Trigeminusneuralgie

Als Trigeminusneuralgie bezeichnet man heftige blitzartig einschießende Schmerzattacken im Gesichtsbereich, die nur für Sekunden anhalten oder sehr selten länger. Die Schmerzattacken könne spontan aber häufig auch durch äußere Einflüsse wie z.B. Kauen, Sprechen, Zähneputzen, Berührung oder Luftzug ausgelöst(getriggert) oder verstärkt werden. Die Schmerzsymptomatik ist typischerweise streng auf eine Gesichtshälfte begrenzt, meistens im Bereich des Unterkiefers und Oberkiefers. Die Schmerzattacken treten häufiger periodisch auf, manchmal 2-3 in der Minute.

In den meisten Fällen von Trigeminusneuralgie wird der Schmerz durch Druck eines Blutgefäßes auf den Trigeminusnerv nahe am Hirnstamm ausgelöst. Durch die Pulsationen auf den Nerven kommt es zu lokalen Schäden und es entsteht eine Art Kurzschluss. D.h., eine normale Berührungsempfingung wird an der Stelle der Druckschädigung falsch weitergeleitet, nämlich als Schmerz. Dies ist ähnlich wie ein Kurzschluss in einem Stromkabel. Nur selten finden sich andere Ursachen für die Trigeminusneuralgie, wie ein Tumor, Entzündungen etc..

Die Diagnose lässt sich bei entsprechender Erfahrung allein durch die Schilderung der Beschwerden stellen. Um die Ursache zu finden muss aber eine spezielle Kernspintomographie erfolgen. In der  Feinschicht-MRT-Untersuchung können wir heute eine sehr gute Darstellung des Nerven-Gefäß-Kontakts erreichen.

Bei vielen Patienten gelingt es die Beschwerden mit Medikamenten ausreichend zu lindern. Wenn nicht muss eine neurochirurgische Behandlung erfolgen.

Wenn möglich sollte die Ursache des Krankheitsbildes beseitigt werden. Die einzige und beste Möglichkeit ist bei nachgewiesenem Gefäß-Nervenkonflikt die sogenannte  Jannetta-Operation, die mikrovaskuläre Dekompression. Bei diesem Eingriff wird in Vollnarkose hinter dem Ohr der betroffenen Seite eine ca. 3X3 cm Schädeleröffnung durchgeführt und von dort aus der Trigeminusnerv dargestellt. Das komprimierende Gefäß wird dann verlagert und zwischen Nerv und Gefäß wird ein Polster eingesetzt, das dauerhaft eine erneute Kompression des Nervens durch das pulsierende Gefäß verhindern soll. Die Langzeitergebnisse dieser Behandlung sind hervorragend. Etwa 80-90% der operierten Patienten sind langfristig auch noch nach 5 oder 10 Jahren beschwerdefrei. Der operative Eingriff dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden und wird im Rahmen eines etwa einwöchigen stationären Aufenthaltes durchgeführt.

Liegt kein Gefäß-Nervenkonflikt vor, kann durch eine minimal invasive Verödung des Trigeminusnerven auch eine exzellente Schmerzlinderung erfolgen. Seltener kann auch eine sog. Ballonkompression des Nervens erforderlich sein.

Die Bestrahlung mittels Gammaknife ist nur bei Versagen der genannten Behandlungen sinnvoll. Dies nicht zuletzt da die Beschwerdelinderung erst nach 4-6 Wochen eintritt.

Der Chefarzt der Klinik und zwei weitere Oberärzte verfügen über große Erfahrungen in der Behandlung der Trigeminusneuralgie mit allen hier dargestellten Techniken. Zur Beurteilung, wie im konkreten Fall behandelt werden soll, ist eine persönliche Beratung zwingend erforderlich. Termine können hierzu direkt über das Chefarztsekretariat vereinbart werden.

Seite teilen: