„Ich bin einfach nur happy“ mit zwei neuen Kniegelenken

Ein Fall aus der Praxis / Interview mit Sabine Schatz und Leitenden Oberarzt Dr. Marco Strauch

Dr. Marco Strauch im Gespräch mit Sabine Schatz
Dr. Marco Strauch im Gespräch mit Sabine Schatz

SCHWANDORF/LINDENLOHE. Sport nimmt im Leben von Sabine Schatz eine wichtige Rolle ein. Ob Abfahrt, Tourengehen oder Skating – die 62jährige aus Kemnath ist begeisterte Schifahrerin, im Sommer ist sie mit ihrem Mann viel und gerne mit dem Rennrad oder Mountainbike unterwegs.

 

Dass sie 2026 wieder beschwerdefrei ihren sportlichen Hobbies nachgehen kann, dafür sorgen zwei neue künstliche Kniegelenke. Wie es dazu kam, darüber berichtet sie zusammen mit Dr. Marco Strauch, Leitender Oberarzt und Chef des Endoprothesenzentrums der Maximalversorgung (EPZ) an der Asklepios Klinik Lindenlohe, im Interview.

 

Sehr geehrte Frau Schatz, der Weg zu zwei neuen Kniegelenken war bei Ihnen ein langer …

 

Sabine Schatz: So kann man es wohl auch sagen. Ich hatte vor 30 Jahren einen schweren Schiunfall, mit einer Grünholzfraktur am Schien- und Wadenbein und einem zertrümmerten Sprunggelenk am linken Bein. Wahrscheinlich hatte damals bereits das linke Knie etwas abbekommen. Zudem hatte ich eine Fehlstellung links, wahrscheinlich bin ich hier erblich vorbelastet.

 

Nach dem Unfall und der Genesung ging es aber erstmal normal weiter?

 

Sabine Schatz: Tatsächlich hatte ich einen sitzenden Bürojob, bei dem meine Knie wenig bzw. nicht belastet wurden. Den Job musste ich 2021 aufgrund des Todes meines Vaters aufgeben, um mich um meine Mama zu kümmern. Danach habe ich ein Jahr in Teilzeit in einer Boutique gearbeitet und musste mir dabei wegen den Knien immer wieder eine sitzende Arbeit suchen.

 

Auch privat gab es dann Einschränkungen?

 

Sabine Schatz: Ja, bereits Anfang 2000 musste ich mich vom Joggen und Bergwandern verabschieden. Allerdings hatte ich keine permanenten Schmerzen. So ging auch das Schifahren noch ganz gut, auch weil ich mir Bandagen verschreiben habe lassen.

 

Wegen der Einschränkungen und der regelmäßig auftauchenden Schmerzen wurde dann 2013 links ein MRT gemacht. Mein damaliger Orthopäde empfahl mir wegen eines größeren Blutschwamms im Knie eine Operation, von der mir allerdings mein Hausarzt abriet, solange ich keine Dauerschmerzen habe. Dabei beließ ich es dann auch.

 

Wann kam dann die Entscheidung zu einer Operation?

 

Sabine Schatz: Als vor zwei Jahren die Probleme mit dem rechten Knie begannen und sich die Fehlstellung am linken Knie immer mehr verschlimmerte, suchte ich eine Spezialpraxis in Franken auf. Ein Orthopäde dort sagte mir, dass man nicht beide Knie gleichzeitig operieren könne und man erst mit dem linken Knie anfange solle.

 

Diesen Plan haben Sie dann aber nicht umgesetzt?

 

Sabine Schatz: Genau. Denn zwei Monate später habe ich erfahren, dass man in Lindenlohe auch beide Knie in einer Operation „macht“, weshalb ich sofort umgeschwenkt bin. Spätestens durch das Gespräch mit Dr. Strauch war ich überzeugt. Verständlich und ehrlich klärte er mich über die Operation und alles Drumherum auf, so dass ich schnell großes Vertrauen zu ihm und zur medizinischen Versorgung in Lindenlohe gefasst habe.

 

Dr. Marco Strauch: Es ist sehr wichtig, dass wir uns von Anfang bis zum Ende sehr viel Zeit für die Beratung nehmen und über jeden einzelnen Schritt, über mögliche Risiken, aber auch über die großen Chancen aufklären. Für Frau Schatz stand aufgrund des Befundes eine gelenkerhaltende Therapie als Option nicht mehr zur Verfügung. Und es stand für sie außer Frage, dass sie sofort beide Knie zusammen und nicht nacheinander operieren ließ.

 

Kurz darauf erfolgte bereits die OP und Sie erhielten eine beidseitige Knieprothese.

 

Sabine Schatz: Ich hatte vor der Operation natürlich etwas Angst, mir aber dank Dr. Strauch keinen großen Kopf gemacht. Und die OP im Dezember 2025 verlief dann auch sehr gut – ich war einfach froh, dass es vorbei war. Eigens erwähnen möchte ich das sehr nette Pflegepersonal, das sich sehr um mich kümmerte. Die Betreuung war von Anfang an einfach hervorragend.

 

Und wie ging es anschließend weiter?

 

Dr. Marco Strauch: Wir beginnen an unserer Klinik bereits am Tag der Operation oder am Tag darauf mit einer Frührehabilitation. Dabei beugt und streckt die Physiotherapeutin bzw. der Physiotherapeut das Knie vorsichtig. Studien und vor allem auch unsere langjährigen Erfahrungen zeigen, dass die Genesung durch einen frühen Beginn der Rehabilitation beschleunigt werden kann.

 

Sabine Schatz: Ich brauchte ab dem zweiten Tag keine Krücken mehr. Und auch auf der Reha ging's mir super.

 

Dr. Marco Strauch: Die Erholungsphase nach Knieprothesen ist im Allgemeinen länger als bei Hüftprothesen. Gegen die Schmerzen arbeitet in Lindenlohe das spezialisierte Schmerzteam. In Abhängigkeit des Eingriffs und des Patienten wird das schonendste Narkoseverfahren und die effektivste Schmerztherapie gewählt.

 

Sabine Schatz: Nun, ich bin im Januar mit den Schiern gewandert und am 2. März zum ersten Mal wieder Abfahrt gefahren. Schifahren ging seit über zehn Jahren nicht mehr so gut und das Gehen macht auch wieder Spaß. Ich bin einfach nur happy und kann die Klinik, Dr. Strauch und das Team nur empfehlen.

 

Dr. Marco Strauch: Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass eine so rasche Wiederherstellung der Kniegelenksfunktion ungewöhnlich ist und auch auf die exzellenten Voraussetzungen der Patientin zurückzuführen sind. Nur wer bis zur OP so aktiv ist kann auch so rasch wieder aktiv werden. Üblicherweise benötigen Patienten mindestens 3 Monate um im Alltag wieder belastbar zu werden. Als Faustregel kann gelten: Die sportliche Aktivität, die bis 12 Monate vor der Operation durchgeführt wurde, kann wieder erreicht werden. Wer also 30 Jahre nicht mehr Skifahren war, wird dies vermutlich auch nicht wieder tun.

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