Liebe Angehörige & Besucher,

bitte beachten Sie folgenden Hinweis:

 

Besuchsverbot aus Sicherheitsgründen

Zum Schutz unserer Patienten & Mitarbeiter können wir Angehörigen & Besuchern leider derzeit nicht erlauben, unsere Klinik zu betreten.

Dies ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, damit wir unsere Patienten weiterhin bestmöglich versorgen können.

 

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Ihr Asklepios-Team

Mehr erfahren

Aktuelles zu neurologischen Erkrankungen und Prävention

Nahrungsergänzung mit Vitaminen sind keine Lösung

So langsam dürfte es sich herumsprechen, dass der Mensch zwar Vitamine benötigt, eine Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Mineralstoffen aber keine ausgewogene Ernährung ersetzt und ein Übermaß an den angeblich so gesunden Substanzen mitunter sogar schadet. Viele kontrollierte Studien haben gezeigt, dass von der Vitamin-Supplementation vor allem solche Menschen profitieren, die tatsächlich einen Vitaminmangel haben, dass Vitaminzusätze bei wohlernährten Menschen in der westlichen Welt aber weder das Krebsrisiko senken, noch vor Herz- und Gefäßerkrankungen schützen.

Häufig geschah in Studien sogar das Gegenteil

So ergab vor kurzem die Studie SELECT, dass 400 Einheiten Vitamin E pro Tag die Prostatakrebsrate um 17% erhöhen – eigentlich ging man davon aus, dass sie sinken würde. Zuvor hatten schon Studien ergeben, dass Vitamin A bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko erhöht statt es zu senken.
Nicht viel besser sieht es bei der Schlaganfallprävention aus. Der australische Neurologe Professor Graeme Hankey hat sich in einer aktuellen Metaanalyse die Mühe gemacht, die Literatur nach Studien zu durchforsten, die sich um das Thema Ernährung und Schlaganfall drehen. Das Ergebnis ist ernüchternd:
 

Antioxidative Vitamine

Von den Vitaminen A, C und E hatte man sich bei der Schlaganfallprävention eigentlich am meisten versprochen. Sie sollten den oxidativen Stress in den Gefäßen lindern und so die Atherosklerose bremsen. In drei Interventionsstudien zu Vitamin A mit über 80.000 Teilnehmern hatten die Studienärzte jedoch nichts davon bemerkt. Die Schlaganfallrate unterschied sich nicht signifikant von der in den Placebogruppen. Dafür erhöhte Vitamin A in acht kontrollierten Studien mit knapp 140.000 Teilnehmern die Sterberate um 7%, und in sechs ähnlich großen Studien starben Teilnehmer mit Vitamin-A-Supplementation 10% häufiger an kardiovaskulären Erkrankungen.

Nicht viel besser sieht die Studienlage zu den anderen beiden Radikalfängern aus: Vitamin C scheint überhaupt keinen Effekt auf die Schlaganfallrate zu haben, zu Vitamin E gibt es widersprüchliche Daten: In einer Analyse von sieben Studien mit zusammen 116.000 Teilnehmern stieg die Rate für hämorrhagischen Schlaganfall mit dem Vitamin um 22%, dafür sank die Rate für einen ischämischen Insult um 10%. In einer Analyse mit 13 Studien und über 160.000 Personen gab es ebenfalls mehr hämorrhagische Schlaganfälle, aber keinen Nutzen bei ischämischen Ereignissen.

B-Vitamine

Sie sollen über eine Senkung des Homocysteinspiegels das Schlaganfallrisiko dämpfen. Die Nahrungsergänzung mit Folsäure und anderen B-Vitaminen reduzierte in acht Studien mit zusammen knapp 37.500 Teilnehmern aber weder das Risiko für Schlaganfall, noch für Krebs oder Herzinfarkt.

Ein Trost: Immerhin schadete die Therapie nicht. Forscher geben den B-Vitaminen aber noch eine Chance. So gibt es Hinweise, dass bei Folsäuremangel B-Vitamine durchaus das Apoplexrisiko senken können, was aber erst noch in größeren Studien bestätigt werden muss.

Ernährungsweisen

Wenig überraschend dürfte es sein, dass in epidemiologischen Studien eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Fisch, wenig rotem Fleisch und vielen Vollkornprodukten sowie ungesättigten Fettsäuren mit reduzierten Schlaganfallraten einherging. Eine solche Ernährung wird etwa bei der Mittelmehr-Diät oder der speziell auf Hypertoniker zugeschnittenen DASH-Diät (Dietary Approaches to Stopp Hypertension) praktiziert. In Studien war damit die Schlaganfallrate etwa ein Fünftel geringer als mit anderen Ernährungsweisen.

Fazit

Insgesamt sieht der Neurologe Hankey einen doch sehr bescheidenen Einfluss von Vitaminen, Mineralien oder Ernährungsweise auf das Schlaganfallrisiko. Mit Blick auf die Tatsache, dass eine Adipositas die Apoplexgefahr glatt verdoppelt, stelle sich eher die Frage wie viel und weniger was man essen soll.

 

 

publiziert am: 20.12.2011 7:00 Autor: Thomas Müller Quelle: springermedizin.de basierend auf: Hankey GJ. Nutrition and the risk

Seite teilen: