Asklepios Wirbelsäulenzentrum Seesen

Im Asklepios Wirbelsäulenzentrum Seesen steuert ein Team erfahrener Ärzte und Therapeuten die Behandlung der Patienten von der Diagnosestellung bis zur Rehabilitation.

Rückenschmerzen sind nach Infektionen der zweithäufigste Grund einen Arzt aufzusuchen. 40 % der Bevölkerung haben mindestens einmal im Leben Rückenschmerzen. Rückenschmerzen verursachen 15 % der Arbeitsunfähigkeitstage. 17 % der Rentenanträge werden durch Rückenleiden begründet. Die Dauer von Rückenbeschwerden wird aber häufig durch unsachgemäße Diagnostik und Behandlung verlängert, was die Heilungschancen verschlechtert und eine rasche Wiedereingliederung in das normale Leben mit seinen alltäglichen Belastungen erschwert.

Die Asklepios Kliniken Seesen haben seit vielen Jahren klinische Behandlungsschwerpunkte herausgebildet und gezielt weiterentwickelt, die sich durch eine, die Abteilungsgrenzen und z.T. auch Kliniksgrenzen überschreitende, multidisziplinäre Struktur auszeichnen. Das Asklepios Wirbelsäulenzentrum Seesen ist beispielhaft für die erfolgreiche Umsetzung eines multidisziplinären Behandlungskonzepts. Die ambulante und stationäre Diagnostik und Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen erfolgt in der Klinik für Neurologie, der Klinik für Neurochirurgie, der Klinik für Chirurgie, der Klinik für neurologische Rehabilitation  und dem Zentrum für Radiologie im Rahmen einer durchgängigen diagnostischen und therapeutischen Kette.

Ambulanter Bereich

Patienten mit akuten Rückenschmerzen können jederzeit sofort notfallmäßig vorgestellt werden, um von unseren Wirbelsäulenspezialisten untersucht zu werden. Der Kontakt erfolgt über die Rezeption des Krankenhauses mit unmittelbarer Vermittlung an die entsprechenden Ärzte.

Bei weniger akuten und chronischen Rückenschmerzen stehen die neurologische  Ermächtigungsambulanz für spezielle Schmerztherapie oder die neurochirurgischen Facharztsprechstunden im Medizinischen Versorgungszentrum Seesen zur Verfügung. In diesen Sprechstunden werden die Patienten von in der Wirbelsäulentherapie erfahrenen Neurologen und Neurochirurgen untersucht und dann der erforderlichen weiteren Diagnostik und Therapie zugeführt. Dort wird auch entschieden, ob ein Patient ambulant oder stationär, konservativ oder operativ behandelt werden sollte. Diese erforderliche Diagnostik und Therapie kann in vielen Fällen ambulant erfolgen.

Die bildgebende Diagnostik erfolgt im Zentrum für Radiologie. Dort wird die modernste bildgebenden Diagnostik für Wirbelsäulenerkrankungen angeboten (konventionelle Röntgendiagnostik, Computertomographie mit Spiral-CT-Untersuchung und dreidimensionalen Rekonstruktionsmöglichkeiten zur Beurteilung der knöchernen Wirbelsäulenstrukturen, sowie die Kernspintomographie mit dem Schwerpunkt Weichteildiagnostik im Bereich der Wirbelsäule, d.h. Untersuchung von Rückenmark, Nerven und Bandscheiben, ebenso bei speziellen Indikationen eine invasive Diagnostik mit Myelographie - Kontrastmitteleinspritzung in den Wirbelkanal - und sog. Postmyelographie-CT-Untersuchung). Bei speziellen Indikationen besteht die Möglichkeit, Belastungs-MRT-Untersuchungen im offenen MRT sowohl im Liegen als auch in aufrechter Position vorzunehmen. Diese Untersuchungen werden durch Kooperation mit einer Radiologischen Praxis in Hannover gewährleistet.

Die angebotene ambulante Therapie umfasst die medikamentöse und spezielle schmerztherapeutische und auch manualtherapeutische Behandlung. Sehr wichtig und unverzichtbar ist aber auch die Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie. Diese wird ambulant durch die Fachärzte verordnet und durch Kooperation mit niedergelassenen Praxen und Sportstudios gewährleistet. In speziellen und besonders auch komplizierten Fällen, wenn eine enge Kooperation zwischen Neurologen, bzw. Neurochirurgen und Physiotherapeuten wichtig ist, kann diese Physiotherapie in den Therapieeinrichtungen der Asklepios Kliniken Schildautal in Seesen erfolgen.

Auch minimal invasive Behandlungen (sog. Mikrotherapie) an Nervenwurzeln und kleinen Wirbelgelenken werden ambulant durchgeführt und führen in vielen Fällen zur Vermeidung einer stationären Aufnahme.

Stationärer Bereich

Die stationäre Behandlung der Rückenschmerzpatienten kann abhängig von der Krankenvorgeschichte und der Schwere der Symptomatik sowohl in der Neurologischen als auch in der Neurochirurgischen Klinik erfolgen. Eine Behandlung in der Neurologischen Klinik sollte erfolgen, wenn die Schmerzen so schwerwiegend sind, dass sie ambulant nicht mehr kompensiert werden können. Dort sollte zunächst intensiv konservativ unter Hinzuziehung des Speziellen Schmerztherapeuten der Klinik in enger Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten konservativ behandelt werden und wenn dies nicht ausreicht die Neurochirurgen hinzugezogen werden.

Bei chronischen Schmerzen, besonders wenn diese bereits umfangreich behandelt wurden, diese zusätzlich mit psychosozialen Belastungsfaktoren verknüpft sind und beispielsweise zum Verlust des Arbeitsplatzes geführt haben oder dieser droht, sollte die Behandlung auf der neurologischen Station für multimodale Schmerztherapie erfolgen. Dort erfolgt die Behandlung durch ein erfahrenes multiprofessionelles Team von Neurologen und Schmerztherapeuten, Psychiatern, Psychotherapeuten sowie Physiotherapeuten in enger Kooperation mit Neurochirurgen und Rehabilitationsmedizinern. Diese spezielle Behandlung gilt auch für Patienten, bei denen alle kausalen operativen Maßnahmen sich als nicht erfolgreich herausgestellt haben.

In gewissen Situationen, kann dann auch die Indikation zu sogenannten neuromodulierenden neurochirurgischen Operationsverfahren gestellt werden. Dabei können lokalisierte Schmerzen durch die Implantation von Stimulationselektroden im Wirbelsäulenbereich behandelt werden oder aber mehr diffuse Schmerzen, die konservativ medikamentös nicht zu beherrschen sind, durch die rückenmarksnahe Infusion von Medikamenten. Diese werden über implantierbare Medikamentenpumpen verabreicht.

Die Behandlung durch unsere Neurochirurgie sollte unverzüglich erfolgen, wenn die Rückenbeschwerden mit schweren neurologischen Ausfallserscheinungen wie Lähmungen oder Blasen-Mastdarmbeschwerden einhergehen. Weiterhin, wenn sich konservative Maßnahmen als nicht ausreichend herausgestellt haben und ursächlich z.B. ein Bandscheibenvorfall zugrunde liegt. Doch werden in der Klinik für Neurochirurgie nicht nur akute Wirbelsäulenerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle, sondern auch Wirbelsäulenverletzungen und andere degenerative Wirbelsäulenerkrankungen wie Einengungen des Wirbelkanals, Wirbelgleiten und Wirbelsäulenverkrümmungen operativ behandelt. Auch seltene Erkrankungen wie Rückenmarkstumore, Gefäßmissbildungen des Rückenmarks und der Rückenmarkshäute und Missbildungen im Bereich der Wirbelsäule und des Rückenmarkskanals werden therapiert. Für die operative Behandlung werden alle modernsten dekompressiven wie stabilisierenden Therapieverfahren im Bereich der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule angeboten. Jährlich werden über 1.400 neurochirurgische Eingriffe an der Wirbelsäule in mikroneurochirurgischer Technik vorgenommen.

Die stationäre Rehabilitation von Wirbelsäulenpatienten kann sowohl in der Klinik für Neurologische Frührehabilitation wie auch in der Klinik für Neurologische Rehabilitation erfolgen. Hier ist die Rehabilitation komplexester Wirbelsäulenschädigungen mit Querschnittslähmung wie auch die Anschlussheilbehandlung nach vergleichsweise einfachen Bandscheibenoperationen und der Beseitigung von Wirbelkanaleinengungen möglich.

Das Asklepios Wirbelsäulenzentrum Seesen bieten somit ein umfassendes stationäres und ambulantes diagnostisches und therapeutisches Spektrum für die Behandlung aller denkbaren Wirbelsäulenerkrankungen. Die enge Verknüpfung des stationären und ambulanten Bereichs und die enge Kooperation der einzelnen Kliniken und Berufsgruppen untereinander ermöglicht einerseits die Vermeidung überflüssiger stationärer Krankenhausaufenthalte bei weniger betroffenen Patienten, andererseits aber auch die rasche und qualifizierte Entwicklung eines umfassenden Behandlungsplans bei komplexeren Wirbelsäulenerkrankungen.

Externe Zuweisungen zum Asklepios Wirbelsäulenzentrum Seesen erfolgen über die Ambulanz nach Terminvereinbarung unter der Telefonnummer: 05381-74-1350.

In Notfällen zu jeder Tages- und Nachtzeit über die Rezeption des Krankenhauses (Tel-Nr. 05381/740). Dort werden Sie umgehend mit dem diensthabenden Ärzten verbunden.

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