Carpaltunnelsyndrom

Das Carpaltunnelsyndrom, das häufigste Kompressionssyndrom peripherer Nerven, ist eine Druckschädigung des mittleren Handnerven (Nervus medianus) im Bereich der Handgelenkes, z.B. durch Schwellung der Sehnenscheiden, durch Gelenkkapselausstülpung oder durch Verdickung des Bindegewebes. Der Nervus medianus verläuft auf der Beugeseite durch den Carpaltunnel, durch den auch Beugesehnen und einige kleinere Blutgefäße ziehen. Diese Erkrankung kommt vorwiegend bei Patienten im mittleren und höheren Lebensalter vor, bei Frauen 3-4 mal häufiger als bei Männern. In 50% der Fälle sind beide Hände betroffen. Bei 10% besteht zusätzlich ein Schnappfinger.

Die Erkrankung beginnt mit vorwiegend nächtlichen Missempfindungen im Daumen, Zeige- und Mittelfinger, die als Kribbeln, Einschlafen oder Schwellung empfunden werden und sich bei Bewegung oder Schütteln der Hand rasch verlieren. Diese Missempfindungen nehmen im Laufe der Zeit an Dauer und Schwere zu, breiten sich teilweise auch in den gesamten Arm aus. Später kann sich ein Taubheitsgefühl in den betroffenen Fingern ausbilden und eine Schwäche bzw. Ungeschicklichkeit der Hand entstehen. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich ein Muskelschwund am Daumenballen entwickeln.

Operativ wird das Band, das den Carpaltunnel abdeckt, durchgetrennt. Gelegentlich ist es erforderlich, den Nerven aus den Verwachsungen vorsichtig zu lösen und krankhaft verändertes Sehnenscheidengewebe zu entfernen. Danach wird ein Stützverband angelegt, die Hand soll jedoch nicht ruhiggestellt werden. Diese Operation wird meist ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt. Anschließend soll die Hand für die ersten 1-2 Tage hochgelagert werden, dabei sollen die Finger ständig bewegt werden. Die Fäden werden 12 bis 14 Tage nach der Operation entfernt.

In der Regel verschwinden die lästigen Beschwerden in der Hand schon in den ersten Tagen nach der Operation. Sofern aber eine hochgradige Mißempfindung in den Fingern oder sogar ein Muskelschwund vorlag, können Restbeschwerden länger andauern. 

Postoperative Komplikationen, z.B. Wundheilungsstörungen oder Schädigung der Nerven, sind äußerst selten. Es können 4-6 Wochen nach der Operation Narbenverhärtungen auftreten, die sich in der Regel nach einem halben Jahr vollständig zurückbilden. 

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