Subarachnoidalblutung & Aneurysmen

Häufigste Ursache für die Entstehung einer Subarachnoidalblutung (blutiger Schlaganfall, Blutung zwischen Spinngewebshaut und Hirnoberfläche) ist mit ca. 80% ein Aneurysma, eine Aussackung einer Arterie. Die typische klinische Erscheinungsform der Subarachnoidalblutung ist der plötzliche stärkste Kopfschmerz, der häufig mit Erbrechen, Schwindel, Meningismus (Nackendehnungsschmerz) und nicht selten auch mit einer Bewußtlosigkeit einhergeht. Komplikationen der Subarachnoidalblutung sind die erneute Blutung in ca. 30% in den ersten 30 Tagen. Eine zweite ebenfalls lebensbedrohliche Komplikation ist das Auftreten von Vasospasmen (arteriellen Gefäßkrämpfen), die in 10-15% der Patienten die Erkrankungs- oder Sterbehäufigkeit durch die Ausbildung von Hirninfarkten (Schlaganfall) erhöhen. Ein weiteres Risiko ist die Zirkulationsstörung des Nervenwassers mit Ausbildung eines Hydrozephalus (Wasserkopf).

Die richtige Diagnostik

Als wichtige bildgebende Verfahren sind die zerebrale Computertomographie (CCT) und Angiographie (DSA) zu nennen. Mit modernen CT-Geräten könne mehr als 95% der Subarachnoidalblutungen diagnostiziert werden und direkt mittels CT-Angiographie auch der Aneurysmanachweis geführt werden. Noch präzisere Informationen für die Therapieplanung liefert die DSA (Angiographie). Bei nachgewiesener Subarachnoidalblutung erfolgt möglichst rasch nach intensivmedizinischer Versorgung des betroffenen Patienten die Ausschaltung des Aneurysmas, um eine Nachblutung zu verhindern.

Unser Behandlungsangebot

Die Beseitigung des Nachblutungsrisikos der Aneurysmen ist der erste Schritt in der sehr komplexen Behandlung der Subarachnoidalblutung. Dabei sind zwei Wege möglich:

Operative Versorgung

Operative Versorgung durch mikrochirurgische Clipausschaltung des Aneurysmas. Dabei wird das Aneurysma im Halsbereich durch eine Art Klammer verschlossen. Dies ist das klassische neurochirurgische Verfahren, das auch heute noch in vielen Fällen indiziert ist, insbesondere wenn gleichzeitig eine raumfordernde Blutung ausgeräumt werden muss. In seltenen Fällen muss ein sehr komplexes Aneurysma auch durch Anlage eines sog. Bypasses ausgeschaltet werden.

Endovaskulär Sondierung des Aneurysmas

Endovaskulär durch Sondierung des Aneurysmas mit einem Mikrokatheter. Dabei werden dann Platinspiralen in das Aneurysma eingebracht, die dieses von innen heraus verschließen (sog. Coiling). Gelegentlich ist eine vorherige Schienung des Gefäßes mit einem Stent erforderlich.

Den Anforderungen an ein modernes Gefäßzentrum entsprechend, werden beide Methoden in unserer Klinik in einer 24 Stunden Bereitschaft vorgehalten. Wir streben in jedem individuellen Fall eine optimale und maßgeschneiderte Aneurysmabehandlung an. Die Ergebnisse der Aneurysmaversorgung sind unter diesen Voraussetzungen in den letzten Jahren auf einem exzellenten Niveau angelangt.

Intensivmedizinische Behandlung

Nach Verschluss des Aneurysmas schließt sich bei Patienten mit Subarachnoidalblutung eine etwa zweiwöchige Intensivüberwachung und –therapie an. Hierdurch sollen Sekundärkomplikationen wie Hirninfarkte durch Entwicklung eines Vasospasmus (Gefäßverengung bis hin zum Verschluss) vermieden werden.

Bei nicht wenigen Patienten treten im Verlauf auch Störungen in der Nervenwasserzirkulation auf. Hier wird häufig die Nervenwasserableitung (Shunt) erforderlich.

Später schließt sich in den meisten Fällen noch eine Rehabehandlung an.

Sonderfall

Ein Sonderfall stellen die eher zufällig entdeckten Aneurysmen dar (innocente Aneurysmen). Da bei diesen Patienten mit zufällig entdecktem Aneurysma keine Subarachnoidalblutung festgestellt wurde, haben sie auch nicht die dramatischen Symptome einer Blutung. Damit ist die Entscheidung für eine oder gegen eine Therapie sehr individuell zu treffen. In unserer Klinik wird die Klärung dieser Frage nicht pauschal beantwortet, sondern immer im Gespräch mit dem Patienten/Angehörigen und unter Berücksichtigung von Alter und Begleiterkrankungen des Patienten sowie der Lage und Form des Aneurysmas im Gehirn.

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