Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen sind nicht selten, etwa 6-10% der Bevölkerung sind davon betroffen. Für die Betroffenen können mit dieser Störung Probleme und Schwierigkeiten in der Emotionalität, im Verhalten, in der Lebensgestaltung und dem Lebensgefühl verbunden sein. Viele Symptome einer Persönlichkeitsstörung kann man heute gut behandeln. Voraussetzung dafür ist eine sorgfältige Diagnostik.

Was sind Persönlichkeitsstörungen

Man spricht vom Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung, wenn bestimmte Persönlichkeitszüge und Persönlichkeitseigenschaften so stark oder unveränderlich ausgeprägt sind, dass sie den Betroffenen im Alltag behindern, eine Anpassung an bestimmte Lebensgegebenheiten und Verhaltensänderungen nicht oder nur schlecht gelingen, was persönliches Leiden, Schwierigkeiten in Beziehungen zu anderen Menschen und in der sozialen Funktionsfähigkeit zur Folge haben kann.

Man unterscheidet entsprechend der jeweilig besonders ausgeprägten Persönlichkeitseigenschaften verschiedene Persönlichkeitsstörungen. Die häufigsten sind:

  • Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Narzisstische Persönlichkeitsstörung
  • Abhängige Persönlichkeitsstörung
  • Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
  • Schizoide Persönlichkeitsstörung
  • Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Folgende Symptome können auf eine Persönlichkeitsstörung hinweisen:

  • Phasen von innerer Leere, Niedergeschlagenheit und Depressivität
  • Starke Selbstunsicherheit, mangelndes Selbstvertrauen
  • Angst, Anspannung und Unruhe
  • Übertriebene Genauigkeit und Sorgfalt
  • Ungewöhnlich starke und anhaltende emotionale Reaktionen auf Alltagsereignisse oder Auseinandersetzung mit anderen Menschen
  • Wut, anhaltende Schuld- und Ohnmachtsgefühle
  • Stark und schnell wechselnde Gefühle
  • Rückzug aus sozialen Beziehungen
  • Selbstverletzungen, dissoziative Zustände
  • Wiederkehrende Suizidgedanken
  • Suchtmittelmissbrauch

Wir versuchen gemeinsam mit Ihnen, die seelische Störung so exakt wie möglich zu beschreiben und die Krankengeschichte (Anamnese) zu erarbeiten. Wenn Sie möchten, können Sie sich von einem Ihrer Angehörigen begleiten lassen. Menschen, die Ihnen nahestehen, haben Sie im Alltag beobachtet und können wertvolle Hinweise für eine profunde Diagnose geben.

Gleichzeitig führen wir mehrere körperliche Untersuchungen durch: u.a. Bluttests, Elektrokardiogrammm, Elektroenzephalogramm, sogenannte bildgebende Verfahren wie CT oder MRT. So schließen wir aus, dass die Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten keine körperliche Erkrankung als Ursache haben, die anders behandelt werden müsste. Testpsychologische Untersuchungen können die Diagnostik ergänzen.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Ziel unserer Behandlung ist es, aktuell belastende Symptome zu lindern, Ihnen Wissen über das Störungsbild zu vermitteln, mit Ihnen langfristige Strategien und Fähigkeiten im Umgang mit problematischem Erleben und Verhaltensweisen zu erarbeiten.

Dazu stehen unter anderen folgende Verfahren zur Verfügung:

  • Psychoedukation
  • Therapeutische Einzelgespräche
  • Skillsgruppe
  • Verhaltensanalysen
  • Pharmakotherapie
  • Entspannungsverfahren
  • Ergotherapie
  • Achtsamkeitstraining
  • Soziales Kompetenztraining
  • Sozialtherapeutische Beratung und Unterstützung

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