Ärztliche Weiterbildung in der Neurologie

Als akademisches Lehrkrankenhaus der Charité legen wir ein besonderes Augenmerk auf eine umfassende Fort- und Weiterbildung unser Mitarbeiter.

Die Abteilung

Ärztlicher Leiter Stephan Schreiber
Professor Dr. med. Stephan Schreiber, Ärztlicher Leiter

Professor Dr. Schreiber hat die volle Weiterbildungsbefugnis (48 Monate) für Neurologie. Die Neurologische Klinik des ASKLEPIOS Fachklinikums Brandenburg leistet mit rund 2500 Fällen pro Jahr neurologische Akutversorgung incl. Schlaganfallakuttherapie auf der überregional  zertifizierten Stroke Unit und neurologischer Intensivmedizin auf der abteilungsinternen neurologischen Intensivstation. Die Intensivstation verfügt über 7 Beatmungsplätze und führt Hämofiltrationen und Plasmapheresen durch. Darüber hinaus betreibt die Klinik Fachambulanzen für Multiple Sklerose, Epilepsie, Muskelerkrankungen (Zertifiziertes Muskelzentrum der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke) und Neuro-Onkologie. Die Neurologie Brandenburg deckt das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen ab, wobei Schlaganfälle und epileptische Anfälle die häufigsten Diagnosen darstellen. In der neurologischen Funktionsdiagnostik werden regelmäßig folgende Untersuchungen angewandt: Doppler- und Duplexuntersuchungen der hirnzuführenden Gefäße, EEG, Video-EEG-Monitoring, Polygraphie und Polysomnographie, EMG, NLG, VEP, SEP, MEP, Blinkreflex, Kipptischuntersuchung, autonome Testung, Kalorik, Video-basierter Kopfimpulstest, Posturographie.

Das Team

Drei neurologische Oberärzte und zwei anästhesiologische Oberärzte unterstützen den Chefarzt in der Weiterbildung der derzeit 11 Weiterbildungsassistenten. Neben den Kollegen der Pflege wird das Team durch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, einer Psychologin und einer Sozialarbeiterin ergänzt.

Ablauf der Weiterbildung

Ärzte miteinander im Gespräch

Als Berufsanfänger werden Sie im ersten Jahr üblicherweise auf einer der beiden Normalstationen eingeteilt und beschäftigen sich mit dem Kerngeschäft einer neurologischen Klinik: der Versorgung von stationären Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung. Je ein Oberarzt ist der Normalstation zugeteilt, so dass Sie gerade in der ersten Zeit eng supervidiert werden. Nach dieser Orientierungszeit werden Sie in aller Regel für ca. 6 Monate auf die Intensivstation und Stroke Unit versetzt. Hier unterstützen Sie die beiden Anästhesisten und den neurologischen Oberarzt in der Versorgung der Patienten und lernen Notfall, Intensiv- und Beatmungsmanagement. Es folgt eine erneute Zeit auf der Normalstation, jetzt in der Position der „fortgeschrittenen“ Assistenten, der vieles schon allein beherrscht und junge Kollegen in den Stationsalltag einführen kann. Jetzt sollten Sie auch parallel zum Klinikalltag beginnen die EEG und evozierten Potenziale ihrer Station auszuwerten. Sie werden darin von den Oberärzten supervidiert. Zusätzlich gibt es in unregelmäßigen Abständen einen Einführungskurs in die Auswertung von EEG-Ableitungen. Im letzten Teil der Ausbildungszeit werden Sie als Springer und in der Zentralen Aufnahme eingesetzt. Zusätzlich planen wir genügend Freiräume ein, um Sie in den neurologischen Funktionen auszubilden wobei die Möglichkeit besteht, sich besondere Qualifikationen, z.B. im Bereich der Ultraschalldiagnostik zu erwerben. Wer möchte, kann das psychiatrische Jahr in unserer Klinik absolvieren. Wer als Facharzt bleiben möchte, ist willkommen und bekommt die Möglichkeit, sich zusätzlich in einem ausgewählten Interessensgebiet weiter zu profilieren.

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Fortbildungsmöglichkeiten

Jeden Arbeitstag beginnen wir mit der Morgenkonferenz. Hier werden alle Neuaufnahmen vorgestellt und diskutiert sowie alle MRT, CT und Röntgenbilder des Vortages von unserem Neuroradiologen demonstriert. Sie lernen also vom ersten Tag an, die neurologische Bildgebung zu beurteilen. Kollegen die planen, langfristig auch als Fachärzte an der Klinik zu bleiben, bekommen die Möglichkeit, durch Rotation in die Radiologie die „CT-Fachkunde“ zu erwerben.

Zweimal pro Monat findet unsere interne Weiterbildung statt. Hier werden alle für die Neurologie wichtigen Themen, teils von Kolleginnen und Kollegen der eigenen Abteilung, teils durch eingeladene externe Referenten in strukturierter Weise vermittelt. In diesem Rahmen findet alle 2 Monate eine M&M-Konferenz (Morbiditäts- und Mortalitätskonferenz) sowie auch unsere regelmäßigen Fortbildungen des Stroke-Teams statt.

Alle 3 Monate veranstalten wir in Zusammenarbeit mit dem Team der Neurochirurgie des Städtischen Klinikums Brandenburg (Prof. Dr. Ewald) eine Neurochirurgisch-Neurologische Fallkonferenz. Darüber hinaus lädt die Klinik regelmäßig zu ad-hoc Fortbildungsveranstaltungen aktueller Themen für interne und externe Kollegen ein.

Alle Ärzte der Neurologie sind verpflichtet, einmal im Jahr unseren hausinternen Reanimationskurs zu besuchen. Darüber hinaus können insbesondere Kollegen, die im Dienst auf der Intensivstation eingesetzt werden, von Zentral-Asklepios organisierte Patientensicherheits- und Notfallkurse besuchen.

Für externe Weiterbildungen gibt es Freistellungen.

Wer Interesse an ethischen Fragen in der Medizin hat, kann sich zum Monitor einer ethischen Fallkonferenz ausbilden lassen und im klinischen Ethikkomitee mitarbeiten.

Dienste

In der Klinik für Neurologie gibt es zwei Bereitschaftsdienste. Meist ist der erfahrenere Kollege auf der Intensivstation/Stroke Unit (A-Dienst) eingesetzt. Ein zweiter Dienst betreut die Normalstationen (B-Dienst). Während Sie bereits als Anfänger und bald nach der Einarbeitung im B-Dienst eingesetzt werden, ist der A-Dienst erst nach Ihrer Zeit auf der Intensiv-Station möglich. Zusätzlich ist immer ein Hintergrund-Facharzt vor Ort oder in der Nähe.

Wenn Sie Dienst haben, kommen Sie um 11:30 Uhr zur Arbeit und gehen nach der Frühkonferenz um 8 Uhr des nächsten Tages nach Hause. Die durchschnittliche Dienstbelastung liegt bei 5-6 Diensten pro Monat, vereinzelt sind es eimal 7 Dienste. In Abhängigkeit von der Anzahl geleisteter Dienste werden Ihnen regelhaft zusätzliche Urlaubstage gewährt.

Promotion

Bei Interesse bieten wir Ihnen die Möglichkeit der Beteiligung an einer medizinisch-wissenschaftlichen Forschungsarbeit mit dem Ziel, diese in einem Fachjournal zu veröffentlichen und der Option, an der Medizinischen Fakultät der Charité zu promovieren und den Titel eines Dr. med. zu erwerben.

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