Gliome

Die häufigsten Hirntumore

Die Gliome sind die häufigste Tumorart und machen etwa 40% der Hirntumore aus. Sie gehen von den Hirnstützzellen, den sogenannten Gliazellen, aus. Bei den Stützzellen werden Zellen mit sternförmigen Ausläufern (Astrozyten), mit wenigen Ausläufern (Oligodendrozyten) und Stützzellen der Hirnwasserkammern (Ependymzellen) als Ursprungzellen der Gliome unterschieden. Je nach dem biologischen Verhalten und der Wachstumstendenz des Tumors werden sie bei der feingeweblichen Untersuchung in die Grade I bis IV  eingeteilt. Grad I stellt ein gutartiges biologisches Verhalten mit sehr geringem Wachstum  dar und Grad IV (auch Glioblastom genannt) ist als bösartig sowie schnellwachsend anzusehen. 60% aller Gliome sind Glioblastome.

Körperlich machen sich die Gliome durch neurologische Symptome aber auch durch Zeichen des erhöhten Hirndruckes bemerkbar.

Die Diagnose wird üblicherweise durch eine Schnittbildtechnik (MRT) und/oder eine Probeentnahme gestellt.

Unser Behandlungsangebot

Die operative Entfernung stellt die Standarttherapie dar. Wichtig ist die möglichst radikale Entfernung des Tumors bei maximalem Schutz für die wichtigen Hirnfunktionen.  Die Neuronavigation  ermöglicht die millimeter- genaue Orientierung im Schädelinneren durch die Einspielung von Daten der Bildgebung.  Die bösartigen Gliomzellen lassen sich durch Verabreichung von  5-Aminolävulinsäure (5-ALA) als Saft vor der Operation farblich markieren und können so unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden. Die operative Tumorentfernung beim wachen Patienten (Wachoperation) ermöglicht die stetige Überprüfung wichtiger Hirnfunktionen (Bewegung, Sprache oder Sehen), wenn der Tumor in diesen Hirnfunktionsarealen gewachsen ist. Die Einlage von  speziellen Chemotherapeutisch wirksamen Watteträgern in die Operationshöhle (Gliadel) führt vor Ort über Monate zu einer besseren Tumorkontrolle.

Abhängig von der feingeweblichen Untersuchung müssen die Grad III und IV Gliome in der Regel bestrahlt und/oder chemotherapeutisch behandelt werden. Die regelmäßige Nachsorge des Hirntumors erfolgt in unserer neurochirurgischen MVZ-Sprechstunde anhand aktuell bei uns angefertigter Schnittbildtechnik (MRT). Bei Wiederauftreten des Tumors stehen die Möglichkeiten der wiederholten  Operation, aber auch einer erneuten Chemotherapie und in letzter Zeit auch einer zweiten Bestrahlung zur Verfügung.

Unsere Therapie richtet sich nach den interdisziplinär erarbeiteten Leitlinien der an der Behandlung beteiligten Fachgesellschaften.

Leitlinie 76  Gliome; DGN;  gültig seit 01. März 2014;  AWMF-Registernummer: 030/099

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