Krebsbehandlung vor Ort statt langer Wege: Zwei spezialisierte Zentren stärken Versorgung in Weißenfels

Eine Krebsdiagnose verändert plötzlich alles. Viele Betroffene fragen sich dann: Wo finde ich die richtige Behandlung? Und muss ich dafür weit fahren? Wer in der Region Weißenfels lebt, muss das nicht zwingend. Die Asklepios Klinik Weißenfels bietet mit ihrem Brustzentrum und dem Prostatakarzinomzentrum zwei spezialisierte Anlaufstellen, in denen Onkologie, Chirurgie, Radiologie, Psychoonkologie und Sozialdienst unter einem Dach zusammenarbeiten. Nun hat die Klinik beide Zentren erfolgreich erneut zertifizieren lassen und baut damit ihre onkologische Struktur weiter aus.

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Wer an Krebs erkrankt, braucht schnelle Entscheidungen und eine Behandlung, die aufeinander abgestimmt ist. Das Herzstück beider Zentren ist eine wöchentliche Tumorkonferenz. Dort sitzen Ärzte verschiedener Fachbereiche zusammen und besprechen jeden einzelnen Fall. Kein Behandlungsplan wird umgesetzt, bevor er nicht diesen gemeinsamen Termin durchlaufen hat. Das ist medizinisch entscheidend. Unterschiedliche Perspektiven führen zu besseren Therapieentscheidungen. In der Krebsmedizin gilt dieses strukturierte Vorgehen heute als entscheidender Vorteil.

Genau diese enge Zusammenarbeit war ein wichtiger Grund für die erneute Zertifizierung. Sowohl das Brustzentrum als auch das Prostatakarzinomzentrum erfüllen die hohen Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft. Die Prüfung dazu fand im Dezember 2025 statt. Die Bestätigung der Zertifizierungen folgte im März 2026.

Brustzentrum: Experten mit langjähriger Erfahrung

Das Brustzentrum der Klinik besteht seit über 20 Jahren und gehört zu den wenigen Einrichtungen in Sachsen-Anhalt mit diesem Versorgungsangebot. Wer mit einem Befund oder einer Diagnose kommt, wird von einem festen Team begleitet. Es besteht aus spezialisierten Brustchirurgen, Radiologen, Onkologen und Fachkrankenschwestern, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben. „Für viele Frauen ist gerade die Zeit zwischen Diagnose und Behandlungsbeginn die schwierigste“, weiß Dr. med. Kerstin Winkler, Chefärztin und Leiterin des Brustzentrums. „Wir versuchen, diese Phase so kurz und klar wie möglich zu gestalten – mit zügigen Abläufen und einem individuellen Ansprechpartner, der den Überblick behält.“

Bei auffälligen Befunden wird zunächst mit schonenden Untersuchungsmethoden geklärt, ob tatsächlich Krebs vorliegt. Eine Operation ist dafür nicht immer sofort nötig. Wenn operiert werden muss, versuchen die Ärzte möglichst brusterhaltend vorzugehen. Falls ein Wiederaufbau der Brust erforderlich ist, stehen dafür verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Welche weiteren Behandlungen sinnvoll sind, entscheidet das Team gemeinsam in der Tumorkonferenz. Begleitet wird die Therapie durch Unterstützung bei den seelischen Belastungen der Erkrankung sowie durch den Sozialdienst. „Beides ist kein Zusatzangebot, sondern fester Bestandteil der Behandlung“, betont die Ärztin. Nach Abschluss der Therapie werden die Patientinnen über mehrere Jahre weiter begleitet.

Prostatakarzinomzentrum: Neu aufgestellt, breit vernetzt

Das Prostatakarzinomzentrum hat in den vergangenen Jahren eine umfassende Neuausrichtung erfahren. Die Urologie der Klinik arbeitet dabei eng mit der onkologischen Ambulanz, der Strahlentherapie, der Nuklearmedizin sowie externen Pathologie- und Radiologiepraxen zusammen. Ziel ist eine lückenlose Versorgungskette von der Früherkennung über die Therapie bis zur Rehabilitation. „Prostatakrebs ist in vielen Fällen gut behandelbar, aber die Behandlung ist komplex und hat Auswirkungen auf die Lebensqualität, die man nicht unterschätzen sollte“, erklärt Dr. med. André Schumann, leitender Arzt des Prostatakarzinomzentrums.

Kein Patient durchläuft die Behandlung allein mit einem einzigen Arzt. Die wöchentliche Tumorkonferenz bringt alle Experten zusammen. Ergänzt wird das durch Physiotherapie, Ernährungsberatung und Seelsorge. "Unser Anspruch ist es, jeden Patienten umfassend zu begleiten und nicht nur die Erkrankung zu therapieren", macht Schumann deutlich.

Behandlung als gemeinsame Aufgabe

Für viele Betroffene beginnt mit einer Krebsdiagnose eine Zeit voller Unsicherheit. „Eine gute Krebsbehandlung entscheidet sich nicht allein im Operationssaal oder im Behandlungszimmer. Entscheidend ist, dass alle Fachbereiche eng zusammenarbeiten und Patienten von der Diagnose bis zur Nachsorge verlässlich begleitet werden“, sagt Regionalgeschäftsführer Patrick Hilbrenner. Dass beide Zentren erneut zertifiziert wurden, bestätige den hohen Anspruch, den man in der Klinik an die medizinische Versorgung stelle.

Gerade für Menschen in ländlicheren Regionen ist es wichtig, spezialisierte Angebote wohnortnah zu erreichen. Viele Patienten stehen nach einer Krebsdiagnose ohnehin unter enormer Belastung. „Wenn sie für Diagnostik, Therapie und Nachsorge nicht zusätzlich weite Wege auf sich nehmen müssen, ist das ein großer Vorteil“, ergänzt er.

 

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