen verursachen Schwellungen in der Leiste, insbesondere bei einer längeren Belastung, Leistenschmerzen unter Belastung und ein Einklemmungsgefühl.

Diagnose: Wie werden Hernien festgestellt?

Äußerlich sichtbare Hernien, also klare Vorwölbungen sind leicht zu diagnostizieren. Hier reicht unseren Chirurg:innen in der Regel schon ein Gespräch mit Ihnen zu Ihrer Krankheitsgeschichte und das Abtasten der Bauchdecke oder Leiste.

Bei weniger eindeutigen Fällen wird eine Sonographie, also Ultraschalluntersuchung, durchgeführt. Haben Sie unklare Schmerzen in der Leiste wird in der Regel ein MRT durchgeführt. Und größere Narbenbrüche werden mithilfe eines Bauch-CTs festgestellt.

Behandlung: Wie werden Hernien behandelt?

Die Behandlung von Hernien hängt von ihrer Größe, ihrer Lage und den Symptomen ab. In einigen Fällen können Änderungen des Lebensstils oder Medikamente ausreichen, um die Beschwerden zu lindern. In den meisten Fällen ist jedoch eine Operation erforderlich, um die Hernie zu beheben und das Risiko eines Rückfalls zu verringern.

Um Hernien vorzubeugen, ist es wichtig, ein gesundes Körpergewicht zu halten, schwere körperliche Anstrengungen zu vermeiden, ausreichend Flüssigkeit zu trinken und ballaststoffreiche Kost zu essen, um Verstopfung zu vermeiden. Außerdem sollte man nicht rauchen und bei chronischem Husten eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Wichtig ist, dass Sie Hernien ernstnehmen. Bauchwandbrüche müssen behandelt werden, da sie sich vergrößern, die Beschwerden zunehmen und Einklemmungen vom Darm zu schwerwiegenden Komplikationen führen können. Hernien können nicht selbständig heilen. Sollten Sie bei sich eine Hernie bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. Diese werden die Schwere einschätzen und Sie dann – sollten Sie eine Operation benötigen – in unsere Klinik überweisen.

Operation: Wie werden Hernien operiert?

Webinar Bauchwandbrüche

Wie Sie unsere Chirurg:innen operieren, hängt von der Hernienart ab:

  • Unsere Expert:innen operieren Leistenbrüche in der Regel minimalinvasiv über drei kleine Schnitte. Unsere Chirurg:innen legen den Bruch von innen frei und verschließen die so genannte Bruchpforte, also die geschädigte Stelle in der Bauchdecke, mit einem sehr gut verträglichen Kunststoffnetz. Diese Behandlung ist besonders schmerzarm. Die Operation wird häufig ambulant durchgeführt.
  • Bei kleineren Nabelbrüchen operieren unsere Chirurg:innen ambulant in örtlicher Betäubung. Ist der Bruch jedoch größer, werden Sie in Vollnarkose operiert und stationär aufgenommen. Ähnlich verfahren wir bei epigastrischen Eingeweidebrüchen. In diesen Fällen ist eine minimal-invasive Operation nicht empfehlenswert – wir legen den Bruch frei und operieren direkt an der Bauchwand.
  • Narbenbrüche entstehen an bestehenden Operationsnarben. Aufgrund der Vernarbung des Bauchgewebes durch die vorangegangene Operation kann eine Operation schwierig sein. Sie wird deshalb immer stationär durchgeführt. Während der Operation schieben unsere Chirurg:innen das vorgefallene Gewebe wieder in den Bauchraum zurück und vernähen die Bruchstelle. Gleichzeitig wird die Naht von der Bauchinnenseite her mit einem Kunststoffnetz abgedeckt, um einen erneuten Bruch zu verhindern. Die DaVinci Operationstechnik ist in ausgewählten Fällen eine gute Behandlungsoption, um die Prozedur minimal-invasiv durchzuführen.

Die Behandlung von Leisten- und Bauchdeckenbrüchen erfolgt also meist durch eine Operation, bei der die Bruchlücke mit einem Kunststoffnetz verschlossen wird. Dies kann in minimal-invasiver Technik (Schlüsselloch-Operation) oder in offener Technik (Lichtenstein-Operation) geschehen. Die Wahl des Verfahrens hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe und Lage des Bruches genauso wie dem Alter und dem Gesundheitszustand der Patient:innen.

Wir sind spezialisiert auf die minimal-invasive Chirurgie von Leisten- und Bauchdeckenbrüchen und verfügen über langjährige Erfahrung und Kompetenz auf diesem Gebiet . Daher beraten wir Sie in einem Gespräch sehr gern zu den individuell für Sie möglichen Verfahren.

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