Angiome

Angiome sind meist angeborene Gefäßmißbildungen die im mittleren Lebensalter symptomatisch werden. Sie kommen sowohl im Gehirn als auch im Rückenmark vor. Es handelt sich dabei um eine Kurzschlußverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene ohne zwischengeschaltetes Kapillarbett. Werden zu 50% durch Blutungen symptomatisch. Tatsächlich treten aber nur bei 1-3% pro Jahr Blutungen auf. 10-15 % der Blutungen sind tödlich. Seltener treten Krampfanfälle (30%) oder neurologische Störungen (15%) wie Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen, auf. Auch Allgemeinsymptome wie Kopfschmerzen, Wesensveränderung und Leistungsminderung sind zu beobachten. Ursache hierfür ist in der Regel die Veränderung der Hirndurchblutung. Durch den Kurzschluß zwischen Arterie und Vene ohne dazwischengeschaltetes Kapillarbett kommt es zu einem sehr hohen Blutdurchfluß. In der Folge wird dem gesunden Hirngewebe Blut entzogen, welches für die normale Hirnfunktion benötigt wird.

Diagnostik

Wenn in der Notfalldiagnostik eine intracerebrale Blutung nachgewiesen wird, sollte bei Verdacht auf eine Gefäßmißbildung auch eine Kernspintomographie veranlasst werden, in der man unter Umständen bereits das Angiom erkennen kann. In diesem Fall sollte dann eine Angiographie (Darstellung der Blutgefäße) erfolgen. Über die Leistenarterie wird ein Katheter bis zu den Halsschlagadern vorgeschoben, über den man dann Kontrastmittel zur Darstellung der Hirngefäße verabreichen kann. Die Kenntnis der Gefäßarchitektur ist für die Beurteilung der weiteren Therapieoptionen unverzichtbar.

Behandlung

Im Falle einer Angiomblutung ist zur Stabilisierung des Allgemeinzustandes auch manchmal eine notfallmäßige Operation erforderlich. Meist kann jedoch die Behandlung nach Abschluß der Diagnostik sorgfältig geplant werden. Dazu kommen endovaskuläre, operative und strahlentherapeuthische Verfahren in Betracht. Durch die Embolisation wird oft nur ein Teilverschluß der Gefäßmißbildung erreicht, so dass in der Regel ein Kombinationsverfahren durch Embolisation und Operation angewandt wird. Im Falle eines sehr hohen Operationsrisikos (reduzierter Allgemeinzustand, ungünstige Lage der Gefäßmißbildung) ist auch die alleinige Bestrahlung eine Therapieoption.

Für jedes Angiom planen wir die Behandlung in einem interdisziplinären Team aus Neurochirurgen, Neuroradiologen und ggf. Strahlentherapeuten.

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