Zertifizierte überregionale Schlaganfallstation (Stroke Unit)

In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die ersten spezialisierten Schlaganfallstationen („Stroke units“) an deutschen Krankenhäusern eröffnet. Schon zuvor war in Kliniken in Großbritannien, USA und Skandinavien gezeigt worden, dass Patienten mit Schlaganfall bessere Überlebenschancen und geringere Behinderungen hatten, wenn sie von spezialisierten Teams aus Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und besonders geschultem Pflegepersonal behandelt wurden.

Seither haben sich die Möglichkeiten der akuten Schlaganfallbehandlung enorm verbessert, z. B. durch die medikamentöse Lysetherapie, d. h. dem Auflösen des verursachenden Blutpfropfs  („Thrombus“) in den ersten Stunden des Schlaganfalls, in letzter Zeit auch bei schweren Schlaganfallen das Herausziehen des Thrombus mittels eine Katheters („Thrombektomie“).

Um die Qualität der Schlaganfallbehandlung zu sichern, hat die deutsche Schlaganfallgesellschaft ein Zertifizierungssystem eingeführt. Dazu gehören die ständige Kontrolle der Behandlungsmethoden und –ergebnisse im Vergleich mit den anderen Kliniken und wiederkehrende umfangreiche Begutachtungen der Kliniken. Auch betriebsinterne Fortbildungen werden neben der Teilnahme an externen Fortbildungen und Weiterbildungsmaßnahmen regelmäßig organisiert.

Die überregional zertifizierten Stroke units nehmen eine Sonderstellung ein, da sie auf alle modernen Therapieverfahren (wie z. B. die Katheter-Thrombektomie) zurückgreifen können und häufig auch Ärzte aus anderen Fachabteilungen hinzuziehen können. In Seesen pflegen wir engen Kontakt mit unseren Neuroradiologen, Neurochirurgen, Gefäßchirurgen und Kardiologen. Dadurch ergibt sich ein verbreitertes Therapieangebot, besonders bei komplizierten Verläufen und schwer betroffenen Patienten.

Unsere Standardbehandlung auf der Stroke unit umfasst:

  • Mindestens 24- bis 72-stündige Monitorüberwachung mit Messung von Herzaktivität, Blutdruck, Temperatur
  • Betreuung durch speziell geschultes Pflegepersonal
  • Regelmäßige ärztliche neurologische Untersuchungen
  • Frühzeitige Untersuchung und Behandlung durch Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten
  • Umfangreiche Abklärung der Schlaganfallursachen mit Kernspintomographie, Computertomographie, Doppleruntersuchungen der Halsgefäße, Langzeit-EKG und Ultraschall des Herzens
  • Veranlassung weiterer Rehabilitationsmaßnahmen

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