Metastasen

Hirnmetastasen sind Absiedlungen von Krebserkrankungen aus anderen Körperregionen. Die häufigsten Hirnmetastasen in absteigender Reihenfolge stammen vom Lungenkrebs, dem Brustkrebs und dem schwarzen Hautkrebs. In 5-10 % der Fälle wird der Ursprungskrebs nicht gefunden.  Man unterscheidet solitäre Absiedlungen (nur eine Hirnmetastase ohne Körpermetastasen), singuläre Absiedlungen (nur eine Hirnmetastase mit Körpermetastasen) und multiple Absiedlungen( viele Hirnmetastasen) im Gehirn.

Körperlich machen sich die Metastasen durch neurologische Symptome aber auch durch Zeichen des erhöhten Hirndruckes bemerkbar.

Die Diagnose wird üblicherweise durch eine Schnittbildtechnik (MRT) oder eine Probeentnahme gestellt.

Bei solitären und singulären Hirnmetastasen  stellt die operative Entfernung die Standarttherapie dar.  In seltenen Fällen können auch bis zu drei günstig gelegene Hirnmetastasen gleichzeitig operiert werden. Nach der Entfernung der Hirnmetastase sollte je nach Empfindlichkeit der Ursprungs-krebsform eine Schädelbestrahlung oder Chemotherapie durchgeführt werden.

Bei multiplen Hirnmetastasen sind eher die alleinige Bestrahlung und Chemotherapie zu empfehlen.

Bei alten, deutlich vorerkrankten Patienten oder erneutem Auftreten der einzelnen Hirnmetastase kann auch eine Präzisionsbestrahlung (Radiochirurgie, Gamma-Knife) durchgeführt werden.

Bei Nachweis von Metastasenzellen im  Hirnwasser können wir spezielle Kathetersysteme mit Punktionskammer ins Hirnwassersystem einlegen, so dass durch eine Punktion der Haut die Chemotherapie verabreicht werden kann.

Die regelmäßige Nachsorge der Hirnmetastasen erfolgt in unserer neurochirurgischen MVZ-Sprechstunde anhand aktuell bei uns angefertigter Schnittbildtechnik (MRT).

Unsere Therapie richtet sich nach den interdisziplinär erarbeiteten Leitlinien der an der Behandlung beteiligten Fachgesellschaften.

Leitlinie 77  Hirnmetastasen und Meningeosis neoplastica;  DGN;  gültig seit 01. März 2014;  AWMF-Registernummer: 030/060

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